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Westliche Modefirmen lassen Textilfabriken in Bangladesch überprüfen

Dhaka (afp) – Im Auftrag westlicher Modefirmen haben in Bangladesch umfangreiche Sicherheitskontrollen in der Textilindustrie begonnen. Die Inspektion der Fabriken, die für Unternehmen wie H&M und Benetton nähen, habe angefangen, teilte der Koordinator Brad Loewen am Mittwoch in der Hauptstadt Dhaka mit.

Dutzende Brandschutzexperten und Bauingenieure, die von den westlichen Handelsketten eingestellt wurden, sollen die Textilfabriken inspizieren und anschließend Empfehlungen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit geben. Die Kontrollen sollen sich bis September hinziehen. Nach Angaben von Roy Ramesh vom internationalen Gewerkschaftsbund IndustriALL verlief der erste Tag der Kontrollen gut, nähere Angaben wollte er jedoch zunächst nicht machen.

Vor zehn Monaten hatte sich das schlimmste Industrieunglück in der Geschichte Bangladeschs ereignet. Am Rande der Hauptstadt Dhaka stürzte ein neunstöckiges Textilfabrikgebäude in sich zusammen, über Wochen hinweg wurden insgesamt mehr als 1100 Leichen aus den Trümmern gezogen. Durch die Tragödie gerieten die Arbeitsbedingungen der Textilarbeiter in dem südasiatischen Land auch international stark in die Kritik.

Bangladesch ist nach China der zweitgrößte Textilproduzent weltweit. Die Branche beschäftigt fast vier Millionen Menschen, überwiegend Frauen. Rund 80 Prozent aller Exportwaren des Landes werden in den Textilfabriken produziert. Oft sind die Arbeitsbedingungen und Löhne miserabel, lange Schichten an sechs Tagen pro Woche keine Seltenheit. Hinzu kommt die häufige Missachtung von Sicherheitsvorschriften in den Fabriken.