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Report – Wie Unternehmen NGOs bewerten

Das Glaubwürdigkeit und Geschäftsgebaren von Unternehmen auch durch Umwelt- und Naturschutzorganisationen bewertet werden gehört längst zum Alltag. Doch was halten Unternehmen eigentlich von Umweltorganisationen? Das amerikanische Green-Biz-Netzwerk hat den Spieß umgedreht und die größten Umwelt-NGOs von über 200 Unternehmen bewerten lassen. Es ging um Einfluss, Glaubwürdigkeit und Effektivität – drei Organisationen führen das Ranking an.

Oakland (csr-news) > Das Glaubwürdigkeit und Geschäftsgebaren von Unternehmen auch durch Umwelt- und Naturschutzorganisationen bewertet werden gehört längst zum Alltag. Doch was halten Unternehmen eigentlich von Umweltorganisationen? Das amerikanische Green-Biz-Netzwerk hat den Spieß umgedreht und die größten Umwelt-NGOs von über 200 Unternehmen bewerten lassen. Es ging um Einfluss, Glaubwürdigkeit und Effektivität – drei Organisationen führen das Ranking an.

Insbesondere wenn es um eine Zusammenarbeit mit NGOs geht, achten Unternehmen bei Umweltschutzorganisationen vor allem auf deren Einfluss und deren Glaubwürdigkeit. Im Green-Biz NGO-Report konnten die Nature Conservancy (TNC), der World Wildlife Fund (WWF) und der Environmental Defense Fund (EDF) am stärksten überzeugen. Allen drei Organisationen wurden Engagement, lösungsorientierte Partnerschaften mit Konzernen und erheblicher Einfluss attestiert. In vier Gruppen konnten die NGOs eingeteilt werden. Zum einen in die Gruppe der vertrauenswürdigen Partner, mit denen Unternehmen auch langfristige Partnerschaften eingehen können, um gemeinsam an Problemen zu arbeiten. In diese Gruppe fallen die drei genannten Organisationen. In die zweite Gruppe wurden Organisationen eingestuft, die ebenfalls als glaubwürdig gelten und durchaus nützlich sein können, wenn es um die Gestaltung von Rahmenbedingungen geht und die teilweise auch als gute Unternehmenspartner bekannt sind. In dieser Gruppe finden sich dann Organisationen wie Greenpeace, Oxfam oder die Rainforest Alliance. Weniger einflussreiche Organisationen, die aber dennoch als glaubwürdig gelten, finden sich in der dritten Gruppe. Dazu gehören beispielsweise das Interfaith Center on Corporate Responsibility (ICCR) oder das Basel Action Network. In die vierte Gruppe wurden die „Schmuddelkinder“ gewählt, jene Organisationen, die hauptsächlich als Kritiker auftreten, oftmals aber weniger bekannt sind und die für Unternehmenspartnerschaften nicht gewählt würden. In dieser Gruppe finden sich Organisationen wie beispielsweise das Earthwatch Institute oder das Rainforest Action Network. Grundsätzlich gibt es keine one-size-fits-all-Perspektive, mit der sich Partnerschaften zwischen NGOs und Unternehmen bewerten lassen. Die Unterschiede in den einzelnen Projekten und Partnerschaften sind einfach zu groß. Dennoch halten die Autoren die Einteilung für hilfreich. Grob ergibt sich daraus ein Spektrum, das von Kritikern reicht, deren vorrangige Aufgabe darin besteht Öffentlichkeit gegen bestimmte Missstände aufzubauen und auf der anderen Seite von Organisationen, die auf höchster politischer und wissenschaftlicher Ebene an der Lösung von Problemen mitwirken. Zudem gibt es Organisationen, die an beiden Seiten des Spektrums aktiv sind.

Immerhin 52 Prozent der befragten Unternehmen waren in den vergangenen fünf Jahren Ziel einer Kampagne von NGOs. Ein Großteil davon bewertete die Aktionen als weder besonders hilfreich noch als besonders negativ. Aber immerhin zwanzig Prozent hielten die Kampagne gegen sie für so konstruktiv, dass ihr eigenes Nachhaltigkeitsengagement davon profitieren konnte. Fast ebenso viele hielten die Kampagne gegen sie allerdings nur als störend und teuer ohne das diese Auswirkungen auf die Geschäftspraxis hatte. Und immer noch fünf Prozent fanden die Kampagne gegen sie geschäftsschädigend und schädlich für ihr Unternehmen. Dennoch sind Partnerschaften zwischen NGOs und Unternehmen heute nicht mehr unüblich, vor allem bei den Themen Klimaschutz und gesellschaftliches Engagement. Selten sind Kooperationen beispielsweise bei Menschenrechtsthemen. So gaben auch 63 Prozent der befragten Unternehmen an, schon seit längerer Zeit mit mindestens einer Umweltorganisation zusammenzuarbeiten. Nur vier Prozent schlossen eine solche Zusammenarbeit aus. Meistens findet eine solche Zusammenarbeit allerdings mit regional tätigen NGOs statt. Nur rund ein Drittel der befragten Unternehmen haben aktuell oder in der Vergangenheit Erfahrungen gesammelt mit einer der drei Top-NGOs des Rankings.

ngo-ranking

Hier geht es zum Download des NGO-Reports.