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Grünen-Studie warnt vor steigendem Ölpest-Risiko in der Nordsee

In der Nordsee steigt einer Studie zufolge das Risiko einer großen Ölkatastrophe. Viele Offshore-Förderanlagen vor allem im Norden und Süden seien veraltet, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung des Hamburger Beratungsbüros EnergyComment im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion. Aufgrund der Strömungsverhältnisse sei auch die deutsche Küste gefährdet, vor allem durch Unfälle im britischen Teil.

Berlin (afp) – In der Nordsee steigt einer Studie zufolge das Risiko einer großen Ölkatastrophe. Viele Offshore-Förderanlagen vor allem im Norden und Süden seien veraltet, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung des Hamburger Beratungsbüros EnergyComment im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion. Aufgrund der Strömungsverhältnisse sei auch die deutsche Küste gefährdet, vor allem durch Unfälle im britischen Teil.

Grüne Umweltpolitiker äußerten sich alarmiert. „Wir sind an einem mehr als kritischen Punkt angekommen. Wenn man jetzt nicht in die Sicherheit der Anlagen investiert, steigt die Gefahr massiv, dass es früher oder später eine größere Öl-Katastrophe in der Nordsee gibt“, erklärte die Vorsitzende des Umweltausschusses des Bundestags, Bärbel Höhn, am Dienstag in Berlin.

Der Studie zufolge sind Ölplattformen von Firmen wie Shell oder BP größtenteils älter als 20 Jahre, ein Drittel älter als 30 Jahre. Angesichts weitgehend erschöpfter Öl- und Gasfelder fehle den Eignern aber der Anreiz, in die Anlagen zu investieren, schreibt der Autor Steffen Bukold. Ein weiteres Risiko für Unfälle stelle künftig das massenhafte Abwracken der alten Konstruktionen dar. Damit werde technisches Neuland betreten, Vorbilder dafür gebe es nicht.

Bukold rät der Bundesregierung in seiner Expertise, gegenüber Nordsee-Anrainerstaaten wie Großbritannien und Norwegen auf eine stärkere staatliche Aufsicht über die technische Infrastruktur zu drängen. Zudem sollten die Sanktionen für Ölunfälle verschärft werden. Bislang seien diese „absurd“ niedrig. Von den Unternehmen müsse unter anderem verlangt werden, dass sie die nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko von 2010 entwickelten verbesserten Sicherheitssysteme und -abläufe auch in der Nordsee übernähmen, erklärte er.

„Die Bundesregierung muss mit Norwegen und insbesondere den Briten sprechen, dass ihre laxe Aufsichtspolitik hochriskant ist“, erklärte auch die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen, Steffi Lemke. „Es kann nicht sein, dass wir irgendwann die Küsten hier für mehrere Milliarden Euro säubern müssen, nur weil die gut verdienenden Ölfirmen zu wenig in die Sicherheit ihrer Anlagen investieren.“

Die Nordsee ist eine wichtige Förderregion für Erdöl und Erdgas. Hauptförderländer sind Großbritannien und Norwegen. In den vergangenen zehn Jahren ging die Öl-Fördermenge allerdings stark zurück, vor allem der britische Sektor ist davon betroffen. Großbritannien brachte jüngst ein Maßnahmenpaket auf den Weg, um die Erschließung und Ausbeutung neuer Ölfelder anzuregen.

Deutschland beansprucht nur einen kleinen Teil der Nordsee. Größere Öl- und Gasvorkommen gibt es dort nicht. In den von Deutschland kontrollierten Gewässern gibt es nur je eine Erdöl- und Erdgasförderplattform.

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CSRjournalist

Achim Halfmann ist Geschäftsführer von CSR NEWS und lebt im Bergischen Land. Seine Themen liegen vorallem in den Bereichen Gesellschaft, Medien und Internationales.

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