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Dienstwagen-Check – einzelne positive Beispiele

Berlin (csr-news) > Zum achten Mal hat die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) das politische Spitzenpersonal nach ihren Dienstwagen befragt. Erstmalig berücksichtigte die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation dabei auch die Fahrzeuge der Staatssekretäre aller Bundesministerien. Insgesamt gaben 228 Spitzenpolitiker Auskunft über CO2-Ausstoß, Spritverbrauch und Motorleistung ihrer Autos.

Wie jedes Jahr vergab die DUH grüne, gelbe und rote Karten abhängig von den CO2-Emissionen der Fahrzeuge. Als umweltfreundlich gilt ein Neufahrzeug, wenn es den EU-Zielwert von 130 g CO2/km einhält oder unterschreitet; die „Rote Karte“ erhalten Fahrzeuge, die den EU-Zielwert mit 175 g CO2/km überschreiten. „Wir stellen erstmals in der achtjährigen Geschichte einen klaren Trend hin zu sparsameren Fahrzeugen mit weniger Klimagasemissionen fest. So konnten wir deutlich mehr Politiker für die Einhaltung des EU-Zielwerts mit einer ‚Grünen Karte‘ auszeichnen als wir ‚Rote Karten‘ verteilen mussten. Leider mussten wir fünf Ministerpräsidenten eine ‚Rote Karte‘ für ihre nicht mehr zeitgemäßen übermotorisierten Limousinen zeigen“, erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Gegenüber früheren Untersuchungen finden sich bei den zehn untersuchten Bundesministern keine negativen Ausreißer mehr, jedoch fehlen auch die Vorbilder. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) führt mit 148 g CO2/km, den schlechtesten Ministerwert hat Gesundheitsminister Herbert Gröhe (CDU) mit 171 Gramm. Alle Bundesminister sehen die „Gelbe Karte“. Bunter wird es eine Ebene tiefer: Jeweils fünf Staatssekretäre erhalten eine „Grüne“ beziehungsweise eine „Rote Karte“. Den ersten Platz belegt Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) mit dem klimaverträglichsten Dienstwagen der Bundesregierung. Gleichzeitig nutzen ausgerechnet fünf ihrer Amtskollegen die klimaschädlichsten Fahrzeuge aller untersuchten Politiker. Ihre VW Phaeton sind für einen Rekord-CO2-Ausstoß von jeweils 224 g CO2/km verantwortlich.

Besonders interessant ist das Ranking der Klimagasemissionen nach Parteien auf Landesebene: Spitzenpolitiker der Grünen erreichen exakt den EU-Grenzwert (130 g CO2/km), gefolgt von den Linken (141 g CO2/km) und der SPD (155 g CO2/km). Die FDP liegt mit 165 g CO2/km gleichauf mit der CDU. Das Schlusslicht im Klimaschutz bilden wie in den Vorjahren die Spitzenpolitiker der CSU mit 178 g CO2/km. Der sich bereits im Vorjahr abzeichnende positive Trend bei den Landesregierungen hat sich deutlich beschleunigt. Erstmals hält mit Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) ein Ministerpräsident den EU-Grenzwert für den CO2-Ausstoß von Pkw ein. Der baden-württembergische Landesvater fährt einen Mercedes Benz S 300 mit Hybrid-Antrieb und einem CO2-Ausstoß von 115 g CO2/km. Die Länder Hamburg und Bremen erreichen mit allen Dienstwagen 121 beziehungsweise 130 g CO2/km. Absolutes Schlusslicht im Länderranking ist Bayern mit vier „Roten Karten“ und einem klimaschädlichen Durchschnittswert von 178 g CO2/km. Dass es bereits heute möglich ist, als Spitzenpolitiker die EU-Zielwerte für CO2 des Jahres 2020 einzuhalten, zeigt Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen), der einen VW Jetta Hybrid fährt. Mit nur 95 g CO2/km ist dieser das emissionsärmste Fahrzeug der diesjährigen Erhebung. Sein Parteikollege aus dem Umweltministerium Stefan Wenzel wählt mit dem Audi A3 1.6 TDI und einem CO2-Ausstoß von 102 Gramm pro Kilometer sogar eine niedrigere Fahrzeugklasse als die meisten Amtsinhaber. Viele andere Landeschefs interessieren sich offensichtlich bei der Wahl ihrer Dienstwagen nicht besonders für den Klimaschutz. Volker Bouffier (CDU), Stanislaw Tillich (CDU), Hannelore Kraft (SPD), Horst Seehofer (CSU) und Klaus Wowereit (SPD) erhalten dafür die „Rote Karte“

Ergebnisse Bundesebene

Ergebnisse Landesebene