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Familienfreundlichkeit: Flexible Arbeitszeitwahl und Führen in Teilzeit

Der baden-württembergische Maschinenbauer Trumph bietet seinen Mitarbeitern seit 2011 die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit alle zwei Jahre frei zu wählen – in der Regel innerhalb eines Korridors zwischen 15 und 40 Wochenarbeitsstunden. „Das war damals ein richtiger Sprung ins kalte Wasser“, sagte die Leiterin des Personal- und Sozialwesens bei Trumph, Astrid Oellerer, gestern in Berlin. Rückblickend habe sich die Regelung bewährt, der Kulturwandel im Unternehmen ist aber noch nicht abgeschlossen.

Berlin (csr-news) – Der baden-württembergische Maschinenbauer Trumph bietet seinen Mitarbeitern seit 2011 die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit alle zwei Jahre frei zu wählen – in der Regel innerhalb eines Korridors zwischen 15 und 40 Wochenarbeitsstunden. „Das war damals ein richtiger Sprung ins kalte Wasser“, sagte die Leiterin des Personal- und Sozialwesens bei Trumph, Astrid Oellerer, gestern in Berlin. Rückblickend habe sich die Regelung bewährt, der Kulturwandel im Unternehmen ist aber noch nicht abgeschlossen.

Das Familienunternehmen Trumph bietet seinen Mitarbeitern weitere Möglichkeiten einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung und will so die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie ein lebenslanges Lernen fördern. Dazu gehören ein Familien- und Weiterbildungszeitkonto sowie ein Sabbaticalprogramm. Wie die Personalleiterin auf der Tagung des Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ berichtete, bildet der funktionierende Dialogprozess zwischen einem Vorgesetzten und seinem Team eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen dieser Konzepte. „Auch wir haben natürlich Personalkostenbudgets, die eingehalten werden müssen“, sagte Oellerer, darauf müssten die Teams bei ihrer Abstimmung achten.

Es gebe Einzelfälle, in denen die gewünschte Flexibilisierung nicht gewährt werden könne, denn diese sei nur „im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten“ umsetzbar. Die Personalleiterin weiter: „Man muss sich von diesem Mythos trennen, man könne allen alles Recht machen.“

Derzeit sei Führen in Teilzeit bei Trumph ein Thema. Dabei gehe es um die Frage, wie viel Präsenz eine Führungsperson zeigen müsse. Oellerer weiter: „Wir diskutieren sehr stark: Ist Führung teilbar?“ Grundsätzliche solle auch für Führungskräfte eine Teilzeitbeschäftigung möglich sein – was aber eine Frage der Unternehmenskultur sei. Da ist auch bei Trumpf der Kulturwandel noch nicht abgeschlossen.

Von einem 25-Stunden-Führungsmodell in seinem Unternehmen berichtete der Personalleiter des Versicherers HUK Coburg, Uwe Keller. „Man hat sich einfach einmal angeschaut: Was heißt denn eigentlich Führung?“, so Keller. Unter den Tätigkeiten der Führungspersonen hätten sich dann wenige gefunden, die auf eine Person fokussiert werden mussten. Wichtig bei der Umsetzung der Flexibilisierung seien entsprechende Führungsinstrumente, sagte Keller. Bei der HUK Coburg sind dies Förderungsgespräche und ein ergebnisorientiertes Vergütungssystem. Der ländlich gelegene Versicherungskonzern will Fachkräfte anziehen und binden und setzt dabei auf die Familienfreundlichkeit. Zu den Maßnahmen gehört eine konsequente Umsetzung der Telearbeit mit nur einem Tag Präsenzpflicht pro Woche.

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