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Entscheidung gefallen: ESF-Programm „Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“ läuft aus

Das Programm „Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“ der Bundesregierung erhält keine Verlängerung. Es ist aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds mitfinanziert und bis zum 31.12.2014 befristete. „Ab 2015 wird das Projekt nicht fortgesetzt werden können“, sagte der Leiter des CSR-Referats im Bundesarbeitsministeriums, Jörg Trautner, am Mittwoch in Hannover.

Hannover (csr-news) – Das Programm „Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“ der Bundesregierung erhält keine Verlängerung. Es ist aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds mitfinanziert und bis zum 31.12.2014 befristete. „Ab 2015 wird das Projekt nicht fortgesetzt werden können“, sagte der Leiter des CSR-Referats im Bundesarbeitsministeriums, Jörg Trautner, am Mittwoch in Hannover.

In seinem Ministerium müsse ein Drittel der ESF-Mittel eingespart werden, so Trautner weiter. Die verbleibenden Mittel sollen zum Beispiel für den Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit und die Eingliederung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund eingesetzt werden. Dabei bewertet das Bundesarbeitsministerium die Ergebnisse des CSR-Förderprogramms als Erfolg: „Wir sehen schon, dass wir eine sehr positive Bewegung initiieren konnten.“ Zu den Ergebnissen der Programmevaluation sagte der Referatsleiter weiter: „Die sind belastbar, die sind gut, das Programm hat gewirkt.“ Und auch abseits des Förderprogramms ist das weitere Engagement des Bundesarbeitsministeriums in Sachen CSR noch offen. „Wir sind in der Klärung, wie wir CSR im Ministerium weiter betreiben werden“, so Trautner, dieser Prozess sei aber noch nicht abgeschlossen.

Im Rahmen des mit einer Fördersumme von 35,6 Millionen Euro ausgestatteten ESF-Programms qualifizieren 73 Projektteilnehmer über 2.000 kleine und mittelständische Unternehmen in Sachen nachhaltiges Wirtschaften. Ergebnisse aus diesen Projekten und aus der Begleitforschung werden auf einer Abschlussveranstaltung Anfang November in Berlin vorgestellt. Trautner: „Die Erfahrungen und das Wissen, das gesammelt wurde, soll auf keinen Fall verloren gehen.“

Trautner sprach auf einem von der Bertelsmann Stiftung initiierten Vernetzungstreffen für die Programmbeteiligten. Teilnehmer dieser Veranstaltung diskutierten anschließend über Wege, wie die begonnenen Kooperationsstrukturen auch ohne eine Förderung des Bundes aufrechterhalten werden können. Eine Ad-Hoc-Gruppe will dazu bis zur Abschlussveranstaltung im November Ideen sammeln und konkretisieren.

Gastgeber des Treffens war die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Deren Hauptvorstandsmitglied Egbert Biermann kritisierte eine Vernachlässigung der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit in der öffentlichen Diskussion. Das wollten die Gewerkschaften ändern. „Unsere Arbeit zielt darauf ab, insbesondere die soziale Dimension von CSR zu stärken“, sagte Biermann. Mit Initiativen wie dem Beratungsprojekt „CaeSaR“ wolle die IG BCE das Thema CSR „aus der Arbeitnehmerperspektive durchbuchstabiert“. Biermann weiter: „Nachhaltigkeit und die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung ist eines der zentralen Elemente unserer Gewerkschaftsarbeit.“

Foto: Veranstaltungsteilnehmer in Arbeitsgruppen

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