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CSRtoday am Donnerstag

… mit den Themen: Kritische Aktionäre für Fairplay, Managerinnen-Barometer 2014, Illegaler Wildtierhandel in der EU, KfW und BMZ gemeinsam für Tiger, Verantwortungspartner-Regionen, Apple muss Eltern entschädigen, Energiewende Ruhr und ein Leitfaden für öffentliche Unternehmen

 

Kritische Aktionäre für Fairplay

  • In knapp sechs Monaten wird in Brasilien die Fußballweltmeisterschaft eröffnet. Anlass für den Dachverband der Kritischen Aktionäre auf Missstände aufmerksam zu machen. Mit der Kampagne „fairplay – Konzerne in der Verantwortung für Mensch und Umwelt“ richtet sich der Verband an deutsche Konzerne wie ThyssenKrupp, Siemens, Allianz und die Münchener Rück. Diese und viele andere Unternehmen wollen etwas vom Glanz der WM abhaben, so die Initiatoren der Kampagne, aber sie interessieren sich nicht für die Schattenseiten dieser Sportveranstaltung, beispielsweise der, dass eine Viertel Million Brasilianer an den 12 WM-Spielorten dem Neubau von Stadien weichen mussten. Die kritischen Aktionäre wollen aktuell mit Unterschriftenaktionen auf die Vorstandsvorsitzenden von adidas, ThyssenKrupp und Volkswagen einwirken.

Managerinnen-Barometer 2014

  • Der Trend zu mehr Frauen in Spitzengremien hat sich 2013 insgesamt fortgesetzt, allerdings in äußerst geringem Ausmaß: In den Aufsichtsräten der gemessen am Umsatz 200 größten Unternehmen des Landes stieg der Frauenanteil gegenüber 2012 um etwa zwei Prozentpunkte auf gut 15 Prozent, in den Vorständen stagnierte er hingegen nahezu bei gut vier Prozent. Das geht aus dem neuesten Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor. „Vor allem in den Vorständen sind Frauen noch immer eklatant unterrepräsentiert“, sagt Elke Holst, Forschungsdirektorin Gender Studies im Vorstandsbereich des DIW Berlin. Bei den 30 im Deutschen Aktienindex (DAX) notierten Unternehmen war der Anteil von Frauen in Vorständen sogar rückläufig, um anderthalb Prozentpunkte auf gut sechs Prozent. Trotz des Rückgangs in den Chefetagen der DAX-30-Unternehmen sind Frauen in den Vorständen börsennotierter Unternehmen oftmals besser repräsentiert als im Durchschnitt der Top-200-Unternehmen.

Illegaler Wildtierhandel in der EU

  • In einer Resolution forderte das Europäische Parlament heute die Mitgliedsstaaten auf, mit stärkerem Engagement gegen illegalen Wildtierhandel vorzugehen. Die EU ist weltweit einer der wichtigsten Absatzmärkte für den illegalen Handel mit Wildtieren und Wildtierprodukten. Der WWF begrüßt die Initiative, um entschlossen gegen Wilderei und ihre kriminellen Organisationsstrukturen vorzugehen. „Wir brauchen ein starkes Zeichen der EU, dass sie dem Gemetzel in Afrikas Regenwäldern und Savannen nicht tatenlos zusehen wird. Die Wilderei bedroht längst nicht mehr nur die Tiere und Artenvielfalt, sondern ist zu einer massiven Gefahr für die lokale Bevölkerung und die nationale Sicherheit in den betroffenen Ländern geworden. Ähnlich wie beim Drogenhandel trägt eine regelrechte Wildtiermafia zur Destabilisierung ganzer Regionen bei. Die exorbitanten Gewinne fließen häufig direkt in den Waffenhandel und befördern gewalttätige Konflikte“, sagt Johannes Kirchgatter, Afrika-Referent beim WWF Deutschland. In der Resolution werden die Mitgliedsstaaten dazu aufgerufen, die Gesetzgebung besser auszuschöpfen, Grenzkontrollen zu verbessern, Sanktionen und Strafmaße für Straftäter zu erhöhen und die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Polizei, Zoll und anderen Institutionen zu verbessern. Wilderer schlachteten in Afrika laut UN-Angaben im Jahr 2012 mindestens 22.000 Elefanten ab, um an deren Stoßzähne zu gelangen. Im Jahr 2011 waren es mindestens 25.000 Tiere. Die Wilderei liegt damit laut WWF seit 2010 über der natürlichen Reproduktionsrate, sodass bereits auch ganze Populationen vom Aussterben bedroht sind. Bei den Nashörnern wurden in 2013 über 950 Tiere getötet bei einem afrikanischen Nashornbestand von etwa 25.000, davon 20.000 in Südafrika.

KfW und BMZ gemeinsam für Tiger

  • Der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank hat im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 20 Mio. EUR als Zuschuss für die Verbesserung des Schutzgebietsmanagements von Tigerlebensräumen und den Schutz von Tigerpopulationen unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung zur Verfügung gestellt. Die Mittel gehen über die International Union for the Conservation of Nature (IUCN) an NGOs und lokale Naturschutzbehörden. Konkrete Maßnahmen wie Waldschutz, Ökotourismus, Maßnahmen zum Schutz vor Wilderei etc. werden in ausgewählten so genannten Tigerverbreitungsstaaten wie Indien, Nepal, Bangladesch, Myanmar, Indonesien, Kambodscha, Vietnam, Laos und Bhutan, die sich 2010 auf eine Verdopplung der Tigerzahl auf mehr als 6000 verpflichtet haben, durchgeführt. Geplant sind Maßnahmen in vier bis fünf Ländern (oftmals grenzübergreifend), die von Nichtregierungsorganisationen sowie lokalen Schutzgebietsbehörden vorgeschlagen und gemäß einem wettbewerblichen Auswahlverfahren ausgewählt werden. „Überlebensfähige Tigerpopulationen sind ein zentraler Indikator für intakte Ökosysteme. Tigerlebensräume bieten einerseits die Chancen auf Tourismus und stellen zweitens mit ihrer Vielfalt an natürlichen Ressourcen auch die Lebensgrundlage für die lokale Bevölkerung dar. Der Erhalt dieser Naturräume hat deshalb unmittelbare armutsmindernde Auswirkungen für die Menschen vor Ort“, sagte Dr. Norbert Kloppenburg, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe. „Der Tiger verkörpert die Artenvielfalt Asiens und ist ein Symbol für das Weltnaturerbe“, sagte Julia Marton Lefèvre, Generaldirektorin der Weltnaturschutzunion IUCN. „Die großzügige Unterstützung aus Deutschland weckt große Hoffnungen für die Zukunft dieser Ikone des Artenschutzes, die derzeit am Rande der Ausrottung steht. Der Erhalt der Art hängt davon ab, inwieweit es gelingt, die rasch verschwindenden Lebensräume des Tigers wiederherzustellen. Mithilfe dieser Maßnahmen werden wertvolle Ökosystemdienstleistungen wiederbelebt, und die Lebensbedingungen einiger der ärmsten Bevölkerungsgruppen dieser Erde verbessert.“

Verantwortungspartner-Regionen

  • Am 27. Januar 2014 startet die Verantwortungspartner-Region Passau mit der Auftaktveranstaltung „Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel in der Region Passau“. In einem ersten Initiativkreistreffen wurden bereits drei Ansätze zur Lösung des akuten Fachkräftemangels identifiziert: 1. Fachkräfte in die Region holen, 2. Potenziale in der Region heben, 3. Willkommenskultur in Passau etablieren. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung stellen die Initiativkreismitglieder diese bisherigen Projektideen vor und entwickeln sie in einer anschließenden Arbeitsphase weiter.
  • Am 28. Januar 2014 findet in Trier das zweite Meilensteintreffen der Region statt. Seit dem letzten Treffen im September haben sich die Trierer Verantwortungspartner einige Male getroffen und in kleinen Gruppen ihre Projekte weiterentwickelt. Beim bevorstehenden Meilensteintreffen kommen sie alle in der großen Runde zusammen, um sich über Fortschritte sowie mögliche Synergien auszutauschen.
  • Weitere Informationen enthält die Projektwebsite „Verantwortungspartner“.

Apple muss Eltern entschädigen

  • Die US-Aufsichtsbehörde Federal Trade Commission (FTC) und der Computerhersteller Apple haben einen Vergleich geschlossen. Apple muss 32,5 Millionen US-Dollar an Eltern zurückzuzahlen, wenn deren Kinder unbeaufsichtigt kostenpflichtige Apps genutzt haben. Nach den Vorstellungen der FTC müsse Apple bessere Sicherheitsvorkehrungen treffen. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen mit seinem Apple-Store mehr als zehn Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht.

Energiewende Ruhr

  • Noch bis zum 31. Januar 2014 können Projektvorschläge für die Umsetzung der Energiewende im Ruhrgebiet eingereicht werden. Gesucht werden Projekte, die das Potenzial haben, einen innovativen und multiplikationsfähigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende im Ruhrgebiet zu leisten. Dabei kann es sich um die Erprobung innovativer (Energie-)Technologien in der Praxis handeln, um die Initiierung neuer Geschäftsfelder, um die Veränderung bestehender Raumnutzungen oder um Projekte, die die Bürgerbeteiligung intensivieren möchten. Das Themenspektrum reicht dabei von Energieeffizienz und nachhaltiger Energieversorgung über Energieinfrastruktur bis hin zu nachhaltiger Mobilität und energetischer Quartiers-, Stadt- oder Regionalentwicklung. Alle Projekte müssen im Ruhrgebiet angesiedelt sein, als ausgereifte Idee vorliegen und engagierte Partner dahinter stehen. Gefördert werden die Weiterentwicklung des Konzeptes, die Begleitung der Umsetzung und die Auswertung der im Rahmen des Projektes gemachten Erfahrungen.

Leitfaden für öffentliche Unternehmen

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