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Deutsche Bank bekräftigt Kulturwandel nach Skandalen

Frankfurt/Main (afp) – Die Deutsche Bank hat nach den Skandalen um Zinsmanipulationen ihr Bestreben, einen Kulturwandel beim Geldinstitut einzuleiten, bekräftigt. „Der Kulturwandel weht durch jede Zweigstelle der Bank“, sagte der Ko-Vorstandsvorsitzende Anshu Jain bei der Jahrespressekonferenz der Deutschen Bank am Mittwoch in Frankfurt am Main. Ko-Chef Jürgen Fitschen sagte, wenn die Bank Fehlverhalten aufgedeckt habe, seien auch unmittelbar personelle Konsequenzen gezogen worden.

Die Deutsche Bank ist in eine Reihe von Affären um Manipulationen von Kursen oder Leitsätzen verwickelt. Im Skandal um die Manipulation international bedeutsamer Zinssätze hatte die Europäische Union Anfang Dezember eine Rekordstrafe gegen sechs internationale Großbanken verhängt, darunter die Deutsche Bank. Zurzeit wird wegen des Verdachts der Manipulation von Wechselkursen gegen die Bank ermittelt. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Streit um die Insolvenz des Medien-Konzerns Kirch derzeit auch wegen versuchten Prozessbetrugs gegen die Deutsche Bank und fünf ihrer Manager.

„Ich habe weder gelogen noch betrogen“, sagte Fitschen. Für die Verfehlungen im Investment-Bereich gab Jain zu, es habe Exzesse gegeben. „Ich übernehme dafür die volle Verantwortung“, sagte der Ko-Chef. Er sei trotzdem noch der richtige, die Bank weiterhin zu führen. Die Deutsche Bank habe einen tiefgreifenden Wandel eingeleitet. Mit Maßnahmen wie der fünfjährigen Sperrfrist für Bonuszahlungen führender Manager und Compliance-Trainings liege die Bank vor jeder anderen Bank in der Branche, sagte Jain.

Die Altlasten, viele davon aus den Jahren des früheren Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann, belasten auch das bereits vor einer Woche verkündete Jahresergebnis für 2013. So hatte die Bank einen Gewinn von 1,08 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 31,9 Milliarden Euro verzeichnet. Für Rechtsstreitigkeiten musste die Bank aber 2,5 Milliarden Euro aufwenden, weitere 2,3 Milliarden wurden zurückgestellt. Jain nannte das Ergebnis „enttäuschend“: „Das Management-Team ist damit nicht glücklich.“ Auch für 2014 müsse mit weiteren Rückstellungen gerechnet werden.

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