Agenturmeldung Nachrichten

UN-Organisation sagt der Welt steigende Arbeitslosigkeit voraus

Genf (afp) – Die Zahl der Arbeitslosen ist in den vergangenen Jahren gestiegen und wird nach Ansicht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) weiter zunehmen. Weltweit hätten 2013 rund 202 Millionen Menschen keine Arbeit gehabt, teilte die UN-Organisation am Montag mit. Das seien rund fünf Millionen mehr gewesen als ein Jahr zuvor. 2018 werde die Zahl bei 215 Millionen liegen. Die ILO verlangte gezielte Gegenmaßnahmen.

„Wir befinden uns bei der weltweiten Arbeitslosigkeit in einer Aufwärtsbewegung“, sagte ILO-Generalsekretär Guy Ryder vor Journalisten in Genf. Das gelte trotz der leichten Erholung des weltweiten Wirtschaftswachstums. In den kommenden Jahren würden die Zahlen noch schlechter – deshalb müsse „Arbeit ins Zentrum der internationalen Politik gestellt werden“, verlangte Ryder. „Das Ende der Krise definiert sich danach, dass die Menschen wieder Arbeit haben.“

Am höchsten sind die Arbeitslosenzahlen den Angaben zufolge in Nordafrika. Für diese Region berechnete die ILO eine Arbeitslosenquote von 12,2 Prozent. Es folgte der Nahe Osten mit 10,9 Prozent. Die Quote für Europa, Nordamerika und weitere Industrieländer zusammen betrug im vergangenen Jahr 8,6 Prozent. Am besten sah es laut ILO in Südasien aus, wo es lediglich vier Prozent Arbeitslose gab.

Besonders große Anstrengungen fordert die ILO gegen Jugendarbeitslosigkeit. Weltweit seien 13 Prozent der Jugendlichen zwischen 15 und 24 ohne Job. Damit liegt die Rate mehr als doppelt so hoch wie die Arbeitslosenquote der Gesamtbevölkerung. Ryder forderte die Regierungen auf, sich vor allem die jungen Leute zu kümmern, die weder arbeiten noch sich in Ausbildung befinden. Deren Zahlen hätten in einigen Ländern „epidemische Ausmaße“ erreicht, sagte der ILO-Generaldirektor.

Als wesentliche Ursache für die weltweite Arbeitslosigkeit sieht die ILO eine anhaltend schwache Nachfrage. In vielen entwickelten Ländern belasteten die Sparpolitik und Steuererhöhungen sowohl Unternehmen als auch die privaten Haushalte. Zudem blieben die Lohnerhöhungen hinter den Produktivitätssteigerungen zurück.