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Bundesstiftung fordert verbesserte Rente für DDR-Zwangsarbeiter

Halle (afp) – Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hat Konsequenzen aus neuen Berichten über Zwangsarbeit in der DDR gefordert. Jahre, in denen Betroffene unter politischer Verfolgung in der DDR leiden mussten, sollten mit einer verbesserten Anrechnungszeit bei der Rente berücksichtigt werden, sagte die Stiftungs-Geschäftsführerin Anna Kaminsky der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Mittwochausgabe).

Zudem sollten die betroffenen Unternehmen Forschung und Aufklärung zum Thema DDR-Zwangsarbeit unterstützen und finanzieren, „auch wenn sie im Einzelnen nicht wussten, wer unter welchen Bedingungen ihre Produkte hergestellt hat – oder ihnen das schlichtweg egal war“, forderte Kaminsky. Wer in Zeiten des Kalten Krieges „die Gefängnisse der kommunstischen Diktaturen als Werkbank genutzt“ habe, habe zwar kein juristisches, wohl aber ein moralisches Problem.

Das ARD-Magazin „Report Mainz“ hatte am Dienstag aus einer noch unveröffentlichten Studie der Stasi-Unterlagenbehörde zitiert, wonach zahlreiche Firmen der Bundesrepublik vor allem in den 70er und 80er Jahren billig Waren in DDR-Betrieben produzieren ließen, die auch Häftlinge beschäftigten. Darunter waren dem Bericht zufolge auch Aldi und Volkswagen. Bereits im November hatte Ikea eingeräumt, dass in der DDR politische Häftlinge und Strafgefangene unter Zwang Möbel für den Konzern fertigen mussten.

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