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Das CSR-Jahr in Österreich

Am Anfang eines jeden Jahres erscheint in Österreich das CSR-Jahrbuch und gibt einen Einblick in aktuelle Themen zur unternehmerischen Verantwortung und die wichtigsten Entwicklungen des vergangenen Jahres. Nun ist es bereits in seiner fünften Ausgabe erschienen. Eine zentrale Aussage darin: Nur etwa jedes dritte Großunternehmen setzt auf CSR-relevante Aktivitäten.

Wien (csr-news) > Am Anfang eines jeden Jahres erscheint in Österreich das CSR-Jahrbuch und gibt einen Einblick in aktuelle Themen zur unternehmerischen Verantwortung und die wichtigsten Entwicklungen des vergangenen Jahres. Nun ist es bereits in seiner fünften Ausgabe erschienen. Eine zentrale Aussage darin: Nur etwa jedes dritte Großunternehmen setzt auf CSR-relevante Aktivitäten.

Nur jedes sechste Unternehmen ist dabei besonders engagiert, lautet eine weitere Erkenntnis. Inzwischen liegen dem Autorenteam Ergebnisse aus fünf Jahren Recherche vor. „Nun haben wir erstmals die rund zehntausend Einzeldaten, die für Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren gesammelt wurden, zu einem Gesamtbild zusammengetragen und können damit die Verbreitung von CSR in der österreichischen Wirtschaftslandschaft aufzeigen“, führt Michael Fembeck, Herausgeber, ins aktuelle Jahrbuch ein. Man konnte so feststellen, dass von 423 Unternehmen, die zu den „Top 500 Österreichs“ gehören und gleichzeitig mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen, nur 35 Prozent auf CSR-relevante Aktivitäten setzen. Besonders engagiert sind lediglich 17,5 Prozent. Diese Unternehmen zeichnen sich durch die Publikation von Nachhaltigkeitsberichten und GRI-Kennzahlen sowie durch die Nominierung für oder den Gewinn des in Österreich wichtigen TRIGOS-Preises aus. Im Branchenvergleich zeigt sich, dass Rohstoffproduzenten und Immobiliengesellschaften deutlich häufiger unternehmerische Verantwortung übernehmen als der Durchschnitt. Die Bauwirtschaft liegt im Gegensatz dazu weit hinten. Auch die größte Branche in Österreich, der Maschinen- und Anlagenbau, befindet sich mit einer CSR-Aktivität von 25 Prozent unter dem Schnitt. Eigentumsverhältnisse lassen ebenfalls klare Tendenzen erkennen: So setzen Unternehmen, die im Besitz von ausländischen Konzernen oder der öffentlichen Hand stehen, stärker auf unternehmerische Verantwortung. Generell sind börsennotierte Unternehmen weit häufiger unter den CSR-Aktiven zu finden als alle anderen. Unter den klassischen österreichischen Familienunternehmen oder auch jenen Unternehmen, die im Besitz von Genossenschaften, Sparkassen, Vereinen oder kirchlichen Organisationen stehen, lässt sich ein vergleichsweise geringeres Maß an CSR-Aktivität feststellen. Aber auch bei den Familienunternehmen verdoppelt sich das CSR-Engagement von 24 auf 48 Prozent, wenn es zusätzlich Kleinaktionäre unter den Eigentümern gibt.

Während die großen Unternehmen alle zu ihren CSR-Aktivitäten befragt wurden, tauchen im Jahrbuch nur jene KMUs auf, die in den letzten Jahren durch besondere Aktivitäten aufgefallen sind. Insgesamt gibt es in Österreich rund 300.000 Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern, davon dürften ein Großteil Kleinbetriebe sein. Ausgewählt wurden daraus Unternehmen, die beispielsweise für den TRIGOS-Preis nominiert waren oder diesen sogar gewonnen haben. Zudem Unternehmen, die einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen, Fairtrade-Partner sind oder sich beispielsweise dem UN-Global-Compact angeschlossen haben. Letztlich aufgeführt sind 385 Unternehmen, die Verantwortung und Nachhaltigkeit unternehmerisch umsetzen. Dabei haben die Autoren berücksichtigt, dass es vor allem für kleine Unternehmen schwierig ist, mit ihren Aktivitäten immer im Lichte der Öffentlichkeit zu stehen, gleichwohl lassen sich daraus noch keine Rückschlüsse auf ihre wahrgenommene unternehmerische Verantwortung ziehen. Abgerundet wird das Jahrbuch durch zahlreiche Best-Practice-Beispiele. Zudem wurden erstmals vom Gallup-Institut das Nachhaltigkeits-Image von 80 wichtigen Unternehmen und Marken erhoben. Hier schnitten Unternehmen aus den Branchen Lebensmittel, Energie und Verkehr am besten ab. „Dies scheint naheliegend“, so die Autoren, „Da dies die drei Branchen sind, die am klarsten versuchen, sich über ihre Kommunikation an den Endkunden als nachhaltig und verantwortlich zu positionieren“.

Das CSR-Jahrbuch 2014 kann über den Medianet-Verlag bezogen werden.

Foto: v.l.n.r. Germanos Athanasiadis, Verleger Medianet Verlag, Mag. Ursula Simacek, Simacek Facility Management Group GmbH und Präsidentin von respAct, Mag. Gabriele Faber-Wiener, Gründerin des Zentrums für Responsible Management, Dr. Michael Fembek, Herausgeber CSR Jahrbuch und KR Heinz Behacker, Vorstandsvorsitzender der VBV – Vorsorgekasse Aktiengesellschaft