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Polarisierender Protest: Angriff auf Tierschützer bei Fashion Week

Sie protestierten gestern in Unterwäsche, mit Fellstücken gesetzt und dem Motto „Pelz ist nicht sexy“ hinter dem Brandenburger Tor in Berlin. In einer kleinen Zuschauergruppe – darunter viele Fotojournalisten – zog ein Mann seine Wasserpistole aus einer Plastiktüte und bespritzte die Tierschützer mit einer übelriechenden Flüssigkeit. Der Täter wurde von in der Nähe stationierten Polizeibeamten abgeführt.

Berlin (csr-news) – Sie protestierten gestern in Unterwäsche, mit Fellstücken gesetzt und dem Motto „Pelz ist nicht sexy“ hinter dem Brandenburger Tor in Berlin. In einer kleinen Zuschauergruppe – darunter viele Fotojournalisten – zog ein Mann seine Wasserpistole aus einer Plastiktüte und bespritzte die Tierschützer mit einer übelriechenden Flüssigkeit. Der Täter wurde von in der Nähe stationierten Polizeibeamten abgeführt.

Organisiert hatte die Kundgebung der Verein „Deutsches Tierschutzbüro.“ Dessen Arbeit richtet sich unter anderem gegen Nerztierfarmen in Deutschland und die Haltung der Nerze auf kleinstem Raum. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Parolen wie „Nicht Nerze, sondern Tierquäler gehören hinter Gittern“ machen die Aktivisten auf die Not der Tiere aufmerksam – sehr zum Unmut der Farmbetreiber. Angesichts veränderter gesetzlicher Rahmenbedingungen und des öffentlichen Drucks mussten viele Nerzfarmen schließen.

Der Protest in Berlin fand aus Anlass der Fashion Week statt. Bei dem 43-jährigen Angreifer soll es sich um einen Mann handeln, der bereits in Österreich durch ähnliche Taten auffiel. Für möglich hält es der Pressesprecher des Deutschen Tierschutzbüros, Stefan Klippstein, dass der Täter für sein Handeln bezahlt wurde. „Die Aufklärungskampagnen von Tierschützern haben der Pelzindustrie in den letzten Jahren massiv geschadet“, erklärte Klippstein auf der Website seines Vereins. „Wer so brutal mit Tieren umgeht, hat sicherlich auch geringe Hemmungen, Gewalt gegen Menschen anzuwenden.“

Foto: Stefan Klippstein (vorne) und die Aktivisten des Deutschen Tierschutzbüros unmittelbar nach dem Angriff