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CSRbriefly am Donnerstag

Hückeswagen (csr-news) – Heute mit den Themen: Ernährung von heute ist umweltfreundlicher als vor 20 Jahren, Ökosteuerreform von Inflation aufgezehrt, Handwerker für den Klimaschutz, Das kleine Carsharing 1×1, ITB-Berlin: Inspiration für soziale Verantwortung , Christian Schmidt übernimmt Ministerium, „Unternehmen 2030 – Lebensphasenorientierte Personalpolitik“ und der öffentlichen Konsultation über Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung.

 

Ernährung von heute ist umweltfreundlicher als vor 20 Jahren
Eine neue wissenschaftliche Untersuchung der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg zeigt, dass das aktuelle Ernährungsverhalten der Deutschen nicht nur gesünder, sondern auch umweltfreundlicher als noch vor 20 Jahren ist. Dazu werteten die Forscher repräsentative Daten aus den nationalen Verzehrstudien aus und verglichen diese mit den offiziellen Ernährungsempfehlungen. Die heutige Ernährung mit – weniger Fleisch- und Wurstprodukten sowie einem gestiegenen Verzehr an Getreideprodukten, Gemüse und Obst – hat deutlich positive Auswirkungen auf die Umwelt. Allerdings werden diese Fortschritte durch ein stärkeres Wegwerfverhalten zum Teil wieder ausgebremst, so die Wissenschaftler. Beim Großteil der untersuchten Umwelteffekte zeigte sich im Jahr 2006 im Vergleich zum Ernährungsverhalten in den 1980er Jahren deutliche Umweltentlastungen. Gleichzeitig näherte sich das Ernährungsverhalten der Deutschen den offiziellen Ernährungsempfehlungen an. „Das ist unter gesundheitlichen Gesichtspunkten positiv zu bewerten“, sagt Studienleiter Dr. Toni Meier vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften. Neben einer prinzipiell positiven Entwicklung wurden in der Studie jedoch auch Problemfelder der derzeitigen Ernährung identifiziert. Neben einem deutlich gestiegenen Verbrauch an Wasser wird die Umwelt durch übermäßige Nahrungsmittelabfälle zusätzlich belastet. „Wasser als knappe Ressource stellt vor allem bei importiertem Obst, Nüssen und Gemüse aus sonnenreichen, aber auch trockenen Südländern ein Problem dar“, fasst der Leiter der Studie zusammen. Gerade diese Produkte hätten aber im Verbrauch stark zugenommen. Um diesem Dilemma aus dem Weg zu gehen, sollten Verbraucher stattdessen einheimischer Ware den Vorzug geben. Beim Thema Abfälle wirkt sich ungünstig aus, dass heutzutage verschwenderischer mit Nahrungsmitteln umgegangen wird als Ende der 1980er Jahre. „Würden die Menschen heutzutage noch so sorgsam mit Nahrungsmitteln umgehen wie vor 20 Jahren, wäre der Umwelt deutlich geholfen“, so Meier.

Ökosteuerreform von Inflation aufgezehrt
Der Anteil der Umweltsteuern am deutschen Steueraufkommen war im Jahr 2013 so niedrig wie 1998 vor der Ökologischen Steuerreform. Dies ist das zentrale Ergebnis einer Untersuchung darüber, über welche Arten von Steuern und Abgaben sich der deutsche Staat finanziert. Um die Anreize zu umweltfreundlichem Verhalten aufrechtzuerhalten, müssten die Umweltsteuern zumindest an die Inflation angepasst werden. „Das deutsche Steuersystem setzt weiterhin massive Anreize zum Abbau von Arbeitsplätzen“, kommentiert Damian Ludewig, Geschäftsführer des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), die Ergebnisse. „Anreize zur Vermeidung von Umweltbelastung werden dagegen immer schwächer“. Die Untersuchung des FÖS zeigt, dass sich der deutsche Staat 2013 zu fast zwei Dritteln über Steuern und Abgaben finanziert, die den Faktor Arbeit belasten. Umweltsteuern tragen hingegen nur knapp über fünf Prozent zum Steueraufkommen bei. Damit haben sie das Niveau von vor der Ökologischen Steuerreform 1998 erreicht.

Handwerker für den Klimaschutz
Das Dachdecker- und Zimmererhandwerk betrachten sich als „Klimaschutzhandwerk“ und als „Klimaschutzbotschafter“. Sie veranstalteten deshalb am Mittwoch vor dem Kölner Dom eine große Mitmach-Aktion: rund 300 Handwerker bildeten dort einen 20 x 15 Meter großen Menschen-Schriftzug „STOP CO2“. Für ein Drittel des deutschen Energieverbrauchs ist das Heizen unserer Gebäude verantwortlich. Energiewende und Klimaschutz können deshalb nur gelingen, wenn eine „Wärmewende“ gelingt, denn die klimafreundlichste Energie ist die, die erst gar nicht erzeugt werden muss. Das Dachdecker- und Zimmererhandwerk leisten dafür einen entscheidenden Beitrag. Zum Reduzieren des Heizbedarfs müssen die Wärmeverluste verringert werden. Dafür ist vor allem eine gute Wärmedämmung entscheidend. Bei Altbauten reduziert sich durch die nachträgliche Dämmung des Daches und der Außenwand nach heutigen Mindeststandards deren Wärmeverlust um 75 bis 80 Prozent. Bei Dämmungen, die über die vorgeschriebenen Mindeststandards hinausgehen, vergrößert sich die Einsparung nochmals. Zur Vermeidung des CO2-Ausstoßes trägt zudem die aktive Nutzung der Sonnenenergie durch auf dem Dach installierte Solarthermie- und Photovoltaikanlagen bei. Bei der Holzbauweise sind drüber hinaus große Mengen CO2 im Baumaterial selbst gebunden – das CO2, das unsere Wälder vorher der Atmosphäre entzogen haben. Holzgebäude sind also große CO2-Speicher, die die Speicherleistung unserer Wälder fortsetzen und verhindern, dass das CO2 wieder in die Atmosphäre gelangt – was der Fall wäre, wenn das Holz verbrennt oder verrottet.

Das kleine Carsharing 1×1
Carsharing wird in Deutschland zwar immer populärer, doch für die meisten Bundesbürger ist es nach wie vor ein Fremdwort. Rund 800.000 Carsharing-Nutzer gibt es aktuell laut Schätzung der Carsharing-Experten.de. Das kleine Carsharing 1×1 soll nun für Aufklärung sorgen. Denn Carsharing kann klare Vorteile gegenüber einem eigenen PKW aufweisen. Kostenersparnisse und Umweltschutz sind nur zwei Gründe, die dafür sprechen ein Auto zu teilen. Die Infografik zum kleinen Carsharing 1×1 besteht aus zehn Kapiteln. Die reichen von Gründen fürs Carsharing, über die Kosten und die verschiedenen Modelle, bis hin zu den besten Anbietern.

ITB-Berlin: Inspiration für soziale Verantwortung
Zahlreiche Aussteller informieren auch in diesem Jahr über ihre Angebote zum sozial und ökologisch verträglichen Reisen. Rund 70 Aussteller gehören dabei allein zu dem Bereich Adventure Travel und Responsible Tourism. Dieses Jahr neu dabei sind Länder wie Armenien, Georgien, Grönland, Neuseeland, Kolumbien und Jordanien. So stellt beispielsweise Serconatural Colombia nachhaltige Projekte vor, die dem Schutz der Natur und Kultur Kolumbiens dienen. Zelten wie die Beduinen und ökologisch vertretbare Touren durch die Wüste werden durch Detours Jordanien angeboten.
Zudem werden viele Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit angeboten: Themen sind Menschenrechte im Tourismus, nachhaltige Tourismusinitiativen im Nachgang des Arabischen Frühlings in Tunesien sowie das Problem der Wilderei. Das International Institut for Peace through Tourism (ICTP) feiert sein 25jähriges Bestehen und ITB Partner atmosfair, über den das ITB Team sämtliche Dienstreisen kompensiert, lädt ein zur Diskussion über die Zukunft des Tourismus und Klimawandel. Die von der ITB Berlin unterstützten To DO! Awards für sozialverantwortlichen Tourismus des Studienkreises für Tourismus und Entwicklung e.V. werden ebenfalls dort vergeben. Während der Fachbesuchertage findet außerdem auf der Adventure Bühne bereits zum 9. Mal der sogenannte „PowWow for Tourism Professionals“ statt, bei dem Touristiker einen Überblick über neueste Projekte, Erkenntnisse und Best-Practice-Beispiele zum Thema Nachhaltigkeit und erlebnisorientiertem Reisen bekommen. Am ersten Tag, der unter dem Motto „Exploring Mountains, Canyons and Caves“ steht, spricht zum Beispiel Gera Voskanyan, Partnerships & Communications Manager and Ecotourism Expert, World Wide Fund for Nature (WWF), über geschützte Gebiete und das kulturelle Erbe in Armenien und Rati Japaridze, Chairman of the Agency of Protected Areas Georgia, gibt einen Überblick zur einzigartigen Biodiversität Georgiens. Dr. Auliana Poon, Managing Director, Tourism Intelligence International, berichtet bei der Master Class Sustainable Mountain Tourism darüber, wie Destinationen einen nachhaltigen und verantwortlichen Tourismus entwickeln können. Auch der zweite Tag dieser Veranstaltung widmet sich nachhaltigen Themen: So sprechen Matthias Leisinger, Head of Corporate Responsibility Kuoni Group und Mechthild Maurer, Managing Director ECPAT Deutschland über Kinderschutz im Tourismus und Experten aus Thailand, Griechenland, Kolumbien, Russland und der UNWTO berichten über ihre Projekte. Wie es um den Wiederaufbau und die nachhaltige Tourismusentwicklung auf Haiti steht, darüber diskutieren die haitianische Tourismusministerin Stephanie Balmir Villedrouin, Gesandte der Botschaft in Deutschland und ein Vertreter der Welthungerhilfe. Auch das Thema Social Media wird von Tourism Intelligence International aufgegriffen. Am dritten Tag wird der Fokus unter anderem auf Klimaschutz gelegt. An vorbildliche Unternehmen wird der „myclimate Award“ in vier Kategorien verliehen. Anschließend wird die Bedeutung von Geoparks und UNESCO Weltkultur-Erbe-Stätten für den Tourismus in Diskussionsrunden erörtert. Am Bespiel des portugiesischen Naturtejo Geoparks erläutert Armindo Moreira da Palma Jacinto, President of the Administration Board, wie lehrreich und spannend ein Besuch eines Geoparks für Besucher ist. Eine etwas andere Art Nepal zu erkunden, ist per Fahrrad. Raj Gyawali, Gründer und Geschäftsführer von Socialtours, berichtet, wie diese ökologisch verträgliche Reiseform in Nepal Fuß gefasst hat. An allen drei PowWow Tagen werden auch die inzwischen fest etablierten Beratungsgespräche „Responsible Tourism Clinics“ des ITB Responsible Tourism Partners The Blue Yonder stattfinden. Am Freitag gibt das International Responsible Tourism Networking Event ab 18 Uhr allen Interessierten die Möglichkeit, sich persönlich vorzustellen und Partner für eine Zusammenarbeit zu finden. Die ITB Berlin 2014 findet von Mittwoch bis Sonntag, 5. bis 9. März, statt. Von Mittwoch bis Freitag ist die ITB Berlin für Fachbesucher geöffnet.

Christian Schmidt übernimmt Ministerium
Am Dienstag hat der 56-jährige Jurist Christian Schmidt sein neues Amt als Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft angetreten. In seiner Antrittsrede betonte er, den ländlichen Raum stärken zu wollen und seinen Blick auf unsere internationale Verantwortung im Ernährungsbereich zu lenken. Schmidt sieht die Lebensmittelerzeugung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dies zu vermitteln sieht er als seine Aufgabe.

„Unternehmen 2030 – Lebensphasenorientierte Personalpolitik“
Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke verkündete auf der Veranstaltung „Unternehmen 2030“ die Fortführung des Projekts „Lebensphasenorientierte Personalpolitik“ (LOP). In diesem seit 2009 laufenden Gemeinschaftsprojekt von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft werden neue Konzepte für eine zukunftsfähige Personalpolitik entwickelt und für die Praxis in unterschiedlichen Branchen überprüft. Prof. Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) skizzierte die wichtigsten Handlungsfelder. Projektteilnehmer aus Unternehmen und Institutionen berichteten von ersten Erfolgen beim Einsatz neu entwickelter LOP-Maßnahmen. Die Beispiele der Projektteilnehmer zeigen, dass eine Lebensphasenorientierte Personalpolitik Unternehmen und Wirtschaftsstandort attraktiver macht. Daher wollen Politik und Wirtschaft das wegweisende Konzept weiteren Unternehmen zugänglich machen. Durch gezielte Regionalbündnisse soll in der nächsten Projektphase die zunächst betriebswirtschaftliche Perspektive zu einer breiteren, volkswirtschaftlichen Perspektive erweitert werden. Die dritte Projektphase „Lebensphasenorientierte Personalpolitik 3.0“, die die Ministerin zusammen mit Professorin Rump bei der Veranstaltung „Unternehmen 2030“ in der Investitions- und Strukturbank (ISB) Rheinland-Pfalz vorstellte, ist ein Angebot an die Unternehmen. Mit politischer Unterstützung des Ministeriums und der Expertise des IBEs können die Unternehmen gezielt in ihre eigene Arbeitgeberattraktivität investieren. „Wir wollen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei der vielfach notwendigen Neuausrichtung in der Personalpolitik fördern“, betonte Lemke. Eine zukunftsfähige Personalpolitik, solle die Lebensphasen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihr Berufs-, Familien- und Privatleben gezielt einbeziehen. Die Projektphase startet im März 2014 und ist auf zwei Jahre angelegt. Als wesentlicher Baustein der Projektphase sollen Regionalbündnisse zur Fachkräftesicherung entstehen.

Öffentliche Konsultation über Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung
Das Sustainable Development Solutions Network (SDSN) hat einen Berichtsentwurf über Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung für die Zeit nach 2015 veröffentlicht. Rund 100 Indikatoren in 10 Handlungsfeldern werden vorgestellt. Der Report wurde bereits im vergangenen Sommer veröffentlicht. Für die nun überarbeitete Fassung (gelb markierte Textstellen) können noch bis zum 14. März Kommentare und Verbesserungsvorschläge eingereicht werden. Unter anderem behandeln der Entwurf auch den Bereich der integrierten Berichterstattung. Neben dem regulären Konsultationsprozess regt das SDSN auch zur Diskussion auf twitter unter dem Hashtag #indicators2015 an.

 

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