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Deutsche Bank – Unternehmensverantwortung durch Kulturwandel

Mehr als 3 Milliarden Euro Bonifikationen schüttet die Deutsche Bank für das Geschäftsjahr 2013 an ihre Mitarbeiter aus. Ein Jahr „voller Herausforderungen“ wie es Vorstand Jürgen Fitschen nannte. Ein Jahr, in dem die Deutsche Bank in zahlreiche rechtliche Konflikte verwickelt war, in dem aber auch ein Kulturwandel verordnet wurde. Heute legte die Bank zu ihrem Geschäftsbericht auch den Nachhaltigkeitsbericht vor, mit Standpunkten zu kritischen Themen.

Frankfurt (csr-news) > Mehr als 3 Milliarden Euro Bonifikationen schüttet die Deutsche Bank für das Geschäftsjahr 2013 an ihre Mitarbeiter aus. Ein Jahr „voller Herausforderungen“ wie es Vorstand Jürgen Fitschen nannte. Ein Jahr, in dem die Deutsche Bank in zahlreiche rechtliche Konflikte verwickelt war, in dem aber auch ein Kulturwandel verordnet wurde. Heute legte die Bank zu ihrem Geschäftsbericht auch den Nachhaltigkeitsbericht vor, mit Standpunkten zu kritischen Themen.

Das Ergebnis nach Steuern konnte die Deutsche Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr von 316 Millionen auf 681 Millionen verbessern. Ein unbefriedigendes Ergebnis nannten das die beiden Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain. Obwohl die Bank bei der Umsetzung ihrer Strategie 2015+ gut vorankommt, ist das Ergebnis beeinflusst von der „Entschlossenheit, Rechtsstreitigkeiten aus der Vergangenheit abzuarbeiten“, Fitschen und Jain. Rund 3 Milliarden Euro haben die Rechtstreitigkeiten im vergangenen Jahr gekostet. In der Zukunft soll es anders laufen, soll eine veränderte Unternehmenskultur den engen Blick auf kurzfristige Gewinne zugunsten einer Langfristperspektive verändern. „Der Kulturwandel verändert schon jetzt unser tägliches Handeln“, so Jain im heute präsentierten Bericht. Damit gemeint sind vor allem veränderte Vergütungsregeln, neue Regeln für die Bonifikation und veränderte Kriterien für Beförderungen. Rund 1 Milliarde Euro hat die Deutsche Bank investiert, um ihr System der internen Kontrollen auszubauen und an neue aufsichtsrechtliche Vorschriften anzupassen. Aber die neue Unternehmenskultur berührt auch andere Bereiche. Mehr als die Hälfte der Belegschaft nahm an einer Mitarbeiterbefragung teil, um zentrale Themen einer neuen Unternehmenskultur zu identifizieren. Für die rund 52.000 teilnehmenden Beschäftigten waren dies beispielsweise eine stärkere Kundenorientierung, höchste Integritätsstandards bei allen geschäftlichen Aktivitäten, mehr operative Disziplin und eine effizientere Zusammenarbeit über alle Geschäfts- und Infrastrukturbereiche hinweg.

Ein weiteres zentrales Anliegen des vergangenen Jahres war die Weiterentwicklung eines effektiven Risikomanagements. Seit 2012 hat die Deutsche Bank ein Rahmenwerk zum Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken, die aus Kundenbeziehungen und damit verbundenen Transaktionen entstehen und negative Folgen für die Reputation der Bank haben können, im Einsatz. 2013 wurden die Mitarbeiter in zahlreichen Trainingsmaßnahmen für diese Themen sensibilisiert. 2014 sol das System weltweit umgesetzt werden. Im Jahr 2013 hat sich die Zahl der im ES-Risiko-Rahmenwerk betrachteten Transaktionen deutlich erhöht. Zudem wurden im Laufe des Jahres 106 Transaktionen zur Prüfung an das Konzern-Reputationsrisiko-Komitee weitergeleitet (2012: 102), 7 davon betrafen Umwelt- und Sozialrisiken (2012: 16). Die Deutsche Bank wertet diese Entwicklung als klaren Beleg für ein verändertes Bewusstsein.

Den Geschäftsbetrieb will die Deutsche Bank auch 2013 klimaneutral sicherstellen. Dazu wurde weiter in Projekte investiert, die den Energiebedarf von Gebäuden und der IT-Infrastruktur senken. Rund 83 Prozent der vom Unternehmen verursachten Treibhausgase entstehen durch den Betrieb der weltweit rund 5.500 Gebäude. Als zweiter Baustein der Klimaneutralität wird überwiegend Strom aus regenerativen Energiequellen bezogen. Im vergangenen Jahr lag der Anteil bei 79 Prozent. Die unvermeidbaren CO2-Emissionen werden durch den Ankauf und die Stilllegung von Ausgleichszertifikaten kompensiert.

„Unser Standpunkt zu den Schlüsselthemen“ dürfte für manchen Leser die interessanteste Seite des Berichts sein. Dort steht beispielsweise zum Thema Agrarrohstoffe, das „die kritische Prüfung zahlreicher Studien durch eine Expertengruppe keine stichhaltigen Belege für eine Wechselwirkung von Agrarfinanzprodukten und Preissteigerungen oder –schwankungen ergab“ und die Bank deshalb „ihre freiwillige Entscheidung, temporär keine neuen börsennotierten Indexprodukte auszugeben, die auf Grundnahrungsmitteln basieren aufgab“. Gleichwohl unterstützt das Institut Forderungen nach mehr Transparenz und entsprechenden regulatorischen Maßnahmen. Die Formulierungen zum Thema Menschenrechte sind dagegen wenig konkret. Dazu heißt es „wir sind bestrebt, unsere Leitlinien zum Umgang mit Menschenrechtsthemen stetig zu verbessern“. Auch zum Thema Palmöl eine eher zurückhaltende Positionierung. „Wir sind uns der Problematik des Palmölsektors bewusst, erkennen jedoch gleichzeitig seine positive Wirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung in einigen Ländern an. Auch sehen wir derzeit keine adäquaten und umweltschonenden Substitute für Palmöl“.

Weiter Informationen:

Der Nachhaltigkeitsbericht 2013 zum Download oder Online.

Der komplette, 628 Seiten umfassende Bericht der Deutschen Bank zum Geschäftsjahr 2013.