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Inklusion Schwerbehinderter: Widerspruch im Denken und Handeln der Personalleiter

Die Lage schwerbehinderter Arbeitnehmer hat sich in den letzten fünf Jahren leicht verbessert. Das geht aus dem gestern von der „Aktion Mensch“ vorgestellten „Inklusionsbarometer Arbeit“ hervor. Grund zur Zufriedenheit liefert die Studie jedoch nicht: Vom Aufschwung am Arbeitsmarkt konnten Schwerbehinderte nur wenig profitieren. Trotz guter Arbeitsmarktlage haben die Anträge auf Kündigung Schwerbehinderter zugenommen. Und die Arbeitslosenquote Schwerbehinderter liegt deutlich über der allgemeinen Arbeitslosenquote.

Düsseldorf (csr-news) – Die Lage schwerbehinderter Arbeitnehmer hat sich in den letzten fünf Jahren leicht verbessert. Das geht aus dem gestern von der „Aktion Mensch“ vorgestellten „Inklusionsbarometer Arbeit“ hervor. Grund zur Zufriedenheit liefert die Studie jedoch nicht: Vom Aufschwung am Arbeitsmarkt konnten Schwerbehinderte nur wenig profitieren. Trotz guter Arbeitsmarktlage haben die Anträge auf Kündigung Schwerbehinderter zugenommen. Und die Arbeitslosenquote Schwerbehinderter liegt deutlich über der allgemeinen Arbeitslosenquote.

Für eine stärkere Berücksichtigung von Menschen mit Behinderungen bei der Personalakquise sprechen die in der Studie vorgestellten Erfahrungen der Arbeitgeber, die solche Menschen beschäftigen: 81% von ihnen stellen keinen Leistungsunterschied zwischen Mitarbeitern mit und ohne Behinderungen fest. Und 19% dieser Arbeitgeber sehen einen positiven Effekt der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen auf das Arbeitsumfeld.

Zwischen Denken und Handeln der Personalverantwortlichen in den Unternehmen deckt das Inklusionsbarometer allerdings einen Widerspruch auf: 88% der befragten Personalleiter würden einem stellensuchenden Menschen mit Behinderung ihr Unternehmen empfehlen. Jedoch erfüllen lediglich 65% dieser Unternehmen die Pflichtbeschäftigungsquote von 5% an schwerbehinderten Mitarbeitern, ab der keine Ausgleichsabgabe zu zahlen ist.

Aus Sicht der Herausgeber des Inklusionsbarometers sollten Unternehmen deshalb ermutigt werden, „schriftliche Grundsätze zur Integration von Menschen mit Behinderungen aufzustellen und umzusetzen.“ Die Möglichkeiten staatlicher Förderung Erfahrungen der Arbeitgeber damit sollten zudem stärker herausgestellt werden.

Von den 7,3 Millionen Schwerbehinderten befinden sich 3,3 Millionen im erwerbsfähigen Alter. Darunter wollen und können 1,25 Millionen arbeiten, jedoch fanden nur 1,07 Millionen von ihnen eine Stelle. Mit 14 Prozent übertrifft die Arbeitslosenquote der Schwerbehinderten die allgemeine Arbeitslosenquote etwa um das Doppelte.

Mit dem in Kooperation mit dem Handelsblatt Research Institute herausgegebenen Inklusionsbarometer will die „Aktion Mensch“ auf die Arbeitsmarktlage für Menschen mit Behinderungen aufmerksam machen. „Arbeitgeber und Unternehmen scheinen noch nicht ausreichend für das Thema sensibilisiert zu sein und beziehen daher Menschen mit Behinderung häufig noch nicht in ihre Personalplanung ein“, heißt es im Text. Basis des Inklusionsbarometers ist eine Forsa-Umfrage unter 402 Unternehmen, die Menschen mit Behinderungen beschäftigen, sowie unter 807 abhängig Beschäftigten mit Behinderungen.

Das Inklusionsbarometer Arbeit 2013 >> im Internet

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