Agenturmeldung Nachrichten

DGB: Jeder Sechste arbeitet unbezahlt zusätzlich

Berlin (afp) – Viele Beschäftigte arbeiten oft zusätzlich zum Nulltarif für ihren Arbeitgeber. Fast jeder sechste Arbeitnehmer (17 Prozent) gab in einer Umfrage an, oft oder sogar sehr häufig außerhalb der normalen Arbeitszeit unbezahlt für den Betrieb zu arbeiten, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Gute Arbeit-Report des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervorgeht. Verdi-Chef Frank Bsirske forderte, die Ausweitung der Arbeitszeiten zu stoppen.

„Flexible Arbeitszeiten brauchen klare Grenzen, um Lohndumping und arbeitsbedingte Erkrankungen zu verhindern“, erklärte Bsirske. DGB-Vorstand Annelie Buntenbach sieht in dem hohen Zeit- und Leistungsdruck die Hauptursache für den Zuwachs psychischer Erkrankungen.

Der DGB-Umfrage zufolge hat trotz der Erholung auf dem Arbeitsmarkt die Belastung in den deutschen Betreiben zugenommen. 61 Prozent der Beschäftigten in Deutschland müssten mehr Arbeit in der gleichen Zeit leisten als im Vorjahr. 56 Prozent der Befragten gaben an, oft oder sogar sehr häufig gehetzt zu arbeiten. Weniger als die Hälfte (45 Prozent) glaubte demnach, der Belastung bis zum gesetzlichen Rentenalter standhalten zu können.

Insgesamt liege Deutschland bei der durchschnittlichen Arbeitsqualität nur im unteren Mittelfeld, erklärte der DGB. Im DGB-Index Gute Arbeit, der auf einer repräsentativen Umfrage von 5800 Beschäftigten basiert, lag die Arbeitsqualität bei 61 von 100 möglichen Punkten. In dem Index werden vor allem die hohe Arbeitsintensität sowie die geringen Einkommen von den Befragten als negativ bewertet.

Hinterlassen Sie einen Kommentar