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Merkel: In Afrika Chancen sehen und nicht immer Probleme

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu einer positiveren Sicht auf den afrikanischen Kontinent aufgerufen. Es müsse darum gehen, „dass wir vor allen Dingen die Chancen sehen wollen und nicht immer nur die Probleme“, sagte Merkel am Mittwoch vor einem EU-Afrika-Gipfel in Brüssel. Bei der Zusammenarbeit beider Kontinente gehe es um „mehr Handel, mehr Investitionen und mehr Befähigung, dass die afrikanischen Probleme auch von Afrikanern selbst gelöst werden können“. Deutschland und Frankreich wollen gemeinsam die Zusammenarbeit Europas mit Afrika voranbringen.

Brüssel (afp) – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu einer positiveren Sicht auf den afrikanischen Kontinent aufgerufen. Es müsse darum gehen, „dass wir vor allen Dingen die Chancen sehen wollen und nicht immer nur die Probleme“, sagte Merkel am Mittwoch vor einem EU-Afrika-Gipfel in Brüssel. Bei der Zusammenarbeit beider Kontinente gehe es um „mehr Handel, mehr Investitionen und mehr Befähigung, dass die afrikanischen Probleme auch von Afrikanern selbst gelöst werden können“. Europa könne Afrika „Hilfe zur Selbsthilfe“ anbieten, dabei müsse „in die Menschen“ investiert werden.

Die Staats- und Regierungschefs von rund 80 europäischen und afrikanischen Ländern kamen am Mittwoch zu einem zweitägigen Gipfeltreffen zusammen. Wie die Bundeskanzlerin und Frankreichs Staatschef François Hollande bei dem Gipfel sagten, wollen Deutschland und Frankreich gemeinsam die Zusammenarbeit Europas mit Afrika voranbringen. Beide Länder wollten Bereich „Motor der gemeinsamen Entwicklung“ sein, so Merkel. Frankreichs Staatschef François Hollande, der gemeinsam mit Merkel vor die Presse getreten war, sagte, er habe eine „Allianz“ zwischen Europa und Afrika um die Themengebiete Sicherheit und Frieden, Entwicklung und Wirtschaftswachstum sowie Umwelt und Klimawandel vorgeschlagen. Deutschland und Frankreich sein dabei „geeint wie immer“.

Bei dem Treffen unter dem Motto „In Menschen, Wohlstand und Frieden investieren“ soll es um die Zusammenarbeit beider Kontinente etwa bei Sicherheitsfragen und wirtschaftlicher Entwicklung gehen. Es ist der vierte EU-Afrika-Gipfel, der letzte war 2010 in der libyschen Hauptstadt Tripolis abgehalten worden.

Bereits im Vorfeld des Gipfels hatte die Bundeskanzlerin ein Umdenken in der Afrikapolitik gefordert. Statt den Schwerpunkt auf Hilfe zur Selbsthilfe zu legen, solle die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den afrikanischen Ländern gestärkt werden, sagte Merkel am Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Die Bundesregierung wolle das Interesse der deutschen Wirtschaft an Investitionen in Afrika wecken, wobei dafür „natürlich rechtlich sichere Rahmenbedingungen“ erforderlich seien.

„Wir wollen keine langfristige Abhängigkeit erzeugen, sondern wir wollen einfach fair handeln, wie wir das mit anderen Ländern auch tun“, sagte die Kanzlerin. So könne afrikanischen Geschäftsleuten die Einreise nach Deutschland erleichtert werden. Bildung und Ausbildung würden aber weiter ein Schwerpunkt deutscher Afrikapolitik bleiben, sagte Merkel und rief die Afrikaner auf, „durchaus Deutsch zu lernen“ und sich auf ein Studium in Deutschland einzulassen. Die Bundesregierung wolle die Leitlinien ihrer Afrikapolitik noch einmal überarbeiten, kündigte die Kanzlerin an.

Zuvor hatte sich bereits Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) für einen neuen Ansatz in der deutschen Afrikapolitik ausgesprochen. Im Bundestag warb er für ein verstärktes Engagement, das sowohl Nothilfe als auch längerfristige Zusammenarbeit umfassen solle. Laut einem Positionspapier will die Regierung ihr entwicklungspolitisches Engagement in Afrika von derzeit 1,2 Milliarden Euro pro Jahr um mindestens 100 Millionen Euro aufstocken.

Foto: Kenias Hauptstadt Nairobi