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Eltern in der „Rush-Hour des Lebens“ wenig krank – Vereinbarkeit von Job und Familie bleibt Herausforderung

Kind, Job, Karriere und Hausbau: In der „Rush-Hour des Lebens“ stürzen viele Aufgaben auf Eltern ein. Trotz der enormen Belastung sind berufstätige Mütter und Väter zwischen 25 und 39 Jahren aber erstaunlich selten krank, wie der am Donnerstag in Berlin vorgelegte DAK-Gesundheitsreport zeigt. Die Zahl der krankheitsbedingten Ausfalltage liegt bei den Männern demnach 28 Prozent und bei den Frauen 24 Prozent unter dem Durchschnitt – damit sind sie sogar weniger oft krank als die 15- bis 24-Jährigen.

Berlin (afp) – Kind, Job, Karriere und Hausbau: In der „Rush-Hour des Lebens“ stürzen viele Aufgaben auf Eltern ein. Trotz der enormen Belastung sind berufstätige Mütter und Väter zwischen 25 und 39 Jahren aber erstaunlich selten krank, wie der am Donnerstag in Berlin vorgelegte DAK-Gesundheitsreport zeigt. Die Zahl der krankheitsbedingten Ausfalltage liegt bei den Männern demnach 28 Prozent und bei den Frauen 24 Prozent unter dem Durchschnitt – damit sind sie sogar weniger oft krank als die 15- bis 24-Jährigen.

Die DAK-Gesundheit hat für die Studie den Krankenstand ihrer Mitglieder analysiert und mehr als 3000 Männer und Frauen zwischen 25 und 40 Jahren nach Belastungsfaktoren befragt. In punkto Belastung zeigten sich nahezu keine Unterschiede zwischen Berufstätigen mit und ohne Kinder. Selbst in Vollzeit arbeitende Mütter haben laut Report insgesamt keine höheren Stresswerte als Mütter in Teilzeit oder nicht erwerbstätige Mütter.

Nach Angaben von DAK-Vorstandschef Herbert Rebscher darf der niedrige Krankenstand aber „nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in diesem Alter erste Ansätze für chronische Krankheiten bilden.“ So seien bereits vier von zehn Beschäftigten zwischen 25 und 39 Jahren mit Rückenproblemen in Behandlung.

Sieben Prozent der Männer dieser Altersgruppe würden zudem wegen Bluthochdrucks behandelt, der häufig in Verbindung mit Stress und Bewegungsmangel steht. Etwa jeder fünfte Mann und sogar jede dritte Frau muss demnach wegen eines psychischen Leidens zum Arzt. Diese Krankheiten sind laut DAK vor allem ein Warnsignal, weil sie häufig wiederkehren und den Gesundheitszustand langfristig erheblich beeinträchtigen können.

Für problematisch halten es die Experten daher, dass viele berufstätige Eltern offensichtlich weniger auf ihre Gesundheit achten. Während zum Beispiel fast ein Drittel (30,3 Prozent) der berufstätigen Frauen ohne Kinder viel Sport treibt, ist dies bei den Müttern nur ein Sechstel (17,4 Prozent). Auch bei gesunder Ernährung und ausreichendem Schlaf schneiden Erwerbstätige mit Kindern durchschnittlich etwas schlechter ab als die ohne Kinder.

Bei der besseren Vereinbarkeit von Job und Familie sieht die DAK vor allem die Wirtschaft in der Pflicht. Rebscher forderte einen „kulturellen Wandel in den Unternehmen“, der Müttern und Vätern eine größtmögliche Flexibilität ermöglichen müsse. Gerade für Männer gelte ein 32-Stunden-Job nach wie vor als Karrierebremse. Auch der „pünktliche Abgang um fünf Uhr wird noch immer von vielen Vorgesetzten mit einem Naserümpfen quittiert“, erklärte Rebscher.

Fast zwei Drittel (62 Prozent) der Eltern können laut Studie immerhin Teilzeit nutzen, 36 Prozent Gleitzeit. Von Betriebskindergärten oder -krippen profitieren demnach bislang aber erst sechs beziehungsweise drei Prozent aller Eltern.

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