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Studie: Windparks können das Wetter nicht großräumig verändern

Spekulationen über wetterverändernde Einflüsse von großen Windparks haben sich einer neuen Untersuchung zufolge als weitestgehend falsch herausgestellt. Die Folgen für das Wetter blieben äußerst überschaubar, heißt es in der am Dienstag vom Fachjournal „Nature Communications“ veröffentlichten Studie aus Frankreich. Selbst im schlimmsten Fall würden demnach die Einflüsse der Windparks auf das Wetter gegenüber jährlichen Schwankungen und Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels nicht ins Gewicht fallen.

Berlin (afp) – Spekulationen über wetterverändernde Einflüsse von großen Windparks haben sich einer neuen Untersuchung zufolge als weitestgehend falsch herausgestellt. Die Folgen für das Wetter blieben äußerst überschaubar, heißt es in der am Dienstag vom Fachjournal „Nature Communications“ veröffentlichten Studie aus Frankreich. Selbst im schlimmsten Fall würden demnach die Einflüsse der Windparks auf das Wetter gegenüber jährlichen Schwankungen und Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels nicht ins Gewicht fallen.

Die Forscher des französischen Laboratoire des Sciences de Climat et de l’Environnment (LSCE) simulierten die Folgen der Windparks für das europaweite Wetter im Jahr 2020. Dabei gingen sie von der Annahme aus, dass die EU-Pläne zum Ausbau der erneuerbaren Energien bis dahin wie geplant umgesetzt und zahlreiche neue Windparks entstanden sind. Den Bestand der Windparks im Jahr 2012 nahmen sie als Ausgangsbasis und addierten vor allem neue Parks auf dem Meer, da dies ein zentraler Ausbautrend ist.

Im Ergebnis seien die Auswirkungen auf das Wetter „begrenzt“, heißt es in der Studie. Nur im Winter könne es durch die Errichtung der Windturbinenfelder im Zusammenspiel mit anderen Faktoren zu minimalen Wetterveränderungen kommen. So seien ein Temperaturanstieg um 0,3 Grad und eine Zunahme von Regen um bis zu fünf Prozent möglich, wenn sich zu den Wirbelstromeffekten der Windparks ein schwaches, dafür aber ausdauerndes Hochdruckgebiet über Europa geselle.

Die Forscher distanzierten sich damit von einigen älteren Studien. Diese hatten den Verdacht nahegelegt, große Windparks könnten das Wetter unter Umständen sogar großräumig beeinflussen, indem ihre Turbinen warme und kalte Luft vermischten, örtliche Lufttemperaturen erhöhten und Niederschlagsmuster veränderten. Aus einer 2010 veröffentlichten Simulation ging angeblich hervor, dass die Windparks die Wetterbedingungen bis an Orte in tausenden Kilometern Entfernung deutlich verändern könnten. Derartige Simulationen hätten aber wichtige Details der Wirkung der Windturbinen außer Acht gelassen, konstatierte jetzt die Forschergruppe aus Frankreich.

In der Nordsee wurde unterdessen nach der Beseitigung von fast 30 Tonnen Munition der Windpark „Riffgat“ ans Festland-Stromnetz angeschlossen. Ab dem heutigen Mittwoch werde über die Netzanbindung Offshore-Windstrom an Land transportiert, teilte der Übertragungsnetzbetreiber Tennet gestern mit. Durch die notwendige Räumung für die Kabeltrasse, die entlang eines Munitionsablagegebietes verläuft, und die dadurch verursachten Verzögerungen bei der Anbindung des Windparks seien Mehrkosten von fast 100 Millionen Euro entstanden.

Der Offshore-Windpark „Riffgat“ wurde von dem niedersächsischen Energiekonzern EWE rund 15 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum gebaut. Tennet ist als Übertragungsnetzbetreiber in Norddeutschland für den Anschluss der neu entstehenden Offshore-Windparks verantwortlich, die ein Rückgrat der Versorgung mit erneuerbaren Energien bilden sollen.