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Deutsche Gänsehalter fordern Kennzeichnungspflicht

Berlin (csr-news) > Im Zuge der Novellierung der Durchführungsverordnung zur EU-Vermarktungsnorm für Geflügelfleisch fordern die Mitglieder des Bundesverbands Bäuerlicher Gänsehaltung (BBG) nachdrücklich die Einführung einer Kennzeichnungspflicht von Gänsefleisch aus der Stopflebererzeugung. Die deutschen Gänsehalter distanzieren sich insbesondere mit Blick auf den Tierschutz und das Tierwohl aufs Schärfste von dieser in einigen europäischen Nachbarstaaten erlaubten Form der Gänseerzeugung. „Was wir als deutsche Gänsehalter seit Jahren als tierquälerische Form der Gänseerzeugung verurteilen und auch hierzulande zurecht verboten ist, ist gerade in den Ländern Frankreich, Ungarn und Polen noch heute gängige Praxis“, berichtete der BBG-Vorsitzende Lorenz Eskildsen. Vor allem die mangelnde Kennzeichnung für sogenannte „Nebenprodukte“ der in vielen Ländern als Delikatesse geltenden Lebererzeugung – wie Gänsefleisch, -teile oder -federn – wird vom BBG stark kritisiert: „Die deutschen Verbraucher haben keinerlei Möglichkeiten zu erkennen, aus welcher Erzeugungsform das Gänsefleisch oder die verarbeiteten Federn stammen.“ Zudem können diese Produkte auf dem deutschen Markt zu günstigeren Preisen als die auf deutlich höherem Tierschutzstandard erzeugten deutschen Produkte angeboten werden, da die Stopflebervermarktung ein rentables Geschäft ist und die anderen Bestandteile der Gans entsprechend als kostengünstige Nebenprodukte vermarktet werden können. „Für die sehr naturbelassene Erzeugung von Gänsen in Deutschland entstehen dadurch zwangsläufig gravierende Wettbewerbsverzerrungen und Verdrängungen am Markt“, führt Eskildsen besorgt fort. Bei der Stopfleberproduktion handelt es sich um eine Form der Gänsefleischerzeugung, bei der der Gans durch eine Zwangsernährung (sogenanntes „Stopfen“) mehrmals täglich eine weit überhöhte Futtermenge über Metall- oder Kunststoffrohre direkt in den Magen eingegeben wird. Diese Ernährungsform führt zu einer stark vergrößerten Leber, die als Delikatesse gehandelt wird. Zudem führt das Stopfen zu einer starken Überlastung des Stoffwechsels der Tiere. Die ständige Überversorgung mit Energie führt folglich zur gesteigerten Wärmeproduktion. Diese Wärme kann von den Tieren aber nur schlecht abgeführt werden und es kommt zur Überhitzung (Hyperthermie) und einer dramatischen Kreislaufschädigung.

 

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