Agenturmeldung Nachrichten

Mehr als 450 Arbeiter aus Indien 2012 und 2013 in Katar umgekommen

Neu Delhi (afp) – Auf den Baustellen in Katar sterben jeden Monat im Schnitt 20 Arbeiter aus Indien. Die indische Botschaft in Katar veröffentlichte am Montag entsprechende Angaben zu Todesfällen für die Jahre 2012 und 2013. Demnach kamen 2012 insgesamt 237 indische Arbeiter ums Leben, im vergangenen Jahr bis Anfang Dezember 218.

Katar, Ausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2022, steht wegen unzumutbarer Arbeitsbedingungen auf den Baustellen massiv in der Kritik. Die britische Zeitung „Guardian“ hatte im September von 44 Toten auf einer Baustelle allein von Juni bis August berichtet. Nepals Botschaft meldete fast 200 Todesfälle von nepalesischen Gastarbeitern allein im vergangenen Jahr, von denen viele an Herzversagen gestorben sein sollen.

Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger, Mitglied im Exekutivkomitee des Weltfußballverbands FIFA, hatte in der vergangenen Woche vor dem Menschenrechtsausschuss der Europäischen Union in Brüssel zur Lage in Katar gesagt, „man kann in Katar keine Prachtbauten erstellen und dann müssen dort Menschen unter unzumutbaren Bedingungen ihre Arbeit verrichten“. Dennoch habe Katar die Chance verdient zu zeigen, „dass sie es wirklich ändern“.

Das WM-Organisationskomitee hatte kurz zuvor „Normen für das Wohlergehen der Arbeiter“ angekündigt. So sollen Arbeitgeber die Löhne direkt auf Konten überweisen und dem Komitee Einsicht gewähren, damit die Beschäftigten „gut und pünktlich bezahlt werden“. Auch für die Gastarbeiterunterkünfte sollen Mindeststandards gelten, etwa bei der Bettenzahl pro Zimmer und Hygieneregeln. Die Internationale Arbeitsorganisation soll die Lebens- und Arbeitsbedingungen demnach überwachen dürfen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar