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Südafrika: Arbeiter in Platin-Minen streiken für mehr Lohn

Rustenburg (afp) – In den drei größten Platinminen Südafrikas haben am Donnerstag zehntausende Arbeiter die Arbeit niedergelegt. Bis zu 80.000 Anhänger der als radikal geltenden, noch jungen Gewerkschaft AMCU fordern eine Verdoppelung des Einstiegsgehalts auf monatlich 12.500 Rand (rund 840 Euro). Die Arbeitgeber wiesen dies als unrealistisch zurück, erklärten sich aber angesichts von Produktionsausfällen und fallender Börsenkurse zu Verhandlungen bereit.

Die Gespräche sollten bereits am Freitag beginnen, wie ein Sprecher des Arbeitsministeriums in Johannesburg sagte. Leiten soll sie Vizepräsident Kgalema Motlanthe. Der AMCU-Vorsitzende Joseph Mathunjwa sagte bei einer Kundgebung in Marikana im Norden des Landes, die Gewerkschaft werde teilnehmen. Die Arbeitgeberseite sei an einer „positiven und nachhaltigen Lösung“ interessiert, sagte der Chef des Minenbetreibers Lonmin, Ben Magara.

Die Unternehmen Anglo-American Platinum (Amplats), Impala Platinum (Implats) und Lonmin hatten aus Sorge vor Gewalt den Betrieb in den Platinminen bereits am Mittwochabend eingestellt. 2012 waren in einer Platinmine des Unternehmens Lonmin 34 Menschen getötet worden, als die Polizei einen wilden Streik für bessere Löhne niederschlug. Bei anschließenden Zusammenstößen starben weitere Menschen. Auch damals war ein Mindestlohn von 12.500 Rand gefordert worden.

Der Bergbau ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Stütze der südafrikanischen Wirtschaft. Er steht für 40 Prozent des Exports, ist eine bedeutende Devisenquelle und gehört zu den wichtigsten Arbeitgebern. Mehr als eine halbe Million Arbeitsplätze hängen direkt vom Bergbau ab. „Ein weiterer Streik hätte schlimme Folgen“, erklärte Arbeitsministerin Mildred Oliphant.

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