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Nachhaltigkeit bei Palfinger: „Glaubwürdigkeit ist das A und O“

Die Palfinger AG entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Hebe-Lösungen. Diese Technik kommt auf dem Land und zur See zum Einsatz. Zugleich gilt das österreichische Unternehmen als Nachhaltigkeitspionier: Im Jahr 2003 legte es seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht vor. In diesem Jahr erschien der erste integrierte Geschäftsbericht, dessen Nachhaltigkeitsteil sich an den neuen GRI-Leitlinien G4 orientiert. Eine Dokumentation zu der Märzausgabe des CSR MAGAZIN.

Salzburg (csr-news) – Die Palfinger AG entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Hebe-Lösungen. Diese Technik kommt auf dem Land und zur See zum Einsatz. Zugleich gilt das österreichische Unternehmen als Nachhaltigkeitspionier: Im Jahr 2003 legte es seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht vor. In diesem Jahr erschien der erste integrierte Geschäftsbericht, dessen Nachhaltigkeitsteil sich an den neuen GRI-Leitlinien G4 orientiert.

Palfinger ist ein wachsendes Unternehmen mit über 7.000 Mitarbeitern an mehr als 30 Standorten, wobei internationale Märkte eine besondere Rolle spielen: So meldete der Konzern im vergangenen Jahr die mehrheitliche Übernahme russischer und arabischer Unternehmen, den Einstieg bei einem koreanischen Lieferanten sowie wechselseitige Unternehmensbeteiligungen mit der chinesischen Sany-Gruppe. Beim Blick auf die Palfinger-Bilanz fällt die hohe Eigenkaptalquote ins Auge. Der Hintergrund: Die AG ist von ihren Wurzeln her ein Familienunternehmen, etwa 65 Prozent des Aktienkapitals befinden sich in Familienbesitz und zwei Söhne des Unternehmensgründers gehören dem Aufsichtsrat an. Diese Verankerung in einer Unternehmerfamilie stärkt die nachhaltige Wertorientierung des Konzerns.

„Über die Jahre hinweg hat sich ein Palfinger-Standard entwickelt, und auf den legen wir auch an unseren internationalen Standorten großen Wert“, sagt Nachhaltigkeits-Managerin Julia Ganglbauer. So sei der Finanzvorstand seit zwei Jahren in China beim Joint Venture mit der chinesischen Sany-Gruppe persönlich vor Ort und steuere die Prozesse dort. Die Nachhaltigkeits-Managerin ist unternehmensintern dem Team Corporate Communications zugeordnet, dessen Leiter an den Vorstandsvorsitzenden berichtet. Nachhaltigkeit organisiert der Konzern über themenbezogene, auch internationale Teams, die je nach Situation und Aufgabe zusammengestellt werden. An allen Standorten gibt es Umwelt-, Arbeitsschutz- oder Abfallbeauftragte, die an die Zentrale berichten.

Die Entscheidung für eine integrierte Berichterstattung trafen vor zwei Jahren die Mitglieder des Top-Managements bei ihrer strategischen Unternehmensplanung. Diese Form der Berichterstattung soll die Ernsthaftigkeit des Nachhaltigkeitsengagements zum Ausdruck bringen und die AG für das sogenannte Ethical Investment interessanter positionieren. „Wir möchten in unserer Branche eine Vorreiter- und Vorbildrolle wahrnehmen.“ Ganglbauer weiter: „Transparent zu sein ist in unserem wachsenden Umfeld ein großes Anliegen und bei Palfinger aus der Familienhistorie erwachsen.“ Nicht nur in der Berichterstattung, sondern auch im Management sind die Prozesse verschränkt und das Nachhaltigkeitscontrolling an das Finanzcontrolling angebunden.

Julia Ganglbauer, Palfinger AG
Julia Ganglbauer

Als im Mai 2013 die Debatte um die neuen G4-Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) begannen, entschloss sich Palfinger schnell zu einer Berichterstattung nach dem neuen Standard. „Uns haben die dazu verfügbaren Tools gereizt“, sagt Ganglbauer. „Wir wollen uns die Auswirkungen unseres Unternehmens auf die Gesellschaft und deren Einflüsse auf uns bewusst machen und zukunftsfähig bleiben.“ Eine erste Stakeholderanalyse war im Unternehmen bereits vorhanden, sie musste im Blick auf ihre Messbarkeit aktualisiert und der Stakeholderdialog ausgeweitet werden. Organisiert wurde der Dialog entlang dem Area-Management. Ganglbauer: „Eine wesentliche Rückmeldung war, dass wir nur verlangen dürfen, was wir auch selber einhalten. Die Lieferanten sehen sich in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess gemeinsam mit uns.“

Die Antworten der Stakeholder will Palfinger ernst nehmen, im gleichen Tempo wie die Befragten auf Rückmeldungen reagieren und den Dialog so aufrechterhalten. An den Ergebnissen der Befragung wird nun in Workshops weitergearbeitet. Dabei geht es etwa darum, wie der Nachhaltigkeitsdialog mit Händlern vertieft oder welche quantitativen Ziele bei den Key Performance Indicators (KPI) zugrunde gelegt werden sollen.

Die Begleitung des von den G4 angestoßenen Prozesses durch einen externen Wirtschaftsprüfer erwies sich als hilfreich – etwa in Bezug auf die Akzeptanz des neuen Standards im Unternehmen selbst. Denn letztlich zählt für Palfinger die Umsetzung des Erarbeiteten. Ganglbauer: „Glaubwürdigkeit ist das A und O. Eine nette Lektüre bringt nichts, wenn unsere Stakeholder nicht merken, dass wir Nachhaltigkeit leben.“

Die Nachhaltigkeitsseiten der PALFINGER AG >> im Internet

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