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Nachhaltiges Management: Verschiedene Ansätze kombinieren

Nachhaltiges Management ist auch im Mittelstand ein viel diskutiertes Thema. Jedoch fehlt es nach wie vor an einem umfassenden Managementansatz. Für die Realisierung von Chancen bedarf es allerdings konkreter Strategiekonzepte, die auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nutzbar sind. Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) hat Konzepte zum nachhaltigen Unternehmertum analysiert und empfiehlt eine Kombination verschiedener Ansätze.

Bonn (csr-news) > Nachhaltiges Management ist auch im Mittelstand ein viel diskutiertes Thema. Jedoch fehlt es nach wie vor an einem umfassenden Managementansatz. Für die Realisierung von Chancen bedarf es allerdings konkreter Strategiekonzepte, die auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nutzbar sind. Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) hat Konzepte zum nachhaltigen Unternehmertum analysiert und empfiehlt eine Kombination verschiedener Ansätze.

Raus aus der Philanthropie-Ecke – rein in die Strategieplanung überschreibt das IfM ihre Überlegungen zum Nachhaltigkeitsmanagement für Mittelständler. Betriebliches Nachhaltigkeitsmanagement zielt auf einen verantwortungsvollen Umgang mit betrieblichen und natürlichen Ressourcen und auf die entsprechende Gestaltung der innerbetrieblichen Abläufe ab. Dabei, so schreiben die Wissenschaftler, seien Unternehmen prinzipiell frei in ihrer Entscheidung nachhaltige Methoden des Wirtschaftens anzuwenden. Allerdings gilt es, sich an ethische Grundsätze und gesetzliche Rahmenbedingungen zu halten. Die unternehmerische Freiheit ist also mit Verantwortung verbunden. Dennoch beschränken sich zahlreiche mittelständische Betriebe noch immer auf ausgewählte Aktivitäten. Gleichwohl sind sie sowohl vom gesellschaftlichen Mehrwert wie auch der betrieblichen Nützlichkeit überzeugt. „Jedoch nur einem kleinen Teil der Unternehmen gelingt es, Nachhaltigkeit zum echten Wettbewerbsvorteil auszubauen“, schreiben die Autoren Frank Maaß, Simone Chlosta, Annette Icks und Friederike Welter. Der auf nachhaltiges Wirtschaften abzielende Ansatz der Corporate Social Responsibility (CSR) wird – ganz bewusst – offen formuliert, um Raum für kreative Ansätze zu belassen. Für die Realisierung von Chancen bedarf es allerdings konkreter Strategiekonzepte, die auch für KMU nutzbar sind. Das IfM empfiehlt den KMU-Führungskräften eine Kombination aus den beiden bewährten Ansätzen des Stakeholder-Managements und der Corporate Compliance: Während der erst genannte Ansatz auf die Steuerung der betrieblichen Interessengruppen abzielt, fokussiert das letztere Konzept die Stärkung des innerbetrieblichen Normensystems und somit die Gestaltung der Unternehmenskultur. „Schon heute lässt sich anhand einer kleinen aber erfolgreichen Gruppe unter den KMU ablesen, wie sich diese Strategieansätze positiv für die Unternehmensentwicklung auswirken können“, begründet das IfM seinen Ansatz.

Durch die Kombination der beiden Managementansätze wird die freiwillige Verantwortungsübernahme von Unternehmen mit konkreten strategischen Zielen verbunden. Mit sichtbaren Nutzen für die Unternehmen, etwa durch eine positive Öffentlichkeitswirkung, gestärkte Kundenbeziehungen, eine höhere Mitarbeiterbindung und eine erleichterte Personalgewinnung. Allerdings werden der Nutzen und die betriebliche Effizienz nur von wenigen Unternehmen systematisch analysiert. „Die meisten tauschen sich lediglich mit ihren Stakeholdern aus oder vertrauen einfach auf die Nützlichkeit ihres Handelns“, so die Autoren. Unklar ist nach Einschätzung des IfM bislang, ob ein Unternehmen erfolgreicher ist, weil es nachhaltig agiert und ob erfolgreiche Unternehmen tendenziell stärker nachhaltig agieren, etwa weil sie über die erforderlichen Mittel verfügen oder einem stärkeren Druck der Öffentlichkeit und der Belegschaft ausgesetzt sind. Ebenso wenig lassen sich bislang volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Effekte stichhaltig belegen. „Schließlich kann von positiven betrieblichen Effekten nicht automatisch auf gleichlaufende volkswirtschaftliche Wirkungen geschlossen werden – auch gegenläufige Effekte sind denkbar“, so die Autoren.

Die Studie „Konzepte und Wirkungen nachhaltigen Unternehmertums“, die auch einen detaillierten Vergleich der einzelnen Nachhaltigskeitskonzepte beinhaltet, und weitere Hintergrundinformationen sind auf der Homepage des IfM abrufbar.