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Bundesentwicklungsminister will ökologische und soziale Standards in der Wirtschaft voranbringen

Nachhaltigkeit ist die Grundlage für eine humane und gerechte Weltordnung – und ist damit auch das zentrale Thema der Entwicklungspolitik. So Gerd Müller (CSU), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, bei seiner Antrittsrede am vergangenen Mittwoch im Bundestag zu den Grundzüge der Entwicklungspolitik für die kommenden vier Jahre vor. Von NGOs erntete die Rede Lob.

Berlin (csr-news) – Nachhaltigkeit ist die Grundlage für eine humane und gerechte Weltordnung – und ist damit auch das zentrale Thema der Entwicklungspolitik. So Gerd Müller (CSU), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, bei seiner Antrittsrede am vergangenen Mittwoch im Bundestag zu den Grundzüge der Entwicklungspolitik für die kommenden vier Jahre. Von NGOs erntete die Rede Lob.

„Wir müssen die Globalisierung so gestalten, dass sie dem Menschen dient und nicht ausschließlich den Märkten und der Wirtschaft“, so Müller. „Nicht der freie Markt ohne jegliche Kontrolle ist unser Leitbild, sondern eine ökologisch soziale Marktwirtschaft“. Ziel sei es, die globale Finanz- und Wirtschaftswelt durch ökologische und soziale Standards stärker zu regulieren.

Außerdem plant Müller, das entwicklungspolitische Engagement der Bundesregierung in Afrika zu verstärken. Um Armut und Hunger zu bekämpfen, will er insbesondere die ländliche Entwicklung in Afrika fördern. „Wir streben den Aufbau von zehn grünen Wertschöpfungszentren in Afrika an und dabei sind nicht Agro-Fabriken unser Leitbild, sondern leistungsfähige bäuerliche Betriebe, die lokale Ernährung sichern und die Wertschöpfung im Lande belassen“, erklärte der Minister. Für dieses Vorhaben werde er jährlich rund eine Milliarde Euro investieren.

Trotz aller Probleme sei Afrika ein Chancen-Kontinent. Müller forderte deutsche Wirtschaftsakteure auf, gemeinsam mit der Politik diese Chancen zu nutzen. Gleichzeitig betonte er die Verantwortung der Konsumenten: „Auch der Konsument kann durch nachhaltiges Handeln Zeichen setzen“, so der CSU-Politiker.

Für dieses Jahr kündigte Müller an, unter dem Titel „Eine Welt – unsere Verantwortung“ eine nationale Zukunftscharta zu entwickeln. Dazu wolle er einen Diskussionsprozess einleiten, an dem sich auch die deutsche Öffentlichkeit beteiligen könne. Die Ergebnisse sollen Ende des Jahres in einen großen Eine-Welt-Kongress münden. „Wir bereiten damit ein neues globales Zielsystem für nachhaltige Entwicklung nach 2015 – die Neudefinition der Millenniumsziele, vor“, erläuterte Müller. Deutschland könne und müsse hier eine starke Vorgabe machen.

Die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch zeigte sich mit der Antrittsrede des Entwicklungsministers zufrieden. „Wir hoffen nun, dass das Entwicklungsministerium die Notwendigkeit einer klimaverträglichen und ressourcenschonenden Umgestaltung der globalen Wirtschaft zum Kernpunkt der angekündigten entwicklungspolitischen ‚Zukunftscharta‘ macht“, so Germanwatch-Vorstand Klemens van de Sand. Germanwatch begrüßte auch das Vorhaben, ländliche Betriebe in Afrika zu fördern. Die Bundesregierung müsse sich jedoch zunächst mit den Auswirkungen des Exports von billigem Fleisch aus Europa nach Afrika auseinandersetzen, warnte van de Sand. Zurzeit bedrohe dies die Existenz einheimischer Erzeuger und erhöhe den Migrationsdruck.

Die Rede von Bundesminister Gerd Müller >> im Internet