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CSRbriefly am Freitag

Hückeswagen (csr-news) – Heute mit den Themen: Entwicklung der Erwerbschancen bei Älteren, ökologischer Konsum, Top 10 der frauenfreundlichsten Unternehmen, Mehr Transparenz im dualen System, Online-Reisebüro erhält CSR-Siegel, CARE fordert europäische Führungsstärke im Klimajahr 2014, Aufruf zum „Plastikfasten“, „Center for Sustainable Governance (CSG)“ als FHM-Institut gegründet und die Veranstaltung CHOCOVISION 2014.

 

Entwicklung der Erwerbschancen bei Älteren
Die Deutschen arbeiten immer länger und sind bei der Erwerbsbeteiligung der 55- bis 64-Jährigen in der Eurozone inzwischen Spitzenreiter. Aber die Chancen, bis zur Rente im Job bleiben zu können, hängen wesentlich vom Arbeitsfeld ab. Zwischen den Berufen mit dem höchsten und dem niedrigsten Erwerbsaustrittsalter liegt eine Altersspanne von mehr als 5,5 Jahren. Das zeigt der aktuelle Altersübergangsreport des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Ökologischer Konsum
Das Angebot von ökologischen Produkten gehört im Handel inzwischen zum Standard. Energiespar-Kühlschränke, Super-Öko-Waschpulver oder die Biowurst sind überall verfügbar. Trotzdem nutzen die Verbraucher diese Angebote nicht so, wie Hersteller und Handel sich das erhoffen. Was nutzen Verbraucher Ökoprodukte nicht so wie Hersteller dies erwarten? Dieser Frage stellten sich Umwelt- und Marktforschungsexperten in einem Workshop am Institut für Industrial Ecology (INEC) der Hochschule Pforzheim. „Kaufentscheidend ist die Frage, ob ich bereit bin für ökologischer Produkte zu bezahlen“, erklärte Andrea Moser. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Pforzheimer INEC wertet zurzeit Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus, die das Verbraucherverhalten anhand einer Stichprobe von 30.000 Haushalten seit Jahrzehnten beobachtet. Wie relevant der Kostenfaktor ist, weisen auch die INEC-Forscher Christian Haubach und Benjamin Held nach. „Ein Durchschnittshaushalt, der komplett auf Bio-Lebensmittel umstellt, muss mit 70 Prozent höheren Kosten rechnen“, stellten die Forscher fest. Ist „Öko“ also nur etwas für Reiche? Der Heidelberger Volkswirt Professor Hans Diefenbacher geht einen anderen Weg. Umweltbewusstes Verhalten senke deutlich die Mehrkosten bei der „Öko-Umstellung“. Ein geringerer Fleischkonsum oder das Kochen eigener Marmelade und Einweck-Produkte trage zur Kostenersparnis bei. „Der Nutzen und der Mehrwert von Öko muss dem Verbraucher klar sein. Nur dann können sich diese Produkte durchsetzen“, stellten Umweltwissenschaftler und Marktforscher übereinstimmend fest. Die sogenannte weiße Ware, also Waschmaschinen und Kühlschränke, seien hierfür ein positives Beispiel. Die Verbraucher wissen, dass höhere Anschaffungspreise durch niedrigeren Energieverbrauch ausgeglichen würden. „Kommunikation und die Ökolabel haben sich hier durchgesetzt!“ Der zusätzliche Nutzen durch die ökologische Produktalternative müsse aber auch in anderen Produktbereichen besser kommuniziert werden, stellten die Wissenschaftler fest.

Top 10 der frauenfreundlichsten Unternehmen
Das Arbeitgeber-Bewertungsportal kununu.com hat die besten Arbeitgeber für Frauen in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhoben. Basierend auf den Mitarbeiter-Erfahrungsberichten wurden jene Unternehmen ausgezeichnet, die Höchstnoten in der Kategorie „Gleichberechtigung“ erzielten sowie die Benefits „flexible Arbeitszeiten“ und „Homeoffice“ erfüllen. Martin Poreda, Gründer und CEO von kununu, möchte mit dem Ranking auf jene Unternehmen aufmerksam machen, die Arbeitnehmerinnen wertschätzen: „Es gibt kaum eine Firma, die das Wort Frauenförderung nicht aktiv nach außen tönt. Interessant wird es, wenn man hinter die Kulissen blickt und erhebt, welche Maßnahmen für die Mitarbeiterinnen tatsächlich angeboten werden.“

Mehr Transparenz im dualen System
In einem offenen Brief appellieren der Markenverband, die Bundevereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und der Handelsverband Deutschland (HDE) an die Unternehmen des dualen Systems, umgehend Maßnahmen für eine kurzfristige Stabilisierung der privatwirtschaftlich organisierten haushaltsnahen Erfassung von Verkaufsverpackungen zu ergreifen. Mit großer Besorgnis hätten die Verbände die Eskalation zwischen den Systembetreibern zur Kenntnis genommen, heißt es in dem Brief. Es bestünde die reale Gefahr, das etablierte, ökologisch und ökonomisch erfolgreiche System in seiner Existenz zu gefährden. Es müsse sichergestellt werden, dass kurzfristig die erforderliche Transparenz bei den Mengenmeldungen an die Clearingstelle des dualen Systems gewährleistet ist.

Online-Reisebüro erhält CSR-Siegel
Das Münsterländer Reiseunternehmen nachhaltiger-reisen.de erhält als erstes Online-Reisebüro das renommierte Nachhaltigkeits-Siegel CSR-TOURISM. Inhaber und Mitbegründer Armin Holp nahm das begehrte Siegel im Rahmen der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin in Empfang. Das Unternehmen mit Sitz im münsterländischen Greven besteht seit 2009 und zeichnet sich als differenziertes Reisebüro für nachhaltige Reiseprodukte aus.

CARE fordert europäische Führungsstärke im Klimajahr 2014
Im Vorfeld der Sitzung des Europäischen Rates am 20. und 21. März fordern die europäischen Mitglieder der Hilfsorganisation CARE die EU-Staats- und Regierungschefs in einem offenen Brief dazu auf, einen ambitionierten Klima- und Energierahmen 2030 zu schaffen und auf globaler Ebene Führungsstärke beim Klimaschutz zu zeigen. „Wir sind besorgt darüber, dass die Europäische Union derzeit den nötigen Ehrgeiz vermissen lässt, um ihrer Rolle als Vorreiter in Sachen Klimaschutz und nachhaltiger Energiepolitik gerecht zu werden“, warnt Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland-Luxemburg. „Konkret muss beschlossen werden, dass Europa seine Emissionen im eigenen Wirtschaftsraum bis 2030 um mindestens 55 Prozent reduziert, und nicht wie bisher vorgesehen um lediglich 40 Prozent.“

Aufruf zum „Plastikfasten“
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Verbraucher dazu aufgerufen, parallel zur christlichen Fastenzeit bis Ostern so weit wie möglich auf Plastik zu verzichten. In Deutschland würden jährlich rund zwölf Millionen Tonnen Plastik verbraucht. Damit lägen die Deutschen europaweit an der Spitze. „Fünf Millionen Tonnen Plastik landen pro Jahr im Müll. Dies stellt eine enorme Verschwendung von Ressourcen und eine unzumutbare Umweltbelastung dar“, sagte der BUND-Abfallexperte Rolf Buschmann. „Seit den neunziger Jahren hat sich die Menge an Plastikmüll hierzulande verdoppelt. Nicht einmal die Hälfte davon wird recycelt. Das Meiste wird mit dem Restmüll verbrannt. Der viel zu hohe Verbrauch an Plastiktüten, Plastikverpackungen oder Plastikspielzeug ist leider inzwischen Alltag geworden“, so Buschmann. Link zur Aktion

„Center for Sustainable Governance (CSG)“ als FHM-Institut gegründet
Die staatlich anerkannte, private Fachhochschule des Mittelstands (FHM) errichtet das Center for Sustainable Governance als FHM-Institut in Bielefeld. „Nachhaltigkeit braucht einen konkreten Maßstab für das Handeln auf der unternehmerischen Ebene. Der Nachhaltigkeitskompass des Centers for Sustainable Governance (CSG) gibt hierfür Orientierung und liefert operationalisierbare Kriterien und Indikatoren, an denen Unternehmen jenseits eines generellen Nachhaltigkeitsbekenntnisses ihre eigene unverwechselbare Position finden können. Zu groß ist der Bedarf, der durch Kundenbedürfnisse auf der einen Seite und öffentliche Regulierung auf der anderen Seite entsteht, um im Unbestimmten zu verharren. Fortschritt braucht einen Kompass!“ so Norbert Röttgen MdB, designierter Institutsleiter an der FHM. Für die spezifische Erarbeitung, Erprobung und Anwendung des Unternehmerischen Nachhaltigkeitskompass schafft die FHM Stiftungsprofessuren, die am Center for Sustainable Governance angesiedelt werden. Die erste Stelle soll bis zur Mitte des Jahres besetzt werden. Die Leitung des CSG übernehmen neben Norbert Röttgen MdB, der ehemalige Herforder Landrat und Staatssekretär a.D. Hans-Georg Kluge sowie FHM-Professor Volker Wittberg. Angestrebt wird ein Standardsetting für praktikable Nachhaltigkeitsberichterstattung, das den Realitäten der mittelständischen Unternehmen in Deutschland Rechnung trägt. Gleichzeitig soll das Konzept in der internationalen Entwicklungsarbeit fest verankert sein. Über die vorgesehenen Gremien, dem Kuratorium der Institutsmitglieder sowie dem Internationalen Standardsetter-Beirat, wird die kompetente Begleitung der Institutsarbeit gesichert.

CHOCOVISION 2014
Nach der erfolgreichen ersten Durchführung im Jahr 2012 wird vom 17.-19. Juni 2014 die zweite CHOCOVISION Konferenz in Davos, Schweiz, stattfinden. Eines der wichtigsten Ergebnisse der CHOCOVISION 2012 war der Wunsch nach einer verstärkten Zusammenarbeit, um den Kakaosektor nachhaltiger zu gestalten und eine größere Wirkung zu erzielen, und das schneller. Daher steht die Konferenz unter dem Motto „FAST FORWARD. From cocoa to chocolate – Inspiration. Innovation. Impact.“ Angesichts eines möglichen Kakaodefizits von 1 Million Tonnen im Jahr 2020 ist mehr Tempo bei der Schließung der bestehenden und bekannten Lücken in der Kakaolieferkette, wie etwa die Wissens-, Material- und Finanzierungslücke, von grosser Bedeutung. Tempo spielt auch in anderen Aspekten des Geschäfts eine essenzielle Rolle:  Produktzyklen, die früher Jahre betrugen, sind zu Monaten geschrumpft. Soziale Medien lassen uns in Echtzeit kommunizieren. Die Risiken scheinen exponentiell zu wachsen – genauso wie unsere Chancen – mit fast 3 Milliarden Menschen bzw. über 40 % der heutigen Bevölkerung, die laut Prognose bis 2050 dem Mittelstand angehören werden. In drei verschiedenen Themenblöcken wird CHOCOVISION 2014 der Frage nachgehen, welche Bedeutung diese Herausforderungen für die globale Kakao- und Schokoladenindustrie haben und wie wir damit erfolgreich umgehen. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung auf der Website.