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CR-Kompass: Fachbegriffe auf Deutsch für kleine Unternehmen ohne Vorwissen

Mit dem online-basierten CR-Kompass können kleine und mittelständische Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht erstellen. Die Nutzung des Tools ist derzeit kostenlos. „Der CR-Kompass ist ein guter Einstieg für Firmen, die sich mit Unterstützung dem Thema unternehmerische Verantwortung annähern wollen“, sagt Christine Weinreich von der Kölner Beratungsgesellschaft concern. CSR MAGAZIN stellt für die Märzausgabe zum Thema „Nachhaltigkeitsberichterstattung“ Tools vor, die Unternehmen auf dem Weg zu einem CSR-Bericht unterstützen.

Köln (csr-news) – Mit dem online-basierten CR-Kompass können kleine und mittelständische Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht erstellen. Die Nutzung des Tools ist derzeit kostenlos. „Der CR-Kompass ist ein guter Einstieg für Firmen, die sich mit Unterstützung dem Thema unternehmerische Verantwortung annähern wollen“, sagt Christine Weinreich von der Kölner Beratungsgesellschaft concern. CSR MAGAZIN stellt für die Märzausgabe zum Thema „Nachhaltigkeitsberichterstattung“ Tools vor, die Unternehmen auf dem Weg zu einem CSR-Bericht unterstützen – und lässt dabei Anwender zu Wort kommen.

Gemeinsam mit dem Software-Anbieter WeSustain hat concern den CR-Kompass im vergangenen Jahr entwickelt. Das Tool wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und der Bundesregierung gefördert und von der Deutschen Umweltstiftung unterstützt. „Kleine Unternehmen ohne besonderes Vorwissen können sich mit dem CR-Kompass eigenständig in Corporate Responsibility-Themen einarbeiten“, sagt Weinreich. Registrierten Nutzern steht dazu ein interaktives Lernprogramm zur Verfügung – z.B. mit praxisnahen Einheiten zu den wichtigen Themen CR-Steuerung und Kennzahlen. Die Begriffe aus der CR-Fachsprache sind „eingedeutscht“, um keine unnötigen Zugangshürden aufzubauen: So geht es im CR-Kompass um unternehmerische Verantwortung statt um CSR, um Interessengruppen statt um Stakeholder und um Kennzahlen anstelle von Indikatoren. Letztere orientieren sich am Leitfaden G4 der Global Reporting Initiative. Weinreich: „Wir haben uns auf die wichtigsten Angaben und Kennzahlen beschränkt, die für KMUs zur Steuerung und Berichterstattung entscheidend sind. “ Und der CR-Kompass vereinfacht noch weiter: Auf Wunsch reduziert das Tool nach der Eingabe von Details wie z.B. der Unternehmensgröße automatisch die Auswahl der vorgeschlagenen Kennzahlen, um den Aufwand für KMUs gering zu halten.

„Ein Nachhaltigkeitsbericht ist ein mögliches Endprodukt des CR-Kompass, aber nicht alleiniges Ziel“, so Christine Weinreich. Indem der Nutzer eine Wesentlichkeitsmatrix erstellt, Kennzahlen auswählt und seine Daten zusammenträgt und eingibt, schafft er die Grundlage für ein systematisches Nachhaltigkeitsmanagement in seinem Unternehmen.

Seit einem Jahr widmet sich Michael Barsakidis im Umweltdruckhaus Hannover dem Aufbau eines systematischen Nachhaltigkeitsmanagements – und nutzt dazu den CR-Kompass. Das Unternehmen mit seinen 17 Mitarbeitern zählt zu den kleinen Mittelständlern und bietet – wie der Name sagt – nachhaltige Produkte an. Da bietet es sich an, gegenüber den Kunden mit einem CSR-Bericht das eigene Nachhaltigkeitsengagement zu dokumentieren und so eine Vorreiterrolle im Mittelstand einzunehmen. Barsakidis konnte bereits im vergangenen Jahr die Beta-Version des CR-Kompass testen. So brachte das Umweltdruckhaus gleich zu Anfang des Jahres einen eigenen CSR-Bericht heraus, der nun fortlaufend ergänzt und aktualisiert wird.

Die grafische Gestaltung des Berichtes hat das Umweltdruckhaus selbst umgesetzt. Barsakidis: „Das Managementsystem CR-Kompass ist keine Design-Software“, er stelle einen schlichten, aber strukturierten Bericht im Word- oder PDF-Format zur Verfügung. Dabei erfüllt er viele, aber nicht alle Wünsche des Druckhauses. So lässt sich eine Unternehmensstruktur mit dieser Software nicht abbilden. Wer als kleines Unternehmen mit Hilfe des CR-Kompass sein Nachhaltigkeitsengagement erstmals erfassen und in einem Bericht darstellen will, könne einen Zeitaufwand von etwa 80 Stunden einplanen. Barsakidis weiter: „Auch wer vorher nicht bewusst mit CSR zu tun hat, wird durch die Plattform sehr gut an dieses Thema herangeführt.“

Seit Januar ist der CR-Kompass online und Weinreich ist mit der Resonanz zufrieden: „Jede Woche registrieren sich etwa zehn neue Unternehmen.“ Was aber passiert mit dem Tool, wenn die öffentliche Förderung Ende des Jahres ausläuft? „Der CR-Kompass soll auf jeden Fall bestehen bleiben, um KMUs auch zukünftig bei der Umsetzung und Berichterstattung von CR zu unterstützen“, sagt die Kölner Nachhaltigkeitsexpertin.

Der CR-Kompass im Internet:
www.crkompass.de