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Für mehr Nachhaltigkeit in der Fleischproduktion

Essen (csr-news) > Mit dem AMINOFootprint-Rechner ermöglicht Evonik es Futtermittelherstellern, das Umweltprofil ihrer Produkte zu ermitteln und weiter zu optimieren. Damit können diese dem gestiegenen Verbraucherbewusstsein für Nachhaltigkeit in der Fleischproduktion entsprechen und ihren Beitrag dazu sichtbar machen. „Wenn Verbraucher nach dem ökologischen Fußabdruck eines Schweineschnitzels fragen, betrifft das auch den Futtermittelhersteller als Teil der Wertschöpfungskette“, sagt Reiner Beste, Geschäftsbereichsleiter Health & Nutrition bei Evonik. Wie stark dieser Fußabdruck durch die Zusammensetzung des Tierfutters beeinflusst werden kann, hat das kürzlich abgeschlossene SFIS-Projekt (Specialty Feed Ingredients Contributing to Sustainability) gezeigt. Auf Basis weltweiter Daten aus der Industrie wurde eine vergleichende Ökobilanz für Futtermittelmischungen für Geflügel und Schweine mit beziehungsweise ohne Zusatz von Aminosäuren und Enzymen (Phytase) erstellt. Die Supplementierung der Futtermischungen führt danach zu einer deutlichen Umweltentlastung im Hinblick auf Klimaerwärmung, Überdüngung und Versauerung.

Dieser Positiveffekt beruht vor allem auf der Senkung des Rohproteingehalts durch die zugesetzten Aminosäuren. Das reduziert den Ressourcenverbrauch und bedeutet weniger Emissionen an Kohlendioxid, Stickoxiden und Schwefeldioxid. Evonik hat das bereits im Jahr 2000 erstmals anhand einer Ökobilanz nachgewiesen. Seit 2010 liegt eine Ökobilanz für alle vier Evonik-Futtermittelaminosäuren vor. Das SFIS-Projekt wurde nach der gleichen Ökobilanzmethodik durchgeführt, welche für die Nachhaltigkeitsbewertung der Evonik-Aminosäuren angewandt wird. Michael Binder, Nachhaltigkeitsmanager des Geschäftsbereichs Health & Nutrition von Evonik, trug durch die Leitung des Technischen Boards wesentlich mit seiner Erfahrung dazu bei. Nach Abschluss des laufenden Review-Prozesses nach dem internationalen Standard DIN EN ISO 14044:2006 sollen die Ergebnisse auch der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zur Verfügung gestellt werden und möglicherweise Eingang in die neue FAO-Leitlinie für die nachhaltige Bewertung von Tierfutter finden.

„Das SFIS-Projekt stellt den derzeitigen Industriedurchschnitt für die untersuchten Futtermittelzusätze dar“, erläutert Binder. „Aufgrund der Effizienz unserer Herstellungsprozesse schneiden unsere Aminosäuren noch deutlich besser ab“, ergänzt er. Da die Produktionsverfahren in den letzten Jahren kontinuierlich weiter optimiert wurden, plant Evonik für dieses Jahr eine Neuauflage der eigenen Ökobilanz. Darüber hinaus stellt Evonik seinen Kunden diverse Instrumente zur zielgenauen Dosierung und Anwendung der Aminosäuren zur Verfügung. „Nur bei richtigem Einsatz entfalten sie ihren bestmöglichen Nutzen“, so Binder. Ergänzt wurde dieses Instrumentarium zuletzt durch AMINOFootprint. Die webbasierte Anwendung erlaubt es, die ökologischen Auswirkungen unterschiedlicher Futtermittelbestandteile, ihres Transports und ihrer Verarbeitung sowie verschiedener Futtermittelmischungen für Schweine und Geflügel zu ermitteln. So können Futtermittelhersteller auch den Einsatz heimischer Proteinquellen mit denen von Importsoja vergleichen und dadurch die ökologischen Auswirkungen ihrer Logistikkette optimieren oder aber Entscheidungshilfen für den Standort eines neuen Werks erhalten. All das hilft ihnen, sich den Fragen kritischer Kunden und Endverbraucher zu stellen.

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