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Materialeffizienz – mit vielen kleinen Schritten zum Ziel

Der Material- und Rohstoffeinsatz gehört mit zu den größten Kostenblöcken in Unternehmen des produzierenden Gewerbes. Durch effizienteren Materialeinsatz lassen sich demnach Kosten sparen aber auch die Auswirkungen der unternehmerischen Tätigkeit auf die Umwelt reduzieren. Im Rahmen ihres Umweltexperten-Panels hat sich das Institut der deutschen Wirtschaft mit der Materialeffizienz in den Unternehmen beschäftigt.

Köln (csr-news) > Der Material- und Rohstoffeinsatz gehört mit zu den größten Kostenblöcken in Unternehmen des produzierenden Gewerbes. Durch effizienteren Materialeinsatz lassen sich demnach Kosten sparen aber auch die Auswirkungen der unternehmerischen Tätigkeit auf die Umwelt reduzieren. Im Rahmen ihres Umweltexperten-Panels hat sich das Institut der deutschen Wirtschaft mit der Materialeffizienz in den Unternehmen beschäftigt.

China wird bis zum Jahr 2025 ungefähr genauso viel Stahl benötigen wie der Rest der Welt zusammen, so das Ergebnis einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. Die Nachfrage nach Stahl wird also weiterhin deutlich steigen, wahrscheinlich um rund 3,5 Prozent pro Jahr. Mit Auswirkungen auf das Angebot und die Preise. Materialeffizienz lautet nach Einschätzung der PwC-Berater das Gebot der Stunde. Für die Unternehmen in Europa und vor allem in Deutschland wird sich der Wettbewerbsdruck deutlich erhöhen. Ein reales Szenario, wie es nicht nur für den Stahl gilt. Mit einem Anteil von rund 40 Prozent machen die Materialkosten den größten Teil der Kosten eines Produkts aus. Vor allem in kleineren und mittleren Betrieben rechnet sich die Verbesserung der Materialeffizienz, kann Versorgungsrisiken senken und vor allem auch die Umweltauswirkungen verringern. Interessanterweise zeigen sich die Unternehmen nur wenig aufgeschlossen gegenüber Effizienzberatungen. Wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in seinem aktuellen Umweltexperten-Panel herausgefunden hat, sind die Betriebe niedrigschwelligen Informationsangeboten, also beispielsweise schriftlichen Informationen, gegenüber aufgeschlossen. „Gegenüber Beratungen verhalten sich hingegen viele Unternehmen reserviert“. Je stärker Unternehmen an der Verbesserung ihrer Materialeffizienz arbeiten, desto eher ziehen sie auch in Erwägung, sich beraten zu lassen, denn in ihren Bemühungen stoßen sie auf Hindernisse, die sie nicht leicht allein überwindenden können.

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Tatsächlich genießt das Thema Materialeffizienz nicht die größte Aufmerksamkeit in den Betrieben. Bei den, im Rahmen des Umweltexperten-Panels, befragten Unternehmen wird in 42 Prozent der Fälle das Thema Materialeffizienz mit höchster Priorität verfolgt, während sich 46 Prozent der Unternehmen vorrangig um die Energieeffizienz kümmern. „Generell unterstützen sich die beiden Ansätze wechselseitig. Wer sich um einen effizienten Einsatz der Energie bemüht, sorgt sehr oft auch für eine Verbesserung des Materialeinsatzes“, so das Fazit. Dennoch gaben drei Viertel der Unternehmen an, sich in den beiden vergangenen Jahren mit dem Thema beschäftigt und konkrete Maßnahmen durchgeführt haben. Für größere Unternehmen ist der effiziente Materialeinsatz sogar ein Dauerthema. Für die Zukunft sehen die Zahlen allerdings anders aus, deutlich weniger Unternehmen beabsichtigen konkrete Maßnahmen zur Materialeffizienz. „Die Bedeutung des Themas geht in den Unternehmen aber nicht unbedingt mit der Zeit zurück, denn der Blick in die Vergangenheit ist naturgemäß klarer als der in die Zukunft“, so die Bewertung durch das IW. „Zudem ist es sehr gut denkbar, dass gerade die weitverbreiteten kleinen Verbesserungen keinen Vorlauf von mehr als einem Jahr haben und auch sonst nur kurze Schatten vorauswerfen“. Eine wesentliche Erkenntnis der Befragung war, dass die Steigerung der Materialeffizienz meistens eher durch kleine Schritte befördert wird und sehr viel seltener durch größere Umstellungen. „Das Vorgehen in kleinen Schritten wird in den Unternehmen dieser Befragung mehr als dreimal häufiger genannt als größere Veränderungen wie die Einführung neuer Verfahren oder die Ersetzung eines Materials. Dies dürfte vor allem auf kleine Optimierungen am Prozess zur Verringerung von Ausschuss und Verschnitt zutreffen. Gut ein Fünftel der Unternehmen versucht zudem, ein quantifiziertes Materialeffizienzziel zu erreichen, und kontrolliert dieses auch“.

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