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CSRbriefly am Freitag

Hückeswagen (csr-news) – Heute mit den Themen: Neues Zertifikat sichert nachhaltigen Anbau von Agrarholz, WDR findet bedenklichen Chemie-Cocktail in Karnevals-Masken, „Tag der Muttersprache“ bei McDonald’s, Gefährliche Abgase bei handgeführten Geräten, Neues KfW-Nachhaltigkeitsportal ist online, Kaffeekapseln: Das Geschäft boomt, die Umwelt leidet, Fairtrade-Award 2014 Publikumspreis, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, besorgniserregendes Bild der europäischen Meere und Lidl verkauft Mode aus Fairtrade-Baumwolle.

 

Neues Zertifikat sichert nachhaltigen Anbau von Agrarholz
Das Internationale Institut für Wald und Holz NRW (Münster) hat mit einer DBU-Finanzspritze ein Nachhaltigkeitszertifikat für den Anbau von Agrarholz entwickelt. Es regelt ein nachhaltiges, umwelt- und klimafreundliches Anlegen, Bewirtschaften und Ernten dieser Flächen. „Im Gegensatz zu den immer teurer werdenden fossilen Energieträgern hat der umweltfreundliche und klimaneutrale Agrarholzanbau Zukunft“, sagt Prof. Andreas Schulte, Vorsitzender des Instituts. Mit Beginn dieses Jahres können umweltbewusste Flächenbesitzer ihre Schnellwuchsplantagen – mit dem Logo „Agrarholz nachhaltig angebaut“ zertifizieren lassen. Das Zertifikat sichere Ökostandards für diese Landschaftsnutzungsform in Deutschland und sei jeweils für fünf Jahre gültig. In dieser Zeit werde der Betrieb mindestens zweimal kontrolliert. Anschließend könne das Zertifikat nach erneuter Prüfung um fünf Jahre verlängert werden. „Verschiedene Forscher und Institutionen haben für 2020 eine Holzversorgungslücke für Europa wie für Deutschland vorhergesagt, die sich nicht allein durch nachhaltiges Bewirtschaften von Wäldern schließen lässt. Ab 2014 können alle Bundesländer das Anlegen schnell wachsender Agrarholzflächen bezuschussen lassen – so hat es die Bundesregierung Anfang 2013 beschlossen“, sagt Schulte. Die Europäische Union habe zudem den Rahmen dafür geschaffen, dass diese Form der Landwirtschaft durch die Mitgliedsländer als ökologische Vorrangfläche anerkannt werden kann. Weitere Informationen bietet die Website http://www.agrarholz-nachhaltig-angebaut.de.

WDR findet bedenklichen Chemie-Cocktail in Karnevals-Masken
Masken sind im Karneval der Hit. Aber viele stecken voller Chemikalien, die über die Gesichtshaut und den Atem aufgenommen werden können. Das hat eine Stichprobe des WDR ergeben. Die WDR 2 Quintessenz und die Servicezeit (WDR Fernsehen) haben zehn typische Karnevalsmasken in allen Preisklassen zur Analyse ins Labor geschickt. Das Ergebnis: Das Labor fand teilweise stark erhöhte Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder PAKs. Auch starke Konzentrationen von Weichmachern und Lösungsmitteln steckten drin. Alle diese Stoffe können Allergien auslösen und krebserregend sein. Mit verstärkter Wirkung: Denn durch das Schwitzen unter den Masken können die Schadstoffe besonders leicht in die Haut eindringen. Nur eine einzige Maske war tatsächlich komplett schadstofffrei, alle anderen wiesen einen mehr oder weniger bedenklichen Chemie-Cocktail auf. Die Stichprobe zeigt, dass auch teure Masken nicht frei von Schadstoffen sind und auf empfindliche Kinderhaut offenbar nicht unbedingt Rücksicht genommen wird. Wer sich also Karneval bis zur Unkenntlichkeit verkleiden will, der sollte lieber auf Schminke zurückgreifen.

„Tag der Muttersprache“ bei McDonald’s
Für McDonald’s Deutschland hat der heutige „Tag der Muttersprache“ besondere Bedeutung. Denn im Unternehmen ist Sprachenvielfalt jeden Tag allgegenwärtig – allein in Deutschland arbeiten bei McDonald‘s rund 63.000 Mitarbeiter aus ca. 130 Nationen täglich zusammen. „Eine offene Unternehmenskultur ist für ein harmonisches Miteinander von verschiedenen Kulturen, Sprachen und Religionen grundlegend. Ich freue mich darüber, dass in unseren rund 1.460 Restaurants jeden Tag Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen der Erde zusammenarbeiten. Und das Beeindruckende daran ist, sie arbeiten nicht nur zusammen, sondern miteinander in erfolgreichen Teams“, so Personalvorstand Wolfgang Goebel. McDonald’s widmet dem „Tag der Muttersprache“ und seinen mehrsprachigen Mitarbeitern in diesem Jahr ein Video: Die übliche Begrüßung „Willkommen bei McDonald’s“ auf Tamil, Paschto oder Bulgarisch kann man sich aus aktuellem Anlass auf Facebook, Youtube (http://youtu.be/euqDriyRk8M) oder in den Restaurants anschauen.

Gefährliche Abgase bei handgeführten Geräten
Mobile, handgeführte Maschinen überschreiten vielfach die in Europa geltenden Grenzwerte für Schadstoffemissionen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des TÜV NORD im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) bei Motorkettensägen und Freischneidern. Acht der insgesamt zwölf Geräte wiesen teilweise erhebliche Überschreitungen der Emissionsgrenzwerte für Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe und Stickoxide auf. Die DUH fordert von den Bundesländern sofortiges Handeln durch einen  Vertriebsstopp. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation informierte das Kraftfahrtbundesamt sowie die für den Vollzug der Emissionsvorschriften zuständigen Landesministerien über die Messergebnisse und erkundigte sich über bisher durchgeführte Maßnahmen zur Durchsetzung der Vorschrift. Die Ergebnisse bezeichnet die DUH als erschreckend. „Es ist ein Skandal, dass Motorsensen und -sägen, die nicht den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen und durch ihre viel zu hohen Schadstoffemissionen die Gesundheit der Nutzer schädigen, weiterverkauft werden. Die für die Kontrolle der Umweltvorschriften zuständigen Landesbehörden bleiben einfach untätig“, erklärte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. Nur Baden-Württemberg hat bislang Emissionsmessungen bei handgeführten Maschinen durchgeführt. Fünf weitere Bundesländer (Bayern, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz) haben im Rahmen ihrer Marktüberwachungsaufgaben nur die Erfüllung der formalen Vorgaben der Emissionsvorschriften geprüft. Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen führten bislang weder messtechnische noch formale Kontrollen durch. Die Behörden in Berlin und Sachsen lehnten die Zuständigkeit für die Überwachung der Schadstoffgrenzwerte unter anderem mit der Begründung ab, weder technische Expertise noch entsprechendes Personal zu besitzen.

Neues KfW-Nachhaltigkeitsportal ist online
Ab sofort können sich interessierte Nutzer über das neue Nachhaltigkeitsportal noch umfassender und aktueller über die Nachhaltigkeit der KfW Bankengruppe informieren. Kunden, Medien, NGOs sowie Rating-Agenturen können sich dort noch umfassender und aktueller über die Nachhaltigkeitsperformance der KfW informieren und im neuen Bereich „Aktuelles“ Nachrichten und Wissenswertes zur Nachhaltigkeit bei der KfW abrufen. Überdies sind auch die Informationen aus dem Nachhaltigkeitsbericht sowie aus dem aktuellen Fakten-Update 2013 mit den wichtigsten Kennzahlen zur Nachhaltigkeit bei der KfW im Bereich „Strategie & Management“ abrufbar. Des Weiteren steht ein erweitertes Informationsangebot rund um die Themen „Mitarbeiterverantwortung“, „Nachhaltige Unternehmensprozesse“ und „Gesellschaftliche Verantwortung“ zur Verfügung. „Als große Förderbank müssen und wollen wir immer richtig aufgestellt sein, und das betrifft nicht nur unsere Förderprodukte, sondern auch unsere Art zu kommunizieren. Und da kommt ein neues Nachhaltigkeitsportal gerade recht,“ erklärt Dr. Karl Ludwig Brockmann, Konzernbeauftragter Umwelt und Nachhaltigkeit, im Gespräch zum Relaunch des Nachhaltigkeitsportals.

Kaffeekapseln: Das Geschäft boomt, die Umwelt leidet
Fast 6 Millionen deutsche Kaffeetrinker griffen im letzten Jahr zu Nespresso, Senseo, Tchibo Cafissimo und Co. Sie verhalfen der seit Jahren boomenden Kapselbranche zu einem Absatzplus von 25,3 Prozent, zeigt eine aktuelle Untersuchung des Marktforschungsunternehmens IRI. Während der Anteil von Kapseln auf dem Kaffeemarkt stetig steigt, bleiben klassischer Röstkaffee und die vor kurzem noch so beliebten Pads immer öfter im Regal liegen. Das hat zwei große Nachteile: Es schadet dem Geldbeutel und der Umwelt. Die kleinen Portionen kosten ein Vielfaches von abgepacktem Kaffee. Selbst für die Discounterkapseln von Aldi Süd müssen Kaffeetrinker jeweils knapp 19 Cent berappen – macht rund 14 Euro das Pfund. Zudem lässt der Durst nach Kapselkaffee die Müllberge wachsen. Die meisten Döschen sind aus Plastik, oft noch einzeln in Folie eingepackt. Marktführer Nespresso verkauft schicke Hülsen aus Aluminium. Für deren Herstellung wird extrem viel Energie verschwendet. Allein in Deutschland landeten im letzten Jahr etwa 13 000 Tonnen Kapseln auf dem Müll.

Fairtrade-Award 2014: Der Publikumspreis geht an den Wäschehersteller Comazo
Der Albstädter Wäschehersteller Comazo erhält den Publikumspreis des Fairtrade Awards 2014. Comazo überzeugte mit seinem Engagement im Bereich des fairen Handels und seinen Mitarbeitern, die selbst als Fotomodels Biowäsche aus der Kollektion comazo|earth präsentieren und in firmeneigenen Clips über ihre Welt der Wäsche berichten. Deutschlandweit ist comazo|earth die erste breit aufgestellte Unterwäsche-Kollektion – für Damen, Herren und Kinder – die konsequent aus Fairtrade zertifizierter, organischer Biobaumwolle hergestellt wird und zudem auch den strengen GOTS-Kriterien entspricht. Als vollstufiger Hersteller produziert Comazo die Unterwäsche selbst. Die Stoffherstellung und der Zuschnitt erfolgen in Deutschland, die Konfektion und Verpackung in Kroatien oder Rumänien.

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz
Die Europäische Kommission hat es begrüßt, dass der Ministerrat am Donnerstag Maßnahmen angenommen hat, die Arbeitnehmer besser vor den Risiken schützen, die mit der Exposition gegenüber Chemikalien am Arbeitsplatz einhergehen. Die Richtlinie wird fünf bestehende EU-Richtlinien über Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und den Schutz von Arbeitnehmern vor gefährlichen Chemikalien ändern und sie mit den jüngsten Vorschriften über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (Verordnung (EG) 1272/2008) in Einklang zu bringen. Die Mitgliedstaaten haben nun bis zum 1. Juni 2015 Zeit, um die neue Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

Besorgniserregendes Bild der europäischen Meere
Ein am Donnerstag veröffentlichter Bericht zeichnet ein besorgniserregendes Bild der europäischen Meere. Aus der Analyse der Kommission, die anlässlich der Konferenz „Gesunde Meere – produktive Ökosysteme“ (HOPE: Healthy Oceans – Productive Ecosystems) in Brüssel am 3./4. März vorgestellt werden soll, ergibt sich, dass dringend weitere Anstrengungen unternommen werden müssen, wenn bis 2020 ein guter Zustand der Meeresumwelt erreicht werden soll. Umweltkommissar Potočnik erklärte dazu: „Die Botschaft ist klar: Die Ozeane und Meere Europas befinden sich in keinem guten Zustand. Wir sind aber auf diese Meere angewiesen und müssen daher ein Gleichgewicht erreichen, d. h. wir müssen Wege finden, das wirtschaftliche Potenzial der Meere zu nutzen, ohne eine schon jetzt fragile Umwelt noch mehr zu belasten; so können wir Wachstum und Arbeitsplätze schaffen, die langfristig sicher sind.“ Zusammen mit den ebenfalls heute veröffentlichten „Marine messages“ („Meeresnachrichten“) der Europäischen Umweltagentur bietet der Bericht zum ersten Mal einen umfassenden Überblick über den Zustand der Meeresgewässer in der EU. Die Mitgliedstaaten haben Berichte übermittelt, in denen sie den Zustand ihrer Meere bewerten, definieren, was sie als „guten Umweltzustand“ ansehen, und angeben, welche Ziele sie sich gesetzt haben, um diesen guten Zustand zu erreichen. Den Schlussfolgerungen des Berichts sind Empfehlungen für die vier Meeresregionen und für einzelne Mitgliedstaaten beigefügt.

Lidl verkauft Mode aus Fairtrade-Baumwolle
Lidl bietet seit gestern bundesweit in seinen Filialen eine Frühjahrs-Mode aus 100 Prozent Fairtrade-zertifizierter Baumwolle unter der Lidl-Qualitätsmarke „Fairglobe“ an. Für die Kunden ist die Herkunft der Baumwolle dabei einfach nachzuvollziehen – mit Hilfe des so genannten Fairtrade-Codes. Sowohl Jeggings als auch Tunikas und T-Shirts werden mit diesem Code gekennzeichnet sein. Den Code gibt der Kunde auf www.fairtrade-deutschland.de ein und erfährt so mehr darüber, wo und wie die Baumwolle produziert wurde. Beispielsweise stammt die Baumwolle der Jeggings der Lidl-Qualitätsmarke Esmara von Kleinbauern in Indien, die ihre Baumwolle nach den Faitrade-Kriterien anbauen und dabei vom Fairen Handel profitieren. Dank des unabhängigen Fairtrade-Siegels haben Lidl-Kunden die Sicherheit, dass die verarbeitete Baumwolle nach internationalen Fairtrade-Standards zertifiziert wurde. Mit dem Kauf der Produkte wird neben der Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Baumwollproduzenten in Entwicklungsländern auch die Förderung des Umweltschutzes unterstützt.

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