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Morgenstadt – Die urbane Zukunft entwickeln

Wie wollen wir zukünftig in der Stadt leben und arbeiten? Schon jetzt lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, bis 2050 sollen es rund 70 Prozent sein. Die Fraunhofer-Gesellschaft hat mit der Morgenstadt eine urbane Vision geschaffen die Antworten liefern soll. Anfang des Jahres hat die zweite Projektphase begonnen, jetzt soll die Stadt der Zukunft Wirklichkeit werden.

Stuttgart (csr-news) > Wie wollen wir zukünftig in der Stadt leben und arbeiten? Schon jetzt lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, bis 2050 sollen es rund 70 Prozent sein. Die Fraunhofer-Gesellschaft hat mit der Morgenstadt eine urbane Vision geschaffen die Antworten liefern soll. Anfang des Jahres hat die zweite Projektphase begonnen, jetzt soll die Stadt der Zukunft Wirklichkeit werden.

Erstmals in der Geschichte muss die Menschheit die Urbanisierung von mehreren Milliarden Menschen gestalten. In den Städten werden drei Viertel der weltweit erzeugten Energie verbraucht und rund 80 Prozent der klimaschädlichen Gase emittiert. In ihrer aktuellen Hightech-Strategie 2020 hat die Bundesregierung das Zukunftsprojekt »Die CO2-neutrale, energieeffiziente und klimaangepasste Stadt« formuliert. Umgesetzt wird dieses Projekts von der Fraunhofer-Gesellschaft, genannt wird es Morgenstadt. In einem ersten Schritt ging es darum Städte zu verstehen, zu schauen wo haben sich bereits innovative Nachhaltigkeitsprojekte durchgesetzt und mit welchen konkreten Problemen sehen sich die Städte konfrontiert. Dazu sind Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft um die ganze Welt gereist, führten ein globales Screening von Best Practice-Beispielen, City Rankings und bestehenden Studien durch und haben die 100 interessantesten Ansätze zusammengetragen. „Auch wenn es nicht die große Herausforderung gibt, so gibt es dennoch Gemeinsamkeiten“, so Alanus von Radecki, Projektleiter des Innovationsnetzwerks Morgestadt: City Insight. „Dazu gehört auf jeden Fall die Energiewende, die Verbesserung der Energieeffizienz und die innerstädtische Mobilität“. Die Gebäude einer Stadt sind für rund 40 Prozent der städtischen Emissionen verantwortlich. Sie stehen deshalb besonders im Zentrum der Überlegungen wenn es darum geht die Energeieffizienz zu verbessern oder um die Frage in welchem Umfang Städte selber Energie erzeugen können.

Mit der zweiten Phase, die bis Ende 2015 dauert, sollen die Erkenntnisse nun in Projekte umgesetzt werden. „Konkret wollen wir mit wenigen Städten eine vollständige Transformation durchführen“, so von Radecki. Zur Debatte stehen derzeit Hamburg, Berlin, Prag und San Francisco, es ist aber noch nichts entschieden. Im Fokus steht nun die Entwicklung eines Geschäftsmodells. „Es gibt zwar schon interessante finanzielle Ansätze und es gibt ausgefeilte Technologien, aber es gibt bislang noch keine fundierten, innovativen Modelle, die der Komplexität solcher Projekte gerecht werden und die sich dann auch für die einzelnen Stakeholder rechnen“, sagt von Radecki. Es war eine der wesentlichen Erkenntnisse aus der ersten Projektphase, dass es an Geschäftsmodellen fehlt, um nachhaltige Technologien in den Städten flächendeckend umzusetzen. Radecki: „Praktisch alle Projekte, die wir kennengelernt haben, wären ohne öffentliche finanzielle Förderung nicht zustande gekommen“. Möglicherweise liegt dies auch an den Prioritäten, wie sie in den meisten Städten vorherrschen. In fast allen Städten haben soziale und wirtschaftliche Aspekte der Zukunftsgestaltung die höchste Priorität, ist eine Erkenntnis aus der ersten Projektphase. „In vielen Städten ist den Verantwortlichen allerdings noch nicht klar, dass sich ökologische Nachhaltigkeit, Soziales und Wirtschaft nicht ausschließen, sondern im Gegenteil, dass durch Investitionen in die Nachhaltigkeit auch die ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen verbessert werden“, so von Radecki. „An dieser Stelle ist noch viel Überzeugungsarbeit nötig“.

Informationsbroschüre zum Projekt