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Moralstudie: Anerkennung und Wertschätzung auch im Kleinen

„Für Unternehmer ist moralisches Handeln nicht primär wirtschaftlich motiviert, sondern ein persönliches Anliegen“, schreibt Wolf D. Karl, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Instituts für Gütesicherung RAL im Vorwort der zweiten Trendstudie zur Moral in Deutschland. Die geht unter anderem der Frage nach: Was verbinden Verbraucher und Unternehmen mit dem Begriff Geschäftsmoral?

Sankt Augustin (csr-news) > „Für Unternehmer ist moralisches Handeln nicht primär wirtschaftlich motiviert, sondern ein persönliches Anliegen“, schreibt Wolf D. Karl, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Instituts für Gütesicherung RAL im Vorwort der zweiten Trendstudie zur Moral in Deutschland. Die geht unter anderem der Frage nach: Was verbinden Verbraucher und Unternehmen mit dem Begriff Geschäftsmoral?

Moral kommt heute „von unten“ – jeder Einzelne sieht sich für die Einhaltung der gesellschaftlichen Werte verantwortlich, lautet ein Fazit aus der Untersuchung, für die 1042 Verbraucher und 314 Unternehmer befragt wurden. Nur 6 Prozent der Gesamtbevölkerung sind der Ansicht, dass Moral heute von der Politik vermittelt wird, 9 Prozent trauen dies der Wirtschaft zu und 10 Prozent halten die Kirch für die maßgebliche Instanz. Die Autoren schlussfolgern, dass es praktisch keine moralischen Instanzen mehr gibt. Stattdessen sieht sich jeder Einzelne für die Einhaltung der gesellschaftlichen Werte verantwortlich und die bedeuten vor allem Integrität und soziales Verhalten. Ehrlich, verlässlich, rücksichtsvoll und anständig zu sein sind die Top-Antworten auf die Frage, was verbinden sie mit dem Begriff Moral. Für zwei Drittel der Befragten sind Werte und Anstand vor allem im alltäglichen Verhalten wichtig.

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Befragt nach der Bedeutung von Moral im Geschäftsleben sind 80 Prozent der Verbraucher der Überzeugung, dass ein Unternehmen erst dann moralisch handelt, wenn „Anerkennung und Wertschätzung auch im Kleinen“, zum Beispiel beim Umgang mit den Mitarbeitern, eine Rolle spielen. Aus Verbrauchersicht formen das Miteinander im Unternehmen und die Verantwortung für die eigenen Mitarbeiter das moralische Bild eines Unternehmens sogar noch stärker als glaubwürdige CSR-Aktivitäten. Mit 88 Prozent stützen auch Unternehmer die Aussage, dass moralisches Handeln mit Anerkennung und Wertschätzung verbunden ist. An zweiter Stelle steht für Unternehmer ein hoher und gleichbleibender Qualitätsstandard – noch vor dem langfristigen Engagement für eine gute Sache. Verbraucher und Unternehmer finden übereinstimmend, dass sich moralisches Verhalten wie ein roter Faden durch das Unternehmen ziehen sollte. Der Begriff „gute Geschäftsmoral“ wird dabei von Verbrauchern und Unternehmern konkret mit guten Arbeitsbedingungen, Vertragstreue, Qualität und Verlässlichkeit verbunden. Befragt nach den größten Defiziten im Bereich der Geschäftsmoral in Deutschland nennen Unternehmer übrigens als Erstes die Zahlungsmoral, gefolgt von der Preisgestaltung und Steuermoral. Zu einem interessanten Ergebnis führt die Frage, wie sich die Geschäftsmoral in Deutschland verändert hat. Während 48 Prozent der Verbraucher hier eine Verschlechterung sehen, sind nur 13 Prozent der Unternehmer dieser Meinung. Gleichzeitig halten aber 76 Prozent die gegenwärtige Moral in der Wirtschaft für gut. Eine Verbesserung in den vergangenen fünf Jahren sehen 20 Prozent der Verbraucher und 38 Prozent der Unternehmer.

Moral im Geschäftsleben scheint für Unternehmer eine Frage des persönlichen Anspruchs zu sein, immerhin 95 Prozent der Befragten stimmen dem zu. Fast ebenso bedeutend ist eine gute Geschäftsmoral zur Bindung von Mitarbeitern und Kunden. Mit 82 Prozent der Nennungen wirkt sich verantwortliches Verhalten positiv auf die Reputation eines Unternehmens aus. Allerdings nicht zwingend auf den Umsatz, wie fast die Hälfte glaubt. Der Aussage „der Ehrliche ist der Dumme“, widerspricht übrigens mit 79 Prozent die überwiegende Mehrheit der Unternehmer.

Der Studienband, der zweiten RAL Trendstudie zur Moral in Deutschland ist online abrufbar.

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