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Wachsende Kluft: Ausbildungsplatzangebot und Nachfrage

Berlin (afp) – Die Lage auf dem deutschen Ausbildungsmarkt wird immer schwieriger. Einerseits habe die Zahl der Ausbildungsstellen, die 2013 nicht besetzt werden konnten, mit 33.500 einen neuen Höchststand erreicht, heißt es im am Dienstag vom Kabinett beschlossenen Berufsbildungsbericht. Andererseits seien 21.000 Bewerber bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz leer ausgegangen, das seien 5400 mehr als im Jahr zuvor.

Gleichzeitig bildeten dem Bericht zufolge immer weniger Betriebe aus: Der Rückgang von 21,7 Prozent im Jahr 2011 auf 21,3 Prozent im Jahr 2012 sei vor allem auf kleinere Betriebe zurückzuführen, erklärte das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Es werde immer schwieriger, „das betriebliche Angebot an Ausbildungsplätzen und die Nachfrage der Jugendlichen zusammenzubringen“, hieß es weiter. Zudem strebten immer mehr junge Menschen ein Studium an. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 530.700 Ausbildungsverträge abgeschlossen, das waren 3,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund sprach angesichts der Zahlen von einer „handfesten Krise“ des Ausbildungsmarktes. Trotz einer robusten Konjunktur und steigender Schulabgängerzahlen sei ein historischer Tiefstand bei neuen Ausbildungsverträgen erreicht worden. Die Zahl sei auf den niedrigsten Wert seit 1977 gefallen – „und damals wurden nur die westdeutschen Bundesländer gezählt“, erklärte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.

Die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoguz, erklärte, der Bericht zeige die großen Herausforderungen beim Thema Ausbildung – insbesondere für Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte. Denn diese gingen prozentual besonders häufig leer aus bei der Lehrstellensuche. Zudem müssten angesichts des Fachkräftemangels deutlich mehr Betriebe ausbilden, forderte Özoguz.

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