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Nachhaltigkeit: Modewort oder Grundvoraussetzung für zukünftige Tourismuskonzepte

Bereits zum sechsten Mal fand heute der Nordsee Tourismustag statt, diesmal mit dem Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit. Hier ergibt sich in der touristischen Entwicklung ein Spannungsfeld zwischen ökologischen und ökonomische Ansprüchen, vor allem in den Küstenregionen mit ihren empfindlichen Ökosystemen. „Wie können wir touristische Konzepte erstellen, um die aktuellen Ansprüche unserer Gäste aber auch die der folgenden Generationen zu erfüllen?“, war die entscheidende Frage.

Wilhelmshaven (csr-news) > Bereits zum sechsten Mal fand heute der Nordsee Tourismustag statt, diesmal mit dem Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit. Hier ergibt sich in der touristischen Entwicklung ein Spannungsfeld zwischen ökologischen und ökonomische Ansprüchen, vor allem in den Küstenregionen mit ihren empfindlichen Ökosystemen. „Wie können wir touristische Konzepte erstellen, um die aktuellen Ansprüche unserer Gäste aber auch die der folgenden Generationen zu erfüllen?“, war die entscheidende Frage.

„Von den heutigen Vorträgen erhoffen wir uns eine Antwort auf diese Frage“, eröffnete Marc Klinke, Geschäftsführer der Nordsee GmbH, den Tourismustag. Rund 130 Vertreter aus Tourismus, Wirtschaft und Politik suchten ebenfalls nach Antworten,  unter ihnen auch der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies, der in seinem Grußwort klar herausstelle: „Nur der nachhaltige Tourismus wird auf Dauer funktionieren“. Dirk Dunkelberg, Stellv. Hauptgeschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes e. V. (DTV) erklärte, dass sich der DTV bereits seit Mitte der 80er Jahre mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzte. Das zugehörige Positionspapier „Tourismus und Umwelt in Deutschland“ stamme  bereits aus dem Jahre 1993 und habe heute noch Gültigkeit. Gerade die Stärke dieses Wirtschaftssektors eröffne dem Tourismus Gestaltungsmöglichkeiten für nachhaltige Konzepte. Aber ein umweltfreundlicher Urlaub ist noch kein nachhaltiger Tourismus, betonte Dunkelberg. Ökonomische, ökologische sowie soziale  Entwicklungsziele stünden gleichranging im Fokus. Ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit bzw. nachhaltiges Reisen sei bereits seit Jahren in der Bevölkerung vorhanden.

Wie gut nachhaltige Tourismuskonzepte funktionieren können, erklärte Sylvia Montag, Mitarbeiterin des Nationalparkforstamts Eifel. Die Eifel wurde als nachhaltige Tourismusregion 2012/2013 ausgezeichnet. Teil des Konzeptes ist ein 85 Kilometer langer Wildnis-Trail, mit dem der Nationalpark Eifel erlebbar gemacht wurde. Die umweltfreundliche Anreise ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Der sogenannte Trail-Express bringt die Gäste vom Nationalpark zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Gäste können das gesamte Wildnes-Trail-Erlebnis als mehrtägige Pauschale buchen.  An der Konzeption und Umsetzung des gesamten Konzeptes beteiligten sich Vertreter des Nationalparks, der Tourismuswirtschaft und des ÖPNV. Haben UNESCO-Titel einen Mehrwert für die touristische Vermarktung? Über diese Frage referierte Carolin Ruh, Geschäftsführerin der Landesmarketing-Gesellschaft TourismusMarketing Niedersachsen GmbH. Einer neuen Studie zur Bekanntheit deutscher Welterbestätten zufolge, liegt das Wattenmeer auf dem 2. Platz. Allerdings sei die Auszeichnung der UNESCO nicht das Hauptargument bei der Urlaubsentscheidung. Das Meer, die Erholung am Strand und das Erleben einer nahezu unberührten Natur seinen nach wie vor ausschlaggebend, sagte Carolin Ruh. Der Welterbe-Status des Wattenmeeres sei dennoch wichtig. „Die mediale Aufmerksamkeit war und ist extrem groß. Zudem dient die UNESCO-Auszeichnung als Schutz dieser einzigartigen Landschaft. Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, zog vier Jahre nach der Ernennung des Wattenmeers zum UNESCO-Weltnaturerbe eine Zwischenbilanz. „Die Auszeichnung hat zu verstärkten Naturschutzbemühungen sowie zu intensiven, kollegialen Kooperationen zwischen Naturschutz und Tourismus geführt.“ Nach der Entwicklung eines gemeinsamen Weltnaturerbe-Logos sowie einer gemeinsamen, mehrsprachigen Internetseite, gab es nationale Kampagnen zum Thema „nachhaltiges Reisen“ in Zusammenarbeit mit der Nordsee GmbH und der Deutschen Bahn. Zudem wurde das Nationalpark-Partner-Programm etabliert, an dem bereits viele regionale Betriebe, bspw. Unterkunftsbetriebe oder Tourist-Informationen, teilnehmen. Parallel dazu entwickelte die Nationalparkverwaltung mit und für Ihre Partner Fortbildungsmaßnahmen, um das Thema Weltnaturerbe Wattenmeer kompetent zu vermitteln und der wachsenden Aufmerksamkeit seitens der Gäste entsprechen zu können. In seinen Ausführungen bekannte sich Peter Südbeck klar zu einer engen Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Tourismus in den kommenden Jahren. Diese soll vor allem auf den Ausbau von Qualitätsangeboten zielen. „Wir wollen die Natur erlebbar machen mit echten Weltnaturerbe-Wattenmeer-Angeboten“, so Südbeck. Für 2014 sind gemeinsame Projekte der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und der Nordsee GmbH in Planung.

Bildunterschrift: v.l.n.r.: Olaf Lies (Nieders. Wirtschaftsminister), Dirk Dunkelberg (Stellv. Hauptgeschäftsführer des DTV), Holger Barkowski (Bürgermeister der Stadt Wilhelmshaven), Peter Südbeck (Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer), Sven Ambrosy (Landrat von Friesland); Carolin Ruh (Geschäftsführerin der TMN), Marc Klinke (Geschäftsführer, Die Nordsee GmbH), Sylvia Montag (Nationalparkforstamt Eifel), Amke Behrends (Die Nordsee GmbH), Rolf Kopper (Stellv. Aufsichtsratsvorsitzender, Die Nordsee GmbH), Sonja Janßen (Tourismusverband Nordsee e.V.)