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BASF Bericht 2013: Ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Leistung

Ende Februar hat der Chemiekonzern BASF seinen integrierten Bericht vorgelegt, und erläutert darin die ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Leistung für das Geschäftsjahr 2013. Das 252 Seiten starke Werk ist ein gutes Beispiel wie integrierte Berichterstattung und Online-Reporting im Internet aussehen kann. Konkrete Beispiele entlang der Wertschöpfungskette sollen zeigen, wie Nachhaltigkeit zum Unternehmenserfolg beiträgt.

Ludwigshafen (csr-news) > Ende Februar hat der Chemiekonzern BASF seinen integrierten Bericht vorgelegt, und erläutert darin die ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Leistung für das Geschäftsjahr 2013. Das 252 Seiten starke Werk ist ein gutes Beispiel wie integrierte Berichterstattung und Online-Reporting im Internet aussehen kann. Konkrete Beispiele entlang der Wertschöpfungskette sollen zeigen, wie Nachhaltigkeit zum Unternehmenserfolg beiträgt.

Risiken minimieren, Geschäftschancen erschließen und vertrauensvolle Beziehungen zu unseren Stakeholdern aufbauen sind die drei Säulen, auf denen BASF seine Nachhaltigkeitsstrategie aufbaut. „Das Nachhaltigkeitsmanagement unterstützt unser strategisches Prinzip „Wir treiben nachhaltige Lösungen voran“, heißt es dazu im aktuellen Bericht über das Geschäftsjahr 2013. Ein Beispiel dafür ist die Simulationsmethode ultrasim. „Mit dieser Methode, die wir in den vergangenen Jahren entwickelt und kontinuierlich verbessert haben, können wir das Materialverhalten von Leichtbauteilen genauer vorhersagen“, erläutert Kurt Bock, Vorstandsvorsitzender der BASF. Dies lässt sich beispielsweise für die Automobilproduktion nutzen, um Metallteile durch Kunststoffteile zu ersetzen. Bock: „Dadurch kann bei einem Fahrzeug das Gewicht weiter reduziert werden. So sinkt der Treibstoffverbrauch und in der Folge verringern sich die CO2-Emissionen. Ein aktuelles Anwendungsbeispiel ist der VW Golf 7, dessen Frontend-Montageträger dank unserer Simulation vollständig aus BASF-Kunststoff hergestellt werden konnte und ganz ohne Metallverstärkungen auskommt“ (Foto).

Ein Beispiel dafür, wie BASF sein Selbstverständnis als Lösungsanbieter umsetzt und dem Unternehmenszweck „We create chemistry for a sustainable future“ dient. Welche Bereiche davon primär berührt werden, wurde im Dialog mit den Stakeholdern ermittelt. Im vergangenen Jahr wurde die Materialitätsanalyse aktualisiert, womöglich schon für die zukünftig zu erwartende Berichterstattung nach den GRI-Leitlinien G4 – der aktuelle Bericht ist noch nach G3 erstellt. Rund 350 externe Stakeholder und etwa 90 Fach- und Führungskräfte aus dem Unternehmen haben ihre Rückmeldungen zu 38 für BASF potenziell relevanten Themen gegeben. In einer Materialitätsmatrix sind diese Nachhaltigkeitsthemen eingeordnet. Diese Themen wurden anschließend in Workshops mit Teilnehmern aus verschiedenen BASF-Facheinheiten diskutiert und dabei übergeordnete materielle Aspekte identifiziert. Es ging vor allem darum, welche dieser Themen den größten Einfluss auf das Geschäft des Chemieriesen haben. Als materielle Aspekte wurden dann Beschäftigung und Beschäftigungsfähigkeit, Energie und Klima, Ernährung, operative Exzellenz, Partnerschaften, Produkte und Lösungen, Ressourcen und Ökosysteme sowie Wasser identifiziert.

Das Thema mit der höchsten Relevanz war dabei Energie und Klima, ein Bereich sich auch bei den eigenen Nachhaltigkeitszielen wiederfindet. Bis 2020 sollen die spezifischen Treibhausgasemissionen je Tonne Verkaufsprodukt um 40 % im Vergleich zum Basisjahr 2002 gesenkt werden. Dazu muss die Energieeffizienz weiter gesteigert werden, geplant ist ein Plus von 35 Prozent. Auf diesem Weg wurden 2013 die Energieeffizienz um 20 % (2012: 22 %) erhöht und die spezifischen Treibhausgas­emissionen um 34 % (2012: 33 %) gesenkt. „Zur Versorgung unserer Produktionsstandorte mit Energie setzen wir auf Gas-und-Dampfturbinen in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und nutzen in starkem Maß Prozesswärme. Unsere Chemieanlagen laufen über­durchschnittlich effizient. Insgesamt sind wir beim Klimaschutz auf einem guten Weg. Da wir bereits ein sehr hohes Niveau erreicht haben, sind allerdings heute kaum noch große Verbesserungen möglich“, so Ulrich von Deessen, Leiter des Kompetenzzentrums Umwelt, Gesundheit und Sicherheit und Klimaschutzbeauftragter der BASF.

BASF-Bericht

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Beschäftigung und Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter. Rund 112.000 Mitarbeiter sind konzernweit bei der BASF tätig, davon etwa 3.000 Auszubildende. Für das Jahr 2020 hat sich BASF auch für die Arbeitssicherheit weltweite Ziele gesetzt. Die Anzahl der Arbeitsunfälle soll um 80 % gegenüber 2002 sinken. BASF lag 2013 bei minus 58 %. „Das ist ein sehr guter Wert. Dennoch: Wir müssen unseren Grundsatz ‚Wir geben Sicherheit immer Vorrang‘ konsequent weiter verfolgen. Nur so können wir unser Ziel erreichen und die Unfallzahlen von heute nochmals halbieren“, so Ulrich von Deessen. Daher fördert das Unternehmen die Weiterbildung der Mitarbeiter. Im März 2014 finden zum zweiten Mal die globalen Sicherheitstage mit mehr als 500 Vorträgen, Seminaren und Workshops statt. Auch das Gesundheitsmanagement möchte BASF weiter verbessern, um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu fördern. 2013 fanden weltweit rund 48.000 Gesundheitschecks statt. Das angestrebte Ziel den Health Performance Index zu verbessern wurde im vergangenen Jahr allerdings nicht erreicht. Den Health Performance Index hat BASF entwickelt, um den umfassenden Ansatz im Gesundheitsmanagement aussagekräftiger darzustellen zu können. Er umfasst die fünf Komponenten Berufskrankheiten, medizinische Notfallplanung, Erste Hilfe, arbeitsmedizinische Vorsorge und Gesundheitsförderung.

Interessant am BASF-Bericht 2013 ist die sinnvolle und umfangreiche Verknüpfung ökologischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Aspekte. Ergänzt durch den Online-Auftritt bildet der Bericht eine solide Grundlage zur Auseinandersetzung mit dem Unternehmen. Vor allem die Orientierung der Nachhaltigkeitsthemen entlang der Wertschöpfungskette macht die Umsetzung des Nachhaltigkeitsansatzes jederzeit deutlich. Dabei werden auch Problembereiche und Risiken nicht ausgeklammert.

Der BASF Bericht 2013 steht zum Download und online zur Verfügung.

 

Das Thema „Nachhaltigkeitsberichte“ bildet den Schwerpunkt der März-Ausgabe des CSR MAGAZIN. Hier lesen Sie mehr über den Stand unserer Recherchen: link.csr-news.net/13_Nachhaltigkeitsberichte