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Wissenschaftsrat bekräftigt Bedeutung der Berufsausbildung

Berlin (afp) – Der Wissenschaftsrat hat vor dem Hintergrund des Ansturms auf die Hochschulen die Bedeutung der Berufsausbildung hervorgehoben. In einer am Montag in Berlin vorgestellten Empfehlung sprach sich das Beratergremium der Bundesregierung und der Landesregierungen unter anderem dafür aus, Schülern berufliche und akademische Ausbildungswege gleichberechtigt vorzustellen. Zudem plädierte der Rat für mehr Durchlässigkeit zwischen Berufs- und Hochschulbildung. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) begrüßte den Vorstoß.

„Die Berufsbildung und die Hochschulbildung sind die beiden Beine, auf denen die Leistungs- und Innovationsfähigkeit unseres Landes steht“, erklärte der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Wolfgang Marquardt. Beide Beine müssten „kräftig“ sein und „gut koordiniert voranschreiten, um die wirtschaftliche Entwicklung auch in Zukunft erfolgreich tragen zu können“.

Der Wissenschaftsrat plädierte für eine umfassende Beratung von Schülern bei der Berufs- oder Studienwahl. Dabei müsse vermieden werden, dass sich die Entscheidung auf „Vorurteile oder vordergründige Image- und Prestigegesichtspunkte stützt“, mahnte Marquardt. Vor allem bei der grundlegenden Entscheidung zwischen einer Berufsausbildung und einem Hochschulstudium benötigten die Schüler gezielte Unterstützung.

Bei der Beratung müssen nach den Vorstellungen des Wissenschaftsrates berufliche und akademische Ausbildungswege gleichberechtigt vorgestellt werden. Zudem sollen die Schüler dabei jeweils eingehend über die entsprechenden Anforderungen, Beschäftigungsperspektiven und Weiterentwicklungsmöglichkeiten informiert werden.

Der Wissenschaftsrat sprach sich auch dafür aus, die Durchlässigkeit zwischen Berufs- und Hochschulbildung in beide Richtungen zu erhöhen. Dazu schlägt das Gremium unter anderem vor, bei der Hochschulzulassung von beruflich Qualifizierten ohne Abitur auf die Fachbindung und den Nachweis von Berufserfahrung zu verzichten. Zugleich sollen auch Übergänge von der akademischen in die berufliche Bildung erleichtert werden.

Bundesbildungsministerin Wanka begrüßte die klare Positionierung in der Frage von Berufsausbildung und Hochschulbildung. „Ich freue mich, dass der Wissenschaftsrat ein deutliches Signal für die Gleichwertigkeit beider Bereiche setzt“, erklärte Wanka. Sie plädierte ebenfalls für mehr Durchlässigkeit. Es gehe darum, die duale Ausbildung dadurch attraktiver zu machen, dass der Wechsel vom Beruf an die Hochschule einfacher werde. Umgekehrt müssten von Studienabbrechern erbrachte Leistungen bei einer anschließenden Berufsausbildung besser anerkannt werden.