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Immer mehr Legehennen in Freilandhaltung oder ökologischer Erzeugung: Bodenhaltung dominiert

Legehennen werden hierzulande immer häufiger in Freilandhaltung oder sogar in ökologischer Erzeugung gehalten. In Deutschland dominiert allerdings weiter die Bodenhaltung, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Die Käfighaltung verliert dagegen weiter an Bedeutung.

Wiesbaden (afp) – Legehennen werden hierzulande immer häufiger in Freilandhaltung oder sogar in ökologischer Erzeugung gehalten. In Deutschland dominiert allerdings weiter die Bodenhaltung, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Die Käfighaltung verliert dagegen weiter an Bedeutung.

Anfang Dezember wurden der Statistik zufolge in Betrieben mit mindestens 3000 Haltungsplätzen insgesamt 38,4 Millionen Legehennen gehalten und damit 5,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Bestand von Hennen in Bodenhaltung erhöhte sich um vier Prozent auf 24,3 Millionen Tiere. Seit 2007 vervierfachte sich der Bestand sogar.

Allerdings wächst auch die Bedeutung von Freilandhaltung und ökologischer Erzeugung deutlich. Mit einem Anstieg von 13,2 Prozent auf 6,1 Millionen Tiere gab es in der Freilandhaltung den prozentual größten Zuwachs. In der ökologischen Erzeugung stieg die Anzahl der Legehennen um 12,3 Prozent auf 3,3 Millionen.

In Kleingruppen und ausgestalteten Käfigen wurden jedoch mit 4,8 Millionen Hennen weiter mehr Tiere als in ökologischer Erzeugung gehalten. Allerdings ging der Anteil im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent zurück. Der mit dem Verbot der traditionellen Käfighaltung im Jahr 2009 eingesetzte Wandel bei der Haltung von Legehennen setzt sich damit fort.

In Käfigen, Ställen und an der freien Luft:
Die verschiedenen Haltungsformen für Legehennen

KÄFIGHALTUNG: Klassische Legebatterien sind in der EU seit 2012 nicht mehr erlaubt – in Deutschland schon seit 2010 nicht mehr. Allerdings werden nach jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes noch immer 4,8 Millionen Tiere in Kleingruppen und ausgestalteten Käfigen gehalten. Allerdings sank die Zahl. Diese Kleingruppen-Käfige bieten laut Deutschem Tierschutzbund der einzelnen Henne nur „geringfügig mehr Platz“ als frühere Käfige. Dieser steht demnach die Fläche von etwas mehr als eineinhalb DIN-A4-Seiten zur Verfügung.

BODENHALTUNG: Mit 24,3 Millionen Tieren dominiert die Bodenhaltung in deutschen Betrieben. Im Stall teilen sich dabei maximal neun Hennen einen Quadratmeter. Der Tierschutzbund bewertet diese Form als „weniger tiergerecht“ als die Freilandhaltung, weil es sich grundsätzlich um eine „reine Stallhaltung“ handelt und die Tiere nicht ins Freie kommen.

FREILANDHALTUNG: Zusätzlich zum Stall haben die Hennen eine Auslauffläche. Vorgesehen ist eine Fläche von mindestens vier Quadratmetern pro Tier. Der Tierschutzbund sieht die Freilandhaltung als die „vergleichsweise tiergerechteste landwirtschaftliche Haltung“ von Legehennen an. Ihr Anteil in Deutschland wächst. Derzeit werden rund 6,1 Millionen Tiere so gehalten.

ÖKOLOGISCHE PRODUKTION: Trotz deutlicher Zuwächse nimmt die ökologische Erzeugung mit derzeit 3,3 Millionen Legehennen noch immer den geringsten Anteil an allen Haltungsformen ein. Vorgesehen ist dabei, dass nicht mehr als 3000 Hennen je Stall gehalten werden dürfen und das Platzangebot die Größenordnung von maximal sechs Hennen je Quadratmeter Stallfläche nicht unterschreitet. Die Tiere müssen laut Tierschutzbund zu mindestens 80 Prozent mit Futter aus ökologischer Produktion gefüttert werden.