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Agrarminister Schmidt kritisiert Preisschlachten im Handel

Berlin (afp) – Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat die jüngste Preissenkungswelle im Handel kritisiert. „Unsere wertvoll erzeugten Lebensmittel dürfen nicht verschleudert werden“, sagte Schmidt dem „Tagesspiegel“ (Montagsausgabe). Es gebe im Handel einige wenige, sehr starke Ketten, die auf viele, oft kleine und nicht organisierte Erzeuger und weiterverarbeitende Betriebe träfen. „Es ist gut, dass Qualität heute für alle bezahlbar ist“, betonte der Minister. „Anders ist es jedoch, wenn Preisschlachten über Lebensmittel geführt werden.“

Bei solchen Preisschlachten fehle die Wertschätzung für unsere „Mittel zum Leben“, mahnte der Minister. Mit Gesetzen könne man dem aber nicht begegnen. „Hier müssen alle ein stärkeres Bewusstsein entwickeln für den Wert von Lebensmitteln.“

Die Vorsitzende des Bundestags-Verbraucherausschusses, Renate Künast (Grüne), zeigte sich überzeugt, dass sich die Verbraucher gegen einen weiteren Preiskampf der Discounter wehren werden. Es gebe bei den Kunden inzwischen einen „unumkehrbaren Trend“, auf Qualität zu achten, sagte Künast der „Saarbrücker Zeitung“ vom Montag. „Deswegen ist der Rückfall auf eine Billig-Strategie umso unverständlicher.“ Die Discounter müssten einsehen, dass Qualität und Interesse an der Entwicklung des ländlichen Raums auch von ihren Kunden erwartet würden.

Am Wochenende hatte Discount-Marktführer Aldi die Preise für zahlreiche Wurstwaren gesenkt und damit eine neue Runde im Preiskampf eingeläutet. Künast kritisierte, dies verstärke auch den Druck auf die Bauern, mehr Masse und Menge zu produzieren. „Das ist verwerflich. Der Preiskampf muss aufhören.“