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CSRtoday am Freitag

… mit den Themen: Ausgezeichnete Forschung für die Umwelt, Fischrückverfolgbarkeit bei ALDI SÜD, Handy-Recycling, Grüne Gentechnik und der Greenpeace-Einkaufsratgeber für Speisefisch.

 

Ausgezeichnete Forschung für die Umwelt

  • Mitglieder des Ecornet, des Netzwerks der führenden außeruniversitären, gemeinnützigen Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschungsinstitute in Deutschland, konnten ihre sehr guten Vorjahresplatzierungen beim renommierten „Global Go To Think Tank“-Ranking behaupten. Das Ecologic Institut erreichte als einzige deutsche Institution eine Platzierung in den Top 10 im Bereich „Umweltforschung“. Zu den Top 50 in dieser Kategorie zählen das Wuppertal-Institut (Platz 41) und das Öko-Institut (Platz 49). Gute Ergebnisse konnten die Ecornet-Institute auch in anderen Kategorien erzielen, etwa in den Kategorien „bestgeführter“, sowie „beobachtenswerter“ Think Tank und  „Think Tank mit der besten Mediennutzung“. Thomas Korbun, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und einer der Sprecher von Ecornet erklärt zu den Ranking-Ergebnissen: „Das internationale Think-Tank-Ranking ist eine Anerkennung für die wissenschaftliche Politik- und Gesellschaftsberatung, die die Mitgliedsinstitute des Ecornet leisten. Unsere Beratung zielt darauf, den gesellschaftlichen Wandel im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen. Dabei basiert sie auf den Ergebnissen unserer unabhängigen Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung. Dass die vergleichsweise kleinen Ecornet-Institute global auf den vorderen Plätzen landen konnten, spricht für eine besondere Exzellenz der Verknüpfung von Forschung und Beratung.“ Das „Global Go To Think Tank“-Ranking wird von der Universität von Pennsylvania durchgeführt. Es basiert auf einem weltweiten Nominierungs- und Auswahlverfahren, an dem mehr als 1950 Wissenschaftler/innen, Peer-Institutionen, Journalist/innen, politische Entscheidungsträger/innen sowie öffentliche und private Geber/innen beteiligt sind. Bewertet werden unter an-derem die Kriterien Qualität und Ansehen von Forschung und Forschungser-gebnissen, Anzahl und Einfluss der Publikationen sowie die Umsetzung von wissenschaftlichen Ergebnissen und die Beratung von politischen Entschei-dungsträger/innen. Insgesamt waren 6826 Institutionen aus 182 Ländern aufgerufen, an der Studie teilzunehmen. Die ersten drei Plätze im Bereich „Umwelt“ belegen das World Resources Institute (USA), das Stockholm Environment Institute (SEI, Schweden) und das Worldwatch Institute (USA). In die Top 20 wurden zudem das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) gewählt. Die deutsche Fassung des Ergebnisberichts zum Ranking.

Fischrückverfolgbarkeit bei ALDI SÜD

  • Die Unternehmensgruppe ALDI SÜD macht zukünftig für den Produktbereich Fisch eine umfangreiche Rückverfolgbarkeit möglich. Kundinnen und Kunden können so schon bei ihrem Einkauf überprüfen, wo und mit welcher Fangmethode der Fisch gefangen wurde. Dazu finden Verbraucher auf den Verpackungen mit Fisch- oder Meerestierprodukten einen QR-Code und einen Tracking-Code (spezifische Buchstaben- und Zahlenkombination). Mit diesen Angaben sind detaillierte Informationen abrufbar, dazu gehörten zum Beispiel die genauere Herkunft des Fisches, der wissenschaftliche Name bis teilweise hin zur Aquakulturfarm oder dem Fangschiff. Ob die Informationen eines Produkts bereits im Internet oder per Smartphone abrufbar sind, können Kunden an dem Logo mit dem Schriftzug „Fischherkunft“ erkennen, das vorn auf der Verpackung aufgedruckt ist. Aktuell trägt bereits ein Großteil der ALDI SÜD Fischprodukte das neue Logo. Ein weiterer wichtiger Schritt im Sinne der Ressourcenschonung ist die sukzessive Ausweitung der Fischprodukte aus zertifizierter nachhaltiger Fischerei. Rund 50 ALDI SÜD Fischprodukte tragen bereits ein MSC-Siegel, weitere Artikel sind GlobalGAP- oder Bio-zertifiziert.

Handy-Recycling

  • Mehr als 105 Millionen alte Handys liegen in den Schubladen der Deutschen – dies ergab eine gestern von der BITKOM veröffentlichte Umfrage. Damit stieg die Zahl der Althandys in den letzten 12 Monaten um beinahe ein Viertel an. Angesichts dieser Zahlen ruft die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) dazu auf, nicht genutzte Mobiltelefone zurückzugeben. Initiativen wie www.handysfuerdieumwelt.de von Telekom Deutschland und der Deutschen Umwelthilfe bieten allen Handybesitzern in Deutschland eine unkomplizierte und kostenlose Rückgabemöglichkeit für ihre ausgedienten Geräte. „Ein Teil dieser ausrangierten Handys kann noch weiter verwendet werden und so die enorme Nachfrage nach neuen Geräten verringern“, erläutert der zuständige DUH-Bereichsleiter Michael Hadamczik. Deshalb sei eine Sammlung nach Gerätegruppen so wichtig. Nur ganze und funktionstüchtige Mobiltelefone kommen nach einer technischen Prüfung und der Löschung aller Benutzerdaten für die Weiterverwendung in Frage. Aber auch im Sinne geschlossener Kreisläufe ist die Getrenntsammlung von Handys sinnvoll. „Die 105 Millionen Altgeräte in Deutschland enthalten zusammen 25 Tonnen Silber, 2,5 Tonnen Gold und fast eine Tonne Palladium – wertvolle und strategisch wichtige Metalle, die durch ein optimiertes Recycling zurückgewonnen werden können“, erläutert der zuständige DUH-Bereichsleiter Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer. Durch das Recycling könne der Bedarf an neu zu gewinnenden Rohstoffen deutlich verringert werden. „41 alte Handys enthalten ebenso viel Gold wie eine ganze Tonne Golderz. Dies verdeutlicht neben dem Umweltnutzen auch die ökonomische Relevanz des Handyrecyclings“, erklärt der Kreislauf-Experte. Das Sammeln alter Mobiltelefone hilft auch der Natur- und Umweltschutzarbeit in Deutschland. Seit Beginn der gemeinsamen Handyrücknahme von Deutscher Umwelthilfe und Telekom Deutschland im Jahr 2003 konnten bisher mehr als 1,6 Millionen gebrauchte Handys weiterverwendet oder recycelt werden. Aus den Erlösen der Althandyrücknahme unterstützt die Telekom Deutschland Naturschutzprojekte der Deutschen Umwelthilfe. Die Projektnetzwerke „Lebendige Flüsse“ und „Lebendige Wälder“ profitieren ebenso davon wie mehr als 770 Kleinprojekte in Deutschland, die im Rahmen der Aktion „Fifty-Fifty“ gefördert werden.

Grüne Gentechnik

  • Der Agrarexperte der Grünen im Europäischen Parlament, Martin Häusling hat eine Studie über neue gentechnische Verfahren veröffentlicht. „Nach dem jahrelangen Einsatz von gentechnischen Pflanzen und den dazu passenden Totalherbiziden kämpfen die USA aktuell gegen resistente Superunkräuter, die die Ernten bedrohen. Aber noch wurde daraus nichts gelernt, im Gegenteil! Eine neue Generation von Gentec-Pflanzen steckt in der Pipeline und kommt auf die EU zu. Viele dieser Pflanzen sind in den USA schon im Einsatz und sind in der EU bereits im Zulassungsverfahren. Für die neu entwickelten Gentec-Pflanzen, die der Autor Christoph Then in der Studie beschreibt, werden zunehmend sogenannte „Stacked Events“ gekreuzt. Das Ergebnis sind Pflanzen, die gegen vier Unkrautvernichtungsmittel gleichzeitig resistent sind und die ein halbes Dutzend Insektengifte auf dem Acker produzieren – 24 Stunden lang, jeden Tag. „Das kann man getrost als Dauervergiftung von Ökosystemen und als Turbobeschleunigung für die Bildung resistenter Unkräuter bezeichnen“, so Häusling.

Greenpeace-Einkaufsratgeber für Speisefisch

  • Greenpeace veröffentlicht heute seinen aktuellen Fischratgeber. Dieser gibt Verbrauchern die notwendigen Informationen für einen nachhaltigen Fischeinkauf. Die Devise des Ratgebers lautet: Weniger Fisch ist mehr. Verbraucher sollten seltener und bewusster Fisch essen. Und wenn, dann zu Fisch aus ökologisch nachhaltigen Fischereien und Aquakulturen greifen. „Viele Bestände sind überfischt und zahlreiche Fangmethoden verursachen massive Umweltschäden. Wer sich jedoch genau informiert, findet noch eine Auswahl, die auf den Teller darf“, sagt Dr. Iris Menn, Meeresexpertin von Greenpeace. Verzichten sollten Fischliebhaber auf Makrele, Aal und Rotbarsch, unbedenklich genießen kann man den Karpfen. Hintergrund der Veröffentlichung des Fischratgebers ist die Überfischung der Meere. Von den weltweit kommerziell genutzten Fischbeständen sind 57 Prozent bis an die Grenze genutzt und 30 Prozent überfischt oder erschöpft. Das heißt, es wird mehr gefangen, als durch die natürliche Vermehrung nachwachsen kann.

 

 

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