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CSRbriefly am Freitag

Hückeswagen (csr-news) – Heute mit den Themen Änderungen der Kosmetikverordnung, DFH Trendbarometer Nachhaltigkeit, Unternehmen und ihr CO2-Ausstoß, zwei Jahre Electroreturn, EDEKA fördert Deutschlandstiftung Integration und Weltgemeinschaft vereint im Kampf gegen Wilderei.

Änderungen der Kosmetikverordnung
Schätzungen zufolge reagieren rund  1 bis 3 % der europäischen Bevölkerung allergisch auf Duftstoffe. Zu den häufigsten Symptomen zählen Reizungen, Schwellungen und Ausschlag, bis hin zu chronische Ekzemen. Dafür können bestimmte Substanzen verantwortlich sein, wie sie in Kosmetika verwendet werden. Diese Stoffe werden in der Kosmetikverordnung als verbotene Substanzen aufgeführt. Eine regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung ist vorgesehen, hat aber 2003 letztmalig stattgefunden. Heute hat die EU-Kommission die öffentliche Konsultation über verschiedene allergene Duftstoffe eröffnet. Hintergrund ist ein Überprüfungsgutachten aus dem Jahr 2012. Darin wird u.a. das Verbot von drei Substanzen und die Einschränkung weiterer zwölf Substanzen vorgeschlagen. Außerdem soll die Liste der Allergene, auf die Verbraucher aufmerksam gemacht werden sollen, erweitert werden. Jetzt haben die Mitgliedsstaaten Zeit den geplanten Maßnahmen zuzustimmen, anschließend Parlament und Rat. Wird kein Einspruch erhoben, wird es voraussichtlich Ende dieses Jahres oder Anfang 2015 zu einer Änderung der Kosmetikverordnung kommen. Dann müssten die Hersteller für betroffene Produkte andere Substanzen verwenden.

DFH Trendbarometer Nachhaltigkeit
Beim Thema Hausbau legen die Deutschen laut der repräsentativen Forsa-Umfrage „DFH Trendbarometer Nachhaltigkeit 2014“ hohen Wert auf Nachhaltigkeitsfaktoren. Wichtig sind ihnen vor allem eine verbesserte Energieeffizienz, geringe Instand-haltungskosten, die soziale Verantwortung des Bauträgers, der Werterhalt der Immobilie sowie ein Zertifikat, welches die nachhaltige Bauweise belegt. Immerhin 36 Prozent der Befragten schreiben diese Kriterien Fertighäusern in Holzbauweise eher zu als herkömmlichen Massivbauten. „Das Ergebnis der Umfrage bestätigt unsere Strategie, innovative, energieeffiziente und nachhaltige Fertighäuser zu bauen“, sagt Thomas Sapper, Vorstandsvorsitzender der DFH Deutsche Fertighaus Holding. Würden die Befragten in nächster Zeit den Bau eines Hauses planen, wären langfristig niedrige Kosten durch eine verbesserte Energieeffizienz praktisch allen Befragten „sehr wichtig“ oder „wichtig“ (96 Prozent). Geringe Instandhaltungs- und Sanierungskosten sowie die soziale Verantwortung des Bauträgers gegenüber den eigenen Mitarbeitern sind zwei weitere Aspekte, die ebenfalls für mehr als neun von zehn Befragten (jeweils 92 Prozent) ganz oben auf der Liste der wichtigsten Nachhaltigkeitsfaktoren stehen. Große Bedeutung schreiben die Bundesbürger außerdem der Beachtung des Umweltschutzes durch die Verwendung ökologischer Baustoffe zu (85 Prozent). Für jeweils mindestens sieben von zehn Befragten spielen die Möglichkeit, den Grundriss anpassen zu können (84 Prozent), der Werterhalt und ein hoher Wiederverkaufswert (81 Prozent) sowie ein Zertifikat zur Bestätigung der nachhaltigen Hausbauweise (73 Prozent) eine (sehr) wichtige Rolle. Kriterien wie eine ökologische Bauweise, niedrige Energiekosten, die Anpassungsfähigkeit des Grundrisses oder geringe Instandhaltungskosten schreiben 36 Prozent der Befragten eher Fertighäusern in Holzbauweise zu. 44 Prozent sehen hier die herkömmliche Massivbauweise im Vorteil. Acht Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Nachhaltigkeitskriterien auf beide Bauweisen gleichermaßen zutreffen. Drei Prozent sind diesbezüglich unentschieden. „Wir sind sehr erfreut über das für die Fertighausbranche sehr gute Ergebnis“, erklärt DFH-Vorstandschef Sapper. „Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass in den nächsten Jahren noch mehr Menschen erkennen, dass sich nachhaltiges Bauen am ehesten mit innovativen, ökologischen und zukunftsorientierten Fertighäusern realisieren lässt.“ Die Studie zum Download.

Unternehmen sind sensibilisiert, ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren
Jährlich reisen eine Milliarde Menschen. Bis zum Jahr 2020 wird sich diese Zahl verdoppeln. Ohne einen Wertewandel, der Reisen umweltverträglicher macht, sind die Folgen für das Weltklima vor allem durch einen hohen CO2-Ausstoß verheerend. Zu diesem Ergebnis kam eine Podiumsdiskussion des Travel Industry Club in Hamburg. Bei seiner Begrüßung gab Dirk Bremer, President des Travel Industry Club, der Veranstaltung eine Frage mit auf den Weg: „Wie können wir uns mit unserem Planeten solidarisch zeigen und dennoch reisen?“ Martin Kaiser, Leiter Internationale Klimapolitik bei Greenpeace e.V., stellte unmissverständlich fest: „Der Klimawandel ist da.“ Viele Urlaubsregionen vor allem in Asien und Afrika seien davon betroffen. „Wir müssen dringend die Verbrennung fossiler Rohstoffe vermindern“, mahnte er eindringlich. Es drohe eine Erwärmung der Erde um bis zu vier Grad Celsius mit ernsthaften Folgen. „Überflutungen und Dürreperioden machen große Gebiete unbewohnbar, Klimaflüchtlinge werden in andere Regionen abwandern.“ Die gute Nachricht: „Es gibt eine große Wahrscheinlichkeit, dass wir die Erderwärmung unter einem Plus von zwei Grad halten können.“ Dazu müsse das globale Klima aber mit globalen Maßnahmen gestützt werden. Dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist, zeigt die aktuelle Meldung, dass Deutschland im vergangenen Jahr soviel Braunkohle verfeuert hat wie zuletzt 1990. Derzeit erreicht die Kohle einen Anteil von 45,5 Prozent bei der Stromerzeugung und ist der größte Faktor bei der CO2-Emission. Dagegen bewies die anschließende Podiumsdiskussion, dass es in der Privatwirtschaft interessante Ansätze gibt, um den CO2-Verbrauch zu senken. „Die Deutsche Bahn wird bis zum Jahr 2050 ihren kompletten Strombedarf aus erneuerbaren Energien decken“, sagte Peter Westenberger, Leiter Umwelt Grundsätze bei der Bahn. „Bereits 1994 haben wir unser erstes Klimaschutzprogramm aufgelegt und seitdem 45 Prozent CO2-Ausstoß durch bessere Effizienz unserer Züge eingespart.“ Willem van der Zee, Area Vice President Central Europe der Carlson Rezidor Hotel Group erklärte, dass sein Unternehmen bis zum Jahr 2016 ein Viertel weniger Energie verbrauchen will. „Damit sparen wir in unseren Häusern jährlich ungefähr den kompletten Energieverbrauch Islands ein.“ Auch SAP ist für den Klimaschutz sensibilisiert. Zwar stößt das Unternehmen pro Jahr 480 Kilotonnen CO2 vornehmlich durch 720000 Reisen und den Betrieb von Rechenzentren aus, doch 60 Prozent der benötigten Energie stammen aus erneuerbaren Rohstoffen. „Mitarbeiter, die freiwillig auf einen Firmenwagen verzichten, erhalten von uns eine BahnCard 100“, betont Dirk Gerdom, Head of Global Travel Management. „Zudem werden bei uns schon heute viele Reisen durch Telekonferenzen ersetzt.“ Wer durch eine Flugreise zum weltweiten CO2-Ausstoß beiträgt, kann mit einer freiwilligen Zahlung an die atmosfair GmbH dafür sorgen, dass diese Klimabelastung neutralisiert wird. Doch Geschäftsführer Dietrich Brockhagen beklagt, dass nur etwa ein Prozent der Reisenden davon Gebrauch machen. „Wir müssen insgesamt ein größeres Bewusstsein bei den Menschen für die unmittelbaren Gefahren des Klimawandels schaffen.“ Moderator Andreas Hallaschka, Chefredakteur Merian, zog aus der lebendigen Diskussion das Resümee: „Nur durch kollektives Handeln können wir den Wandel zu weniger CO2-Emission beschleunigen und so die Erderwärmung aufhalten.“ Die Teilnehmer waren sich dabei einig, dass es nicht darum geht, Reisen zu verhindern, sondern insgesamt umweltverträglicher zu gestalten.

Zwei Jahre Electroreturn
Die ALBA Group, eine Unternehmensgruppen für Recyclingdienstleistungen und Rohstoffversorgung, und die Deutsche Post, starten ab kommendem Montag, 17. Februar 2014, einen Fotowettbewerb zum gemeinsamen Recyclingprojekt Electroreturn. Gesucht wird das beste Foto eines „Retro-Handys“. Das gemeinsame Elektronikschrott-Recyclingprojekt von ALBA Group und Deutscher Post wird in diesem Monat zwei Jahre alt. Seit Februar 2012 können Verbraucher unter www.electroreturn.de ein kostenloses Versandetikett herunterladen und damit portofrei ihre ausgedienten Handys und andere Elektro-Kleingeräte, die in einen (Maxi)-Briefumschlag passen, wie beispielweise Rasierer, ins Recycling geben. Einfach in den nächsten Briefkasten geworfen, gehen diese Umschläge dann zur ALBA R-plus GmbH, der Elektronikschrott-Recycling-Spezialistin innerhalb der ALBA Group. An deren Standort in Lustadt (Rheinland-Pfalz) werden die Geräte in eigenen, behördlich kontrollierten Anlagen aufbereitet und umweltfreundlich recycelt. „In deutschen Schubladen liegen rund 106 Millionen defekte oder veraltete Handygeräte, die neben Schadstoffen auch Edelmetalle enthalten. Werden sie entsorgt, landen leider immer noch viele im Müll und damit in der Verbrennung. Über Electroreturn können die Geräte wiederverwertet und die Rohstoffe recycelt werden“, so Manfred Fahrner, Elektronikschrott-Experte der ALBA Group. Für Achim Dünnwald, CEO BRIEF Kommunikation Deutschland der Deutschen Post, ist Electroreturn ein wichtiger Schritt, um dem Verbraucher die Entsorgung zu erleichtern: „Es ist weder ökologisch, noch ökonomisch sinnvoll, für die Entsorgung eines Elektro-Kleingeräts extra lange Wege zurückzulegen. Die Deutsche Post nutzt dagegen die ohnehin vorhandene logistische Kette – Dinge von A nach B bringen, effizient, sicher und umweltbewusst, das ist schließlich unser ureigenster Auftrag.“

EDEKA fördert Deutschlandstiftung Integration
Der EDEKA-Verbund verstärkt 2014 sein Engagement für Chancengleichheit und Bildung an der Seite der Deutschlandstiftung Integration. Von den insgesamt rund 340 Stipendiaten des 2012 gestarteten Programms „Geh Deinen Weg“ sind 18 Nachwuchskräfte mit Zuwanderungsgeschichte im EDEKA-Verbund beschäftigt. Darüber hinaus engagieren sich 10 erfahrene EDEKA-Führungskräfte als Mentoren. „Es gehört zu unserer Unternehmenskultur, motivierten Menschen – gleich welcher Herkunft – eine berufliche Perspektive zu geben“, so der Vorstandsvorsitzende der EDEKA AG und Kuratoriumsmitglied der Deutschlandstiftung Integration, Markus Mosa. „Als Partner der Deutschlandstiftung Integration setzen wir uns deshalb für Chancengleichheit und Bildung in unserer Gesellschaft ein.“ Die wirtschaftlich positive Entwicklung der letzten Jahre in Deutschland stellt Unternehmen vor die Herausforderung, genügend qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen. Der demografische Wandel in der Bevölkerung wird diese Herausforderung zukünftig noch vergrößern. Entsprechend steigen auch die Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Mit rund 318.000 Mitarbeitern und 18.000 Auszubildenden ist der genossenschaftlich und mittelständisch geprägte EDEKA-Verbund einer der führenden Nahversorger und einer der führenden Arbeitgeber in Deutschland. „Aufgrund des hohen Qualitätsanspruchs und der starken Service-Orientierung sind unsere selbstständigen Kaufleute, die sieben Regionalgesellschaften und die EDEKA-Zentrale auf qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen. Auf ihrem Engagement basiert unser wirtschaftlicher Erfolg“ so Markus Mosa. „Umso wichtiger ist es, Nachwuchskräfte mit Zuwanderungsgeschichte gezielt zu fördern und in der Gesellschaft Vorbilder für gelungene Integration zu schaffen. Gemeinsam mit der Deutschlandstiftung Integration setzen wir hier ein beispielhaftes Zeichen wie Integration gelebt werden kann“, erklärt Markus Mosa.

Weltgemeinschaft vereint im Kampf gegen Wilderei
Der Versuch Elefanten, Nashörner, Tiger und andere bedrohte Wildtierarten besser vor Wilderei zu schützen, hat hochrangige Unterstützung erfahren. Auf der Londoner Konferenz zu illegalem Artenhandel und Wilderei, an der 40 Staaten sowie das britische Königshaus mit Prinz Charles und Prinz William teilnahmen, wurde ein Meilenstein für den internationalen Schutz bedrohter Arten gelegt. „Der heutige Tag ist ein Durchbruch im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel. Die Weltgemeinschaft will entschieden gegen Wilderei und illegalen Artenhandel vorgehen. Selten haben wir eine solche Entschlossenheit und Einigkeit gesehen. Damit drehen wir den Spieß um – von nun an wird es sehr ungemütlich für die Wildtiermafia da draußen“, sagt Volker Homes, Leiter Artenschutz des WWF Deutschland. Die Konferenz brachte Vertreter aller Kontinente an einen Tisch – aus den Herkunfts-, Transit- und Abnehmerländern von illegalen Wildtierprodukten. Als besonders wichtiges Zeichen wertet Homes, dass in London Abnehmerländer wie China und Vietnam mit dabei waren. „Wir sehen derzeit eine blutige Spur, die von Afrikas Wäldern und Savannen direkt nach Ost- und Südostasien führt. Doch nun formieren sich starke Kräfte gegen die Wildtiermafia“, so der WWF-Mann. Denn Maßnahmen zum Schutz der Tiere in den Herkunftsländern wären in der Vergangenheit oft verpufft. Wichtig sei es, die Ermittlungen entlang der Transitrouten zu verstärken und den Konsumenten zu verdeutlichen, dass hinter jedem Stück Elfenbein oder Nashorn ein totes Tier stehe. In ihrer Abschlussdeklaration sprechen sich die Staaten dafür aus, die Öffentlichkeit gezielter zu informieren und einzubinden, um die Nachfrage nach Elfenbein, Tigerteilen und Nashorn zurück zu drängen. Auch soll die internationale Zusammenarbeit und der Informationsaustausch deutlich ausgebaut, die Strafermittler und Wildhüter besser ausgestattet und geschult werden. Im Bereich der Strafgesetzgebung sollen Strafen erhöht und stringenter angewendet werden. Auch soll entschieden gegen Bestechung und Korruption vorgegangen werden. Zugleich müssen Konzepte für alternative Einkommensquellen in ländlichen Regionen Afrikas und Asiens entwickelt werden, damit den lokalen Bevölkerungen Alternativen zur Wilderei und dem Wildtierschmuggel zur Verfügung stehen. Laut WWF spielten Europa und Deutschland eine wichtige Rolle beim Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel, indem sie das Thema auf der internationalen politischen Agenda wie G8 und G20 verankerten und den Herkunftsländern durch technische Beratung und finanzielle Unterstützung beiseite stünden. Im September 2013 hatte Deutschland zusammen mit Gabun bereits am Rande der UN Vollversammlung zu einer Informationsveranstaltung zu illegalen Wildtierhandel eingeladen und in Botswana die Durchführung eines Gipfels zum Elefantenschutz im Dezember 2013 unterstützt. Viele Staaten Afrikas erleben derzeit eine nie gekannte Welle der Wilderei auf ihre Elefanten- und Nashornbestände, für deren Stoßzähne und Hörner eine wachsende Mittelschicht aus Ländern wie China, Vietnam und Thailand bereit ist, stets mehr zu bezahlen. Mehr als 60 Prozent der in Zentralafrika lebenden Waldelefanten wurden in den letzten zehn Jahren abgeschlachtet. In ganz Afrika wurden allein in 2012 rund 22.000 Dickhäuter getötet. In Südafrika starben im vergangenen Jahr über 1000 Nashörner durch Wilderei. Damit könnten jährlich bald mehr Nashörner getötet als geboren werden, fürchtet der WWF.