Agenturmeldung Nachrichten

Arbeitsmarktforscher warnt vor „Horrorszenarien“ beim Mindestlohn

Berlin (afp) – Angesichts des geplanten Mindestlohns in Höhe von 8,50 Euro hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vor einer Dramatisierung des möglichen Verlusts von Jobs gewarnt. „Horrorszenarien“ seien „absolut nicht angemessen“, sagte IAB-Chef Joachim Möller der „Süddeutschen Zeitung“ vom Montag. Niemand könne exakt vorhersagen, was nach der Einführung der Untergrenze passiere. Zudem seien 8,50 Euro als Mindestlohn für Deutschland „vertretbar und akzeptabel“.

Wenn unterstellt werde, dass der Mindestlohn weder positive noch negative Effekte auf die Zahl der Beschäftigten habe, werde die gesamtwirtschaftliche Lohnsumme einmalig um weniger als zwei Prozent steigen, sagte Möller der Zeitung. Dies sei eine „Größenordnung, die nicht dramatisch ist und bei der jede Dramatisierung fehl am Platz ist“. Lohnuntergrenzen, die es bereits jetzt in einzelnen Branchen gebe, hätten der Beschäftigung auch nicht geschadet.

Der Mindestlohn ist eines der wichtigsten Projekte der großen Koalition. Er soll zum 1. Januar 2015 eingeführt werden und wird grundsätzlich für alle Branchen und Regionen gelten. Ausgenommen von der Mindestbezahlung sind unter anderem Jugendliche unter 18 Jahren und Auszubildende.

Hinterlassen Sie einen Kommentar