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Bertelsmann Stiftung zeichnet gesellschaftliches Engagement von Unternehmen aus

Die Bertelsmann Stiftung und der Verein „Unternehmen für die Region“ zeichneten zum vierten Mal drei herausragende Beispiele gesellschaftlichen Engagements mittelständischer Unternehmen aus. Insgesamt hatten sich bundesweit für den Wettbewerb „Mein gutes Beispiel“ 149 Firmen beworben, die in ihren Regionen zu den Themen Bildung und Ausbildung, Soziale Benachteiligung oder der Vereinbarkeit von Familie und Beruf engagiert sind

Berlin (csr-news) > Die Bertelsmann Stiftung und der Verein „Unternehmen für die Region“ zeichneten zum vierten Mal drei herausragende Beispiele gesellschaftlichen Engagements mittelständischer Unternehmen aus. Insgesamt hatten sich bundesweit für den Wettbewerb „Mein gutes Beispiel“ 149 Firmen beworben, die in ihren Regionen zu den Themen Bildung und Ausbildung, Soziale Benachteiligung oder der Vereinbarkeit von Familie und Beruf engagiert sind. Bei der Auswahl der Preisträger waren vor allem die Langfristigkeit des Projekts, die unternehmerische Kompetenz, regionale Nähe, die Zusammenarbeit mit Partnern und die Übertragbarkeit auf andere Regionen ausschlaggebend. Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung gratulierte den Vertretern der ausgezeichneten Unternehmen und unterstrich die Bedeutung des gesellschaftlichen Engagements im Mittelstand. „Mittelständische und familiengeführte Unternehmen haben von jeher die Zukunft unseres Landes mitgestaltet und soziale Werte vorgelebt. Für sie zählt das langfristige Denken und Handeln. Aber vielfach wird diesem Engagement nicht die Bedeutung beigemessen, die es tatsächlich hat“, so Liz Mohn.

Die ausgezeichneten Unternehmen sind:

Biomarkt Roland Geist GmbH – Wohnen und Arbeiten für Menschen mit Behinderung in Öhringen (Öhringen). Roland Geist, der Inhaber des Biomarkts Roland Geist GmbH, und seine Ehefrau Brigitte haben nach jahrelanger Planung in ihrem Biomarkt in der baden-württembergischen Stadt Öhringen Arbeitsplätze für mehrfach behinderte Menschen geschaffen sowie das Projekt „Wohnen und Arbeiten für Menschen mit Behinderung in Öhringen“ gegründet. Mittlerweile arbeiten dort drei Mitarbeiterinnen mit Behinderung. Alle drei sind Rollstuhlfahrerinnen und konnten aufgrund ihrer Mehrfachbehinderung keine reguläre Berufsausbildung absolvieren. Zunächst als Praktikanten und jetzt als reguläre sozialversicherungspflichtige Angestellte wurden alle Arbeiten auch mit Hilfe von Arbeitsassistenz direkt im Betrieb erlernt. Jetzt arbeiten diese Mitarbeiterinnen in verschiedenen Bereichen überwiegend selbständig, z.B. bei der Herstellung von Snacks, Fertigsalaten, Kuchen und durch die rollstuhlgerechte Backwarentheke auch im direkten Kundenkontakt beim Backwarenverkauf. Dadurch sind sie fester Bestandteil der Belegschaft. Diese Arbeitsmöglichkeit und die Wohnmöglichkeit in einer selbst organisierten Wohngemeinschaft mit Assistenzkräften unweit des Biomarktes ermöglicht den drei jungen Frauen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben mit beispielhafter Inklusion im Betrieb und gesellschaftlichen Leben.

inallermunde kommunikation GmbH – Leutkircher Bürgerbahnhof eG – Bahnhof in Bürgerhand (Leutkirch). Im Jahr 2005 entwickelte Christian Skrodzki, Mitinhaber der Werbeagentur inallermunde kommunikation, ein Rettungs- und Nutzungskonzept für den denkmalgeschützten Bahnhof in Leutkirch. Die öffentliche Hand konnte aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen das 1889 erbaute Gebäude nicht grundlegend sanieren. Um dem Verfall entgegen zu wirken und einen möglichen Abriss des Kulturgutes zu verhindern, wurde auf Grundlage des Rettungskonzeptes eine Bürgergenossenschaft gegründet. Rund 700 Bürger investierten über 1,1 Millionen Euro Kapital für das historische Bahnhofsgebäude. Zusätzlich investierten die Leutkircher über 4.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit in das Projekt und leisteten tatkräftige Unterstützung bei der Umgestaltung des Bürgerbahnhofes. Christian Skrodzki und seine Mitarbeiter der Werbeagentur brachten sich von Anfang an umfangreich in das Projekt Bürgerbahnhof ehrenamtlich ein. Sie gestalteten den Internetauftritt der Initiative und agierten als Botschafter des Bürgerbahnhofs sowie als Koordinationsstelle. Christian Skrodzki fungiert als ehrenamtlicher Vorstand der Bürgerbahnhof Genossenschaft. Die Sanierung des Gebäudes wurde 2012 erfolgreich abgeschlossen. Es gilt mittlerweile als Vorzeigeprojekt in ganz Deutschland. Verschiedene Bahnhofsinitiativen wie z.B. in Cuxhaven und Sulzfeld/Baden haben das Leutkircher Modell als Vorbild gewählt. Mittlerweile, zwei Jahre nach der Wiedereröffnung, haben sich in dem alten Bahnhof eine Gastronomie mit Hausbrauerei, verschiedene Design- und Medienfirmen sowie das Informationszentrum Nachhaltige Stadt angesiedelt.

Klinikum Dahme-Spreewald GmbH – Dahme-Spreewald Netzwerk Gesunde Kinder (Königs Wusterhausen). Das Projekt „Dahme-Spreewald Netzwerk Gesunde Kinder“ der Klinikum Dahme-Spreewald GmbH stellt jungen Familien eine ehrenamtliche Unterstützung für die gesunde Entwicklung ihrer Kinder bereit. Die Patinnen und Paten, die vor ihrer Patenschaft an einer speziellen Weiterbildung mit 11 Schulungsterminen teilnehmen, begleiten Familien von der Schwangerschaft bis zum Ende des 3. Lebensjahres des Kindes. Besonders in den ersten Lebensjahren vermitteln die geschulten und ehrenamtlich tätigen Familienpaten bedarfsgerecht Angebote der Gesundheits- und Familienförderung, die passgenau auf die Bedürfnisse der Familien zugeschnitten sind. Zudem unterstützen sie diese mit wertvollen Tipps. Im ersten Lebensjahr des Kindes finden sechs von mindestens zehn Patenbesuchen statt, die durch regelmäßige Themenabende rund um die Kindergesundheit ergänzt werden.  Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass sich die Beziehung zwischen Paten und den jungen Familien nicht auf die ersten drei Lebensjahre der Kinder beschränkt, sondern der Kontakt hierüber hinaus oft bestehen bleibt. Durch dieses Netzwerk konnten seit 2007 schon mehr als 300 „Netzwerk-Babys“ betreut werden. Die 80 bis 100 aktiven Paten unterstützen jährlich zwischen 130 bis 150 Kinder im Landkreis Dahme-Spreewald.

Foto: Die Preisträger und Finalisten des Wettbewerbs „Mein gutes Beispiel 2014“ gemeinsam mit Liz Mohn (Mitte).

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