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Nachhaltigkeit erhöht Unternehmensgewinne

Stuttgart (csr-news) > Durch Ausrichtung auf Nachhaltigkeit können Unternehmen bis zu fünf Prozentpunkte mehr Gewinn erwirtschaften. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Unternehmensberatung dokeo an mehreren mittelständischen Unternehmen. Untersucht wurde dabei, wie weit und wie konsequent die Unternehmen die Instrumente und Methoden einsetzen, die der nachhaltigen Unternehmensführung zugeschrieben werden. Wolfgang Scheunemann, Geschäftsführer von dokeo: „Die zweitwichtigste Kennzahl des Unternehmens steht nicht in der Bilanz: Der entgangene Gewinn. Vielen Mittelständlern entgehen Jahr für Jahr Aufträge, weil sie das unternehmerische Prinzip der Nachhaltigkeit nicht verstanden haben. Oft wissen sie nichts von den verpassten Chancen, weil sie nicht mehr angefragt werden.“

Scheunemann nennt als Beispiel Druckereien, die nicht nach den Normen des Forest Steward Council (FSC) zertifiziert sind. Für viele Auftraggeber sei das heute unverzichtbar. Sie forderten von solchen Druckereien gar kein Angebot mehr an. Als zweites Beispiel nennt er Verschwendung bei Energieverbrauch und Materialeinsatz. „Bei einem nicht öko-optimierten Gebäude lassen sich allein die Energiekosten um 30 bis 50 % senken“, so Scheunemann. Ebenso sieht er viel Optimierungspotential beim Verringern der Mitarbeiter-Fluktuation. „Jeder neue Mitarbeiter kostet mindestens eineinhalb Jahresgehälter mehr, weil er sich in die Prozesse und Netzwerke des Vorgängers einarbeiten muss. Mancher Kundenkontakt kommt nach einem Mitarbeiterwechsel überhaupt nicht mehr zustande – mit fatalen Folgen. All das steht nicht in der Bilanz. Ein schlechtes Ergebnis wird oft als Folge widriger Umstände dargestellt. In Wahrheit ist es schlechtes Management.“

Um die versteckten Potentiale zur Steigerung der Effizienz aufzuspüren, hat dokeo ein neuartiges Instrument entwickelt: den Quick-Check „Nachhaltigkeits-Performance“. Er basiert auf den Anforderungen an Nachhaltigkeit, wie sie in den Normen ISO 26.000, ISO 14.000 und den Berichtsrichtlinien der Global Reporting Initiative GRI beschrieben werden. Dabei werden sowohl die finanzielle als auch die nicht-finanzielle Performance untersucht. Es geht also sowohl um Größen, die Umsatz und Kosten tangieren, als auch um solche, in denen sich die Wettbewerbsfähigkeit, die Attraktivität für Arbeitnehmer und der Markenwert niederschlagen. Der gesamte Prozess beansprucht das Unternehmen mit nur rund fünf Mannstunden. In der Auswertung werden die einzelnen Funde konkret aufgeführt. Sie zeigen auf, wie weit sich einzelne Bereiche des Unternehmens schon in Richtung Nachhaltigkeit entwickelt haben – oder wie viel Potential dort noch schlummert. Im Ergebnis sind auch erste Vorschläge für Maßnahmen enthalten, um die Effizienz-Reserven zu heben, das sog. Nachhaltigkeits-Programm.

Viele Unternehmen stehen dem unternehmerischen Prinzip der Nachhaltigkeit zwar grundsätzlich offen gegenüber, wissen aber nicht, wie Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen umgesetzt werden kann. Andere betonen ihr Engagement in Nachhaltigkeit, wobei das aber oft nur ein Lippenbekenntnis ist. Der Quick-Check „Nachhaltigkeits-Performance“ macht klar, dass Nachhaltigkeit im Unternehmen ein wirkungsvolles Managementkonzept mit zum Teil neuen Instrumenten ist. Er bietet einen leichten Einstieg in Nachhaltigkeit, eignet sich aber auch bei regelmäßiger Wiederholung als objektiver Indikator zum Messen der Fortschritte. Unternehmensverbände wie der LVI (Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie) oder die AVE (Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels) empfehlen das Instrument ihren Mitgliedsunternehmen.  „Der deutsche Mittelstand ist weit robuster als er selbst glaubt“, so Scheunemann. „Und er kann noch besser werden. Dazu muss er nur das konsequent anwenden, was er gern für sich in Anspruch nimmt: Nachhaltige Unternehmensführung.“