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Shareconomy – ein überschätzter Trend?

Der Einfluss der sogenannten Shareconomy auf Wirtschaft und Gesellschaft scheint an Bedeutung zu gewinnen. Immer mehr Menschen teilen lieber anstatt dass sie Dinge besitzen. In einer Studie hat die Agentur Metadesign die möglichen Auswirkungen für Unternehmen untersucht. Ein überraschendes Ergebnis: Es geht nicht um Umwelt- oder Ressourcenschutz.

Berlin/Düsseldorf (csr-news) > Der Einfluss der sogenannten Shareconomy auf Wirtschaft und Gesellschaft scheint an Bedeutung zu gewinnen. Immer mehr Menschen teilen lieber anstatt dass sie Dinge besitzen. In einer Studie hat die Agentur Metadesign die möglichen Auswirkungen für Unternehmen untersucht. Ein überraschendes Ergebnis: Es geht nicht um Umwelt- oder Ressourcenschutz.

„Die Shareconomy ist ein gesellschaftlicher Megatrend, der sich durchsetzt“, sagte BITKOM-Präsident Dieter Kempf im vergangenen Jahr. Sein Verband hatte sich in einer Studie mit der Ökonomie des Teilens beschäftigt, denn „moderne Informationstechnologien ermöglichen die Shareconomy und sind gleichzeitig ihr Vorreiter“. Tatsächlich unterstützen mehr als 50 Prozent der Teilnehmer einer Studie von Metadesign, alternative Formen des Konsums, immerhin zwei Drittel stehen dem positiv gegenüber. Befragt hat die Agentur rund 1000 Studienteilnehmer ab einem Alter von 14 Jahren. Von denen gehörten bereits zwanzig Prozent zu den sogenannten Ko-Konsumenten (kollaborative Konsumenten), das heißt, sie nutzen aktiv Sharing-Plattformen, um Dinge zu teilen. „Auch wenn das Thema Sharing in der Fachliteratur bereits seit Längerem besprochen wird und auch schon vielfach in den Medien diskutiert wurde, empirische Untersuchungen zu den Auswirkungen der Shareconomy gibt es erst wenige – und fast immer ohne einen konkreten Markenbezug. Diese spannende Schnittstelle hat uns als Marktforschungsunternehmen aber gerade interessiert und so haben wir gemeinsam mit den Markenexperten von MetaDesign eine Studie aufgesetzt, die auch diesen Aspekt untersucht“, erläutert Marcus Dreyer, Geschäftsführer FGM GmbH.

Eine der entscheidenden Fragen dabei ist, warum interessieren sich Konsumenten für das Teilen-statt-besitzen-Prinzip und unter welchen Voraussetzungen sind sie dazu bereit? Zunächst geht es darum festzustellen, welche Produkte von den Ko-Konsumenten überhaupt als geeignet eingestuft werden. Dabei zeigt sich, vor allem Technisches wie Werkzeuge und Elektroartikel, aber auch Fahrräder und sämtliche Medien (Bücher, Musik, Filme) werden gerne auch anderen zur Verfügung gestellt. Je persönlicher die Produkte sind, desto geringer ist die Bereitschaft, sie zu teilen. Die Motivation ist dabei wesentlich profaner als man zunächst vermuten könnte. Nachhaltigkeit und werteorientierte Entscheidungen spielen bei der Mehrheit der Befragten nur eine untergeordnete Rolle. Hauptmotivation, gemeinsam zu konsumieren, zu teilen, zu leihen oder zu tauschen, ist für jeden Zweiten ganz klar die Kostenersparnis. Uli Mayer-Johanssen, Chairwoman bei Metadesign: „Die Studie hat uns neben der überraschenden Erkenntnis, das Sharing weit weniger ideeller Natur ist als angenommen, auch verdeutlicht: Für Unternehmen stellen Sharingkonzepte keine grundsätzliche Gefahr dar, sondern bieten je nach Branche Chancen, ihre Geschäftsmodelle zu erweitern“. Welche das sein können, zeigte schon die Bitkom-Studie. Danach ist das Sharing von Fahrrädern besonders beliebt, entsprechende Services haben 9 Prozent der Internetnutzer bereits in Anspruch genommen. Ebenfalls 9 Prozent haben Produkte oder Dienstleistungen über eine Online-Tauschbörse getauscht. Carsharing nutzen 3 Prozent und Couch Surfing 2 Prozent.

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