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Dürreversicherung für Afrika

Mit 50 Mio EUR beteilgt sich die KfW Entwicklungsbank am Aufbau einer Versicherung gegen Dürreschäden in Afrika. Der Nobelpreisträger Robert J. Shiller präsentierte das neue Versicherungsinstrument heute auf dem World Economic Forum in Davos. Mit ihr sollen die oftmals katastrophalen Auswirkungen schwerer Dürren abgemildert werden.

Frankfurt am Main/Davos (csr-news) > Mit 50 Mio EUR beteilgt sich die KfW Entwicklungsbank am Aufbau einer Versicherung gegen Dürreschäden in Afrika. Der Nobelpreisträger Robert J. Shiller präsentierte das neue Versicherungsinstrument heute auf dem World Economic Forum in Davos. Mit ihr sollen die oftmals katastrophalen Auswirkungen schwerer Dürren abgemildert werden.

Bereits im vergangenen November hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) angekündigt, sich am Aufbau der „African Risk Capacity“ zu beteiligen. Der damalige Staatssekretär Hans-Jürgen Beerfeltz erläuterte die Entscheidung im November: „Die African Risk Capacity ist hoch­innovativ, weil erstmals afrika­nischen Ländern eine Absicherung gegen Dürren ermöglicht wird, in Form einer·Versicherung auf Gegen­seitig­keit. Ergänzend zur geber­finanzierten Nothilfe können die afrikanischen Staaten sich hier auf Gegen­seitig­keit ab­sichern, dabei sind kommer­zielle Rück­versicherer beteiligt. Damit unter­streichen wir unsere Bereit­schaft, Entwicklungs­länder beim Umgang mit klima­wandel­bedingten Risiken zu unter­stützen. Das ist ein riesiger Fort­schritt für Klein­bauern in Dürre­gebieten“. Nun übernimmt die KfW im Auftrag des BMZ die Umsetzung und stellt dafür 46 Mio. EUR Beteiligungskapital und 4 Mio. EUR Zuschuss für Beratungs- und Schulungsmaßnahmen bereit um die Versicherungsgesellschaft ARC Insurance Company Ltd. zu gründen. Die Versicherung bietet afrikanischen Ländern gegen eine risikoadäquate Prämie Versicherungen gegen Dürren an. Vereinbart wird, dass ARC im Fall einer Dürre zeitnah die versicherte Summe für ein mit dem Versicherungsnehmer vereinbartes und im Vorfeld geprüftes Dürreprogramm auszahlt, das der Bevölkerung unmittelbar zu Gute kommt. Das Instrument trägt dazu bei, dass die betroffenen afrikanischen Länder wesentlich weniger durch klimabedingte Extremwetter- und Dürrerisiken verletzbar sind. „Die weltweit erste Dürreversicherung für afrikanische Staaten stellt einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherung und Armutsminderung der von Extremwetterkatastrophen wie Dürren besonders betroffenen Bevölkerung in Afrika dar. Diese bedarfsgerechte, nachhaltige und für die Länder bezahlbare Versicherungslösung ist ein innovativer Meilenstein. Wir freuen uns, dass wir die Ideen des Nobelpreisträgers Robert J. Shiller als Teil eines Engagements der deutschen Regierung in ein konkretes Projekt umsetzen können,“ sagte Dr. Norbert Kloppenburg, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe.

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller sagte dazu in Davos: „Der Klimawandel ist längst Realität – und er trifft jetzt schon vor allem die Menschen in Entwicklungsländern und damit diejenigen, die am verwundbarsten sind. Hier sind wir als wohlhabende Industrieländer und Mitverursacher des Klimawandels gefordert. Mit der Dürreversicherung geben wir den betroffenen Staaten ein Instrument in die Hand, um kurzfristig auf klimabedingte Ernteausfälle zu reagieren. Davon werden besonders auch Kleinbauern profitieren, für die eine Dürreperiode schnell zur existenziellen Überlebensfrage werden kann.“ Das Startkapital der Versicherung wird von der KfW und dem britischen Department for International Development (DFID) eingebracht. Initiator des Vorhabens ist das World Food Program (WFP) im Auftrag der Afrikanischen Union (AU). Weitere Geber haben die Entwicklung des Versicherungsmodells und zahlreiche Vorarbeiten unterstützt, so etwa die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit der Schweiz (DEZA), DFID und die Swedish International Development Cooperation Agency (SIDA). Die Versicherung wird von einem privaten Versicherungs Manager geleitet. Künftig sollen auch private Investoren und Geber hinzukommen, und mittelfristig soll ARC sich mehrheitlich im Besitz der afrikanischen Staaten befinden, die von der Versicherung profitieren. Die Rückversicherungsleistungen wird ARC von kommerziellen Rückversicherungen wie Munich Re oder Swiss Re beziehen.

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