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CSRtoday: die Presseschau

Hückeswagen > Ein Rückblick auf Pressestimmen der letzten Tage: Managerselbstmorde, Unternehmenskultur, Steuerbetrug, Olympiafolgen, Managerinnen und Transparenzpflichten.

Manager unter Druck: Selbstmorde auf der Chefetage
Carsten Schloter (Swisscom-Chef), Pierre Wauthier (Zurich-Finanzchef), William Broeksmith – die Selbstmorde dieser Konzernmanager liegen nicht lange zurück. „Der Druck ist in den vergangenen zehn bis zwanzig Jahren enorm gewachsen“, schreibt Die Zeit in ihrer aktuellen Ausgabe (6. Februar). Immer kürzer halten sich Spitzenmanager an der Spitze, zugleich seien die Top-Strategen stärker als früher auf die Zustimmung der Gesellschaft angewiesen. In dem Beitrag kommt der scheidende Lufthansa-Chef Christoph Franz zu Wort. „Die Schwächen von Menschen an der Spitze werden heute aufs Silbertablett gehoben, und dann schalten die Medien ihre Scheinwerfer an. Wir sind zu einer Gesellschaft der Entrüsteten geworden“, sagte Franz dem Blatt.

„Nur jeder dritte Vodafone-Mitarbeiter würde eigene Produkte empfehlen“
Das meldete die Rheinische Post (RP) am Freitag (7.2.). Der Konzern befindet sich in einem mit Personalabbau verbundenen Umbau. Weiter zitiert die RP aus der Umfrage unter den Vodafone-Mitarbeitern: Die meisten beurteilen ihren unmittelbaren Vorgesetzten positiv, doch nur 21 Prozent vertrauen den Entscheidungen des Managements rund um den Geschäftsführungs-Vorsitzenden Jens Schulte-Bockum.

„Elite und Elend“: die Steuerbetrüger
Schätzungsweise 80 Milliarden versteckter Auslandsgelder schlummern alleine noch in der Schweiz, heißt es in der aktuellen Ausgabe des Spiegels unter dem Titel „Elite und Elend“. Aufhänger des Beitrags sind die prominenten Steuersünder. Thematisiert wird aber auch die Rolle der Banken, die den Vermögenden seit den fünfziger und sechziger Jahren beim Geldtransfer über die Grenze und beim Aufbau von Briefkastenfirmen in Steueroasen behilflich waren. Wohlhabende Anleger in der Schweiz könnten sich beim zunehmenden Fahndungsdruck und einer veränderten Gesetzeslage auf einen letzten Dienst ihrer Banken verlassen. „Die lassen ihre Kunden nicht hängen, wenn sie um Hilfe gebeten werden und die Vermögen groß genug sind“, zitiert das Magazin einen Schweizer Rechtsanwalt. Aus der Schweiz flössen derzeit Milliarden in alle Himmelsrichtungen.

Olympische Spiele: Das bleibt
51 Milliarden Dollar fließen in die Olympischen Spiele in Sotschi. „Ob all die Sportstätten, Hotels, Straßen und Tunnel nach dem 23. Februar, dem Ende des Wettbewerbs, noch gebraucht werden, bezweifeln Kritiker“, schreibt das Manager Magazin (8.2.14). Das Blatt zeigt in einer beeindruckenden Bilderstrecke den heutigen Zustand ehemaliger Olympiasportstätten und rechnet vor: Die größte Differenz zwischen einem Olympiabudget und den tatsächlichen Kosten brachten 1976 die Sommerspiele im kanadischen Monteral: 796 Prozent. Und die Briten müssen alleine 186 Millionen Euro aufwenden, um das Olympiastadion von 2012 zur Fußballarena umzubauen.

Managerinnen-Ranking: Keine Europäerin unter den Top 10
Das US-Wirtschaftsmagazin Fortune setzte die neue General Motors-Chefin, Mary Barra, auf Platz eins seiner Liste der mächtigsten Managerinnen der Welt. „Unter den zehn Erstplatzierten sind acht Managerinnen aus den USA und keine einzige Europäerin“, schreibt die Süddeutsche Zeitung (10.2.14).

Fischindustrie kritisiert Kennzeichnungspflicht
Der Bundesverband der Deutschen Fischindustrie kritisiert die ab Dezember 2014 geltende EU-Fischverordnung und deren Transparenzbestimmungen. „Wir fragen uns, ob der Markt wirklich bereit ist, das zu bezahlen“, sagte Verbandsgeschäftsführer Matthias Keller nach einem Bericht der Berliner taz (10.2.14). Greenpeace-Experte Thilo Maack vermute eher Angst vor Transparenz als Grund für die Verbandskritik, so die Zeitung. Händler sollen zukünftig Produktionsmethoden und Fanggebiete angeben.