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CSRbriefly am Mittwoch

Hückeswagen (csr-news) – Heute mit den Themen Genossenschaften, Lieferkette der chemischen Industrie, GlobalGAP, Ernsting’s family, Äthiopien, Nachhaltiger Tourismus, faire Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft, Umsatzsteigerungen im Naturkostfachmarkt, Missstände in Putenfarmen und Rabatte bei der EEG-Umlage.

Genossenschaften stärken gemeinwohlorientierte Wirtschaft
In dieser Woche diskutiert der nordrhein-westfälische Landtag über das Genossenschaftswesen. „Genossenschaften eignen sich in besonderer Weise zur Bündelung von wirtschaftlich orientierten Zusammenschlüssen von Einzelpersonen oder Institutionen, die durch ihr Wirken auch gemeinwohlorientierte, soziale oder ökologische Zwecke verfolgen“, heißt es in dem Antrag von SPD und Grünen (16/3228). Die Fraktionen zeigen sich über eine geringe Zahl an Genossenschafts-Neugründungen besorgt. Ursachen seien etwa die hohen Gründungskosten oder fehlende Gründungsförderungen. Mit einer Insolvenzquote von 0,13 Prozent im Jahr 2011 seien Genossenschaften die insolvenzsicherste Rechtsform.
Der Antrag >> als PDF im Internet

DQS zertifiziert für „Together for Sustainability“
Im Jahr 2011 wurde die Chemie-Initiative „Together for Sustainability“ gegründet. Die von den Konzernen BASF, Bayer, Evonik, Henkel, LANXESS und Solvay gegründete Initiative will einheitlicher Nachhaltigkeitskriterien innerhalb der weltweiten Lieferkette entwickeln sowie Transparenz und Effizienz fördern. Seit Jahresbeginn ist die DQS GmbH eine von drei international gelisteten Zertifizierungsgesellschaften der Initiative.
„Together for Sustainability“ im Internet: www.tfs-initiative.com

GlobalGAP zertifiziert fast 150.000 Produzenten
Die GlobalGAP-Initiative weltweit 149.300 Produzenten. Diese Zahl nannte der Geschäftsführer der Initiative, Kristian Moeller, auf jüngst beendeten Messe FOOD LOGISTICA in Berlin. „Wir geben den Produzenten Anreize, sichere Lebensmittel zu erzeugen, indem wir ihnen neue Märkte erschließen“, so Möller weiter. Die drei Buchstaben GAP stehen für „Good Agricultural Practice“. 1996 wurde die europäische Initiative unter dem Namen EurepGAP ins Leben gerufen. Eine Stärke des Systems besteht in der Möglichkeit einer Gruppenzertifizierung für Kleinbauern – zu erschwinglichen Kosten. GlobalGAP bietet neben der Standardzertifizierung Zusatzmodule zu sozialen Aspekten wie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.
Die Initiative im Internet: www.globalgap.org/de/

Ernsting’s family nimmt Fairtrade ins Programm
Seit dieser Woche bieten die 1.700 Ernsting’s famliy-Filialen Kinder-T-Shirts aus indischer Fairtrade-Baumwolle. Im Dezember 2013 besuchten Mitarbeitern von Ernsting’s family-Mitarbeiter mit Vertretern von TransFair indische Baumwollkooperativen.
Der Bericht dazu >> im Internet

Deutsches Engagement für Äthiopien
Der Schutz und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen sowie die berufliche Bildung und Hochschulbildung sind Schwerpunkte des deutschen Engagements in Äthiopien. Das Wirtschaftswachstum in dem ostafrikanischen Land betrug in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich sieben Prozent. Seine Einschulungsrate konnte Äthiopien zwischen 1990 und 2008 von 24 auf 79 Prozent steigern. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller erklärte anlässlich seines bis zum vergangenen Wochenende dauernden Besuchs in Äthiopien: „Afrika ist bei allen Herausforderungen ein Kontinent der Chancen und ein Schwerpunkt meiner Agenda.“

Nachhaltigkeit weiterhin Dauerbrenner im Tourismus
Nach Deutschland (2010) und Rheinland-Pfalz (2012) untersucht das dwif (Institut für Tourismusforschung)  nun auch im Sparkassen-Tourismusbarometer Schleswig-Holstein die „Nachhaltigkeit“ als Schwerpunktthema. Die vom dwif vorgelegte Erststudie im Rahmen des Sparkassen-Tourismusbarometer Deutschland ermittelte für die so genannten „Bewussten“ (etwa 5,4 Millionen unter den deutschen Reisenden) eine nicht unbeträchtliche Mehrzahlungsbereitschaft: 18 bis 20 Euro mehr wäre ihnen eine nachhaltig gestaltete Anreise per Bahn, die Halbpension mit regionalen und Bioprodukten sowie eine Unterkunft mit Umweltsiegel gegenüber einem konventionellen Urlaubsangebot wert. Für Rheinland-Pfalz war die Zahlungsbereitschaft für Nachhaltigkeit in dieser bewussten Zielgruppe mit 22 bis 29 Euro pro Person und Urlaubstag sogar noch höher.

Faire Arbeitsbedingungen für gute Wissenschaft
Die Hamburger Wissenschaftsbehörde hat in einer Arbeitsgruppe mit Vertretern von Hochschulen, Gewerkschaften, Personalräten, Deutschem Hochschulverband und der Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten Verabredungen getroffen, um die Arbeitsbedingungen für Hamburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie andere Beschäftigte an den Hochschulen zu verbessern. Die Regelungen werden im Hamburgischen Hochschulgesetz sowie in einem Verhaltenskodex (Code of Conduct) umgesetzt. Die Initiative entspricht der Zielsetzung im Arbeitsprogramm des Senats, die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft zu verbessern. Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Ziel muss es sein, die besten Köpfe für eine berufliche Laufbahn an den Hochschulen zu gewinnen. Voraussetzung dafür sind faire Arbeitsbedingungen.“

Naturkostfachmarkt erreicht zweistelliges Wachstum
Der deutsche Naturkostfachhandel konnte im vergangenen Jahr eine Umsatzssteigerung von 10,5% erzielt werden. Die Erlöse des Naturkosteinzelhandels lagen 2013 überdies bei ca. 2,5 Milliarden EUR. Elke Röder, Geschäftsführerin des BNN stellte die Zahlen anlässlich der BIOFACH 2014 vor: „Die Naturkostbranche geht seit Jahren mit großen Schritten voran. 2013 war aber nicht nur ein gutes Jahr, sondern vor allem ein Signal an Lebensmittelbranche, Politik und Gesellschaft“. Vor allem junge Menschen greifen immer häufiger zu Lebensmitteln aus ökologischem Anbau. „Die Marktergebnisse 2013 spiegeln deutlich die Werte der jungen Zielgruppe wieder. Vor allem vegetarische Lebensweisen fallen darunter. Das ist ein erheblicher Wachstumsmarkt, der klar von Bio dominiert wird“, ergänzt Elke Röder. Vegetarische Produkte, wie fleischlose Convenience, verzeichneten im vergangenen Jahr deutliche Zuwächse.

Missstände in deutschen Puten-Elterntierfarmen
Rund 47 Millionen Putenküken schlüpfen pro Jahr allein in der Bundesrepublik. Über die Elterntiere der Puten ist dabei bislang wenig bekannt. Die Tierschutzorganisation PETA Deutschland konnte 2012 mehrere Monate lang umfangreiche Ermittlungen in vier Anlagen in Brandenburg durchführen. Die erschütternden Aufnahmen der Tierrechtler zeigen kranke, blinde und schwerverletze Puten mit teilweise gebrochenen Gliedmaßen, enge, mit Kot und Urin übersäte Stallungen sowie tote Tiere. Zu den Abnehmern der Puteneier gehört unter anderem das Unternehmen Moorgut Kartzfehn (Kameke GmbH & Co. KG), einer der größten Putenproduzenten Deutschlands. Dieser wiederum unterhält enge Geschäftsbeziehungen zur Unternehmensgruppe Heidemark. PETA hat nun Strafanzeige gegen die Betriebe bei der Staatsanwaltschaft Neuruppin gestellt. „Putenfleisch ist von Anfang bis Ende der ‚Produktionskette‘ mit Krankheit und großem Leid verbunden“, so Lisa Wittmann, Agrarwissenschaftlerin bei PETA. „Da die überzüchteten Puten sich auf biologischem Weg nicht mehr fortpflanzen können, werden die Elterntiere gewaltsam künstlich befruchtet – dabei werden viele Tiere verletzt“. Das Unternehmen Moorgut Kartzfehn weist in einer Stellungnahmen die Vorwürfe entschieden zurück: „Das von Peta vorgelegte Bildmaterial zeigt betroffene Einzeltiere und spiegelt nicht den Zustand in unseren Farmen wider, die hohen Hygienestandards unterliegen“.

EEG-Umlage: Unternehmen werden Mrd. Euro entlastet
Für das Jahr 2014 hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)  bei 2098 Unternehmen die EEG-Umlage begrenzt, gab das Amt in einer Mitteilung bekannt. Gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl somit um 378 begünstigte Unternehmen bzw. Unternehmensteile gestiegen. Die Höhe der privilegierten Strommenge liegt für 2014 bei 107.101 GWh und ist gegenüber dem Vorjahr um 11.544 GWh angestiegen. Die Höhe der Entlastung liegt voraussichtlich bei 5,1 Mrd. Euro gegenüber 4,0 Mrd. Euro in 2013.