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Mehr Nachhaltigkeit bei öffentlichen Aufträgen

Straßburg (csr-news) > Öffentliche Stellen kaufen jedes Jahr für Milliarden von Euro Güter und Dienstleistungen. Heute haben die EU-Abgeordneten dafür gestimmt, die Kriterien wie Qualität, Beständigkeit und Lebensdauer der gekauften Produkte und Dienstleistungen in den Mittelpunkt der Ausschreibungen zu stellen. Verantwortlich für den Bericht zur Vergabe öffentlicher Aufträge zeichnet der belgische EU-Abgeordnete Marc Tarabella (S&D). Er hofft, dass die neuen Regeln die Auftragsvergabe in Zukunft nachhaltiger machen. „Deshalb ist es so wichtig, dass bei der Vergabe mehr auf Qualität und Langlebigkeit als nur auf den niedrigsten Preis geachtet wird“, erklärt Tarabella. Der Bericht solle öffentliche Stellen dazu ermutigen, sich für qualitativ hochwertige und nachhaltige Güter zu entscheiden. “Mit den heute beschlossenen europäischen Vorgaben können öffentliche Einrichtungen Anbieter bevorzugen, die sozial verantwortlich und umweltverträglich hergestellte Güter anbieten”, stellt Annelie Evermann, Referentin für Wirtschaft und Menschenrechte bei WEED e.V., fest. “Dies eröffnet endlich die Chance, die Marktmacht der öffentlichen Hand umfassender für faire Arbeitsbedingungen zu nutzen“. Durch die Neuerungen dürfen öffentliche Einrichtungen nun auch solche Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren in ihre Kaufentscheidungen einbeziehen, die im Endprodukt nicht mehr erkennbar sind, wie z. B. bessere Arbeitsbedingungen in der Produktionskette. Außerdem stellt die neue Richtlinie klar, dass auch Nachweise wie z.B. ökologische und soziale Zertifikate in öffentlichen Ausschreibungen zur Bedingung für den Zuschlag gemacht werden können. Die Richtlinie wird im März 2014 in Kraft treten, die EU-Mitgliedstaaten haben dann zwei Jahre Zeit für die Umsetzung.