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Integration von Kinderrechten in Unternehmen

Kinder machen fast ein Drittel der Weltbevölkerung aus, in einzelnen Ländern sogar die Hälfte der Einwohner. Unternehmen kommen also gar nicht daran vorbei, sich mit den Auswirkungen ihres Handelns auf Kinder zu beschäftigen. Eine Broschüre von Unicef gibt einen Überblick über die Rechte der Kinder und wie Unternehmen über die Einhaltung dieser Rechte berichten können.

New York (csr-news) > Kinder machen fast ein Drittel der Weltbevölkerung aus, in einzelnen Ländern sogar die Hälfte der Einwohner. Unternehmen kommen also gar nicht daran vorbei, sich mit den Auswirkungen ihres Handelns auf Kinder zu beschäftigen. Eine Broschüre von Unicef gibt einen Überblick über die Rechte der Kinder und wie Unternehmen über die Einhaltung dieser Rechte berichten können.

Die Achtung von Kinderrechten gehört zu den Mindestanforderungen von Unternehmen, doch zu häufig werden ihre Rechte nicht wahrgenommen oder sogar missachtet. Mit dem Thema Kinderrechte in der CSR-Berichterstattung beschäftigt sich nun eine Broschüre des Kinderhilfswerks Unicef. Damit soll Unternehmen gezeigt werden, wie sie über Kinderrechte im Rahmen der von der Global Reporting Initiative (GRI) geforderten Indikatoren berichten können und auch darüber hinaus. Die Broschüre gehört zu der Reihe „The Children’s Rights and Business Principles”, mit der Unternehmen aufgeklärt und sensibilisiert werden sollen für die Wahrung von Kinderrechten. Nicht immer ist die Missachtung der Kinderrechte sofort erkennbar. Vor allem in sehr arbeitsteiligen, weltweit verzweigten Lieferketten erhöht sich das Risiko, die grundlegenden Rechte von Kindern zu missachten, unter Umständen sogar unwissend. Dabei geht es nicht nur direkt um Kinderarbeit, sondern um die Achtung von Menschenrechten, also das Unternehmen negative Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf Menschen verhindern müssen. Tatsächlich werden die Rechte der Kinder in zahlreichen Indikatoren mitbehandelt, ohne ihre spezielle Situation zu berücksichtigen. Eine Ausnahme bildet der Indikator zur Kinderarbeit. Unicef erweitert allerdings den Blickwinkel beispielsweise auf den Bereich Kinder als Konsumenten bzw. allgemeiner als Marktteilnehmer. So erwähnt Unicef hier die Indikatoren PR6 und PR7, die sich mit der Einhaltung von Gesetzen und freiwilligen Selbstverpflichtung in der Werbung beschäftigen, als besonders relevant für Kinder. Insgesamt beklagt Unicef die spezielle Berücksichtigung der Kinderrechte in der CSR-Berichterstattung, obwohl das Thema Menschenrechte insgesamt an Bedeutung gewonnen hat. Die vermeintliche Ursache ist laut Unicef, die fehlende Wahrnehmung von Kindern als Stakeholder. Sie und ihre Bedürfnisse sind praktisch unsichtbar in der Wirtschaftswelt, deshalb sei an dieser Stelle dringend weitere Forschung nötig. Auf der anderen Seite gibt es auch in diesem Bereich die positiven Beispiele von Unternehmen, die sich diesem Thema schon intensiv angenommen haben, einige davon werden in der Broschüre vorgestellt. Um den Kinderrechten dauerhaft mehr Gewicht in der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu verleihen, wird Unicef eine entsprechende Arbeitsgruppe gründen. In der Broschüre werden bereits für alle relevanten Indikatoren Vorschläge gemacht, wie sie Kinderrechte besser berücksichtigen können.

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