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UNESCO warnt vor Krise um Wasser und Energie

Tokio (afp) – Die UNO hat vor dramatischen Folgen der rasant steigenden globalen Nachfrage nach Wasser und Energie gewarnt. Wegen der wachsenden Bevölkerung und der Entwicklung der Wirtschaft vor allem in den Entwicklungsländern werde die Nachfrage nach Wasser bis 2050 wohl um 55 Prozent zunehmen, erklärte die UNESCO am Freitag in ihrem neuen Weltwasserbericht. Darin wird der Zusammenhang zwischen Wasser- und Strombedarf durch verbrauchsintensive Lebensstile analysiert. Der Bericht wurde in Tokio angesichts des Weltwassertags am Samstag vorgestellt.

Durch die steigende Nachfrage erhöhe sich der „Druck auf begrenzte natürliche Ressourcen und auf Ökosysteme“ noch zusätzlich, stellt der Bericht heraus. Demnach dürfte der Wasserbedarf in der industriellen Produktion bis 2050 um 400 Prozent, in der thermischen Stromerzeugung um 140 Prozent und in den Haushalten um 130 Prozent steigen. Bis 2035 werde der globale Energiebedarf zudem voraussichtlich um mehr als ein Drittel zunehmen. China, Indien und Nahost seien hier die Spitzenreiter.

Der Bericht fordert vor diesem Hintergrund eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Sektoren Wasser und Energie sowie zwischen den einzelnen Ländern. Schon jetzt haben rund 768 Millionen Menschen keinen Zugang zu einer geregelten Wasserversorgung, und 2,5 Milliarden Menschen fehlen geeignete Sanitäranlagen. Bis 2050 würden mehr als 40 Prozent der Menschen weltweit in Gebieten mit „starkem Wasserstress“ leben, heißt es in dem Bericht.

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF forderte vor diesem Hintergrund einen entschlosseneren Einsatz für das Menschenrecht auf Wasser. Täglich würden 1400 Kinder unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen sterben, die durch verunreinigtes Wasser und fehlende Hygiene ausgelöst würden.

Der UNESCO-Bericht im Internet:
www.unesco.de/weltwasserbericht2014

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